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Euro-Scheine vor großem Wandel: Bis 21. September können Bürger über das neue Geld mitentscheiden

blickpixel (CC0), Pixabay

Die Euro-Geldscheine stehen vor der größten optischen Veränderung seit Einführung des Bargelds im Jahr 2002. Die Europäische Zentralbank (EZB) arbeitet an einer komplett neuen Banknotenserie. Noch bis zum 21. September 2026, 23.59 Uhr, können Bürger ihre Meinung zu den Entwürfen abgeben.

Dabei geht es nicht nur um kleinere Änderungen an den bisherigen Scheinen. Die vertrauten Darstellungen von Fenstern, Toren und Brücken sollen durch völlig neue Motive ersetzt werden. Zehn Designvorschläge haben es nach einem EU-weiten Wettbewerb in die Endauswahl geschafft. Mehr als 1.200 Designerinnen und Designer hatten sich ursprünglich beworben.

Zur Wahl stehen zwei grundverschiedene Themenwelten: „Europäische Kultur“ sowie „Flüsse und Vögel“. Damit könnten die Geldscheine künftig erstmals bekannte Persönlichkeiten und konkrete Naturmotive in den Mittelpunkt rücken, statt der bisher verwendeten fiktiven Architekturdarstellungen.

Beim Thema Kultur spielen Persönlichkeiten aus Europas Geschichte eine Rolle. Zu den vorgesehenen Motiven gehört beispielsweise der Komponist Ludwig van Beethoven. Die Naturentwürfe setzen dagegen auf europäische Landschaften, Flüsse und Vogelarten.

Die Abstimmung bedeutet allerdings nicht, dass der Entwurf mit den meisten Stimmen automatisch gewinnt. Parallel zur öffentlichen Online-Befragung lässt die EZB eine repräsentative Befragung durchführen. Zusätzlich fließen die Einschätzung der Fachjury und eine technische Bewertung der Entwürfe in die Entscheidung ein.

Der 21. September ist deshalb kein Umstellungstermin für Bargeld. An diesem Tag endet lediglich die öffentliche Befragung. Wer am 22. September einen 20-, 50- oder 100-Euro-Schein im Portemonnaie hat, kann ihn genauso verwenden wie zuvor.

Die eigentliche Entscheidung soll erst später fallen. Der EZB-Rat will voraussichtlich gegen Ende 2026 auswählen, welches Design weiterentwickelt wird. Danach folgen weitere Entwicklungs- und Testphasen. Bis die neuen Scheine tatsächlich gedruckt und ausgegeben werden, werden nach Angaben der Bundesbank noch Jahre vergehen.

Hinter der Neugestaltung steckt außerdem mehr als eine optische Modernisierung. Die EZB will die nächste Generation der Banknoten mit modernen Sicherheitsmerkmalen ausstatten und damit Fälschern das Leben schwerer machen. Außerdem sollen die Scheine möglichst nachhaltig sein und auch für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen leichter zu benutzen sein.

Dass Falschgeld weiterhin ein Thema ist, zeigen aktuelle Zahlen: Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland rund 30.000 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr gezogen. Besonders häufig betroffen ist weiterhin der 50-Euro-Schein.

Für Verbraucher besonders wichtig: Die heutigen Euro-Scheine werden durch die Neugestaltung nicht plötzlich wertlos. Die Bundesbank erklärt, dass Banknoten der bisherigen Serien ihren Wert behalten und zunächst neben der neuen Serie weiter im Umlauf sein werden.

Damit markiert der 21. September 2026 zwar einen wichtigen Termin für die Zukunft unseres Bargelds – aber keinen Stichtag, an dem alte Scheine verschwinden. Bis dahin können die Menschen noch mitreden, ob Europas künftiges Bargeld stärker von Kultur und berühmten Persönlichkeiten oder von Flüssen und Vögeln geprägt sein soll.

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