Die Windpark Unnau Beteiligungs GmbH aus Bremen hat ihren Jahresabschluss für 2025 vorgelegt. Dabei fällt eine Entwicklung besonders ins Auge: Das Finanzanlagevermögen hat sich innerhalb eines Jahres von 5.000 Euro auf 13.000 Euro erhöht.
Das entspricht einem Zuwachs um 8.000 Euro beziehungsweise 160 Prozent.
Gleichzeitig wurde die Kapitalausstattung der Gesellschaft deutlich gestärkt. Das eingeforderte Kapital beträgt nun die vollen 25.000 Euro, das Eigenkapital steigt auf mehr als 18.000 Euro und Verbindlichkeiten werden überhaupt nicht ausgewiesen.
Auf der Ertragsseite bleibt allerdings ein Fragezeichen.
Die Gesellschaft weist für 2025 erneut einen Jahresfehlbetrag aus. Nach 2.938,19 Euro im Rumpfgeschäftsjahr 2024 beträgt dieser nun 4.026,04 Euro.
Zusammen mit dem Verlustvortrag haben sich damit bereits 6.964,23 Euro an Verlusten angesammelt.
Gemessen am Stammkapital von 25.000 Euro entspricht dies rund 27,9 Prozent.
Damit präsentiert sich die Gesellschaft Ende 2025 bilanziell ausgesprochen solide finanziert, hat ihre Beteiligungsposition deutlich ausgebaut, muss aber künftig zeigen, ob aus diesen Beteiligungen auch ausreichende Erträge entstehen.
Die Bilanzsumme erhöhte sich von 10.751,81 Euro auf 19.438,82 Euro.
Das ist ein Zuwachs um 8.687,01 Euro beziehungsweise rund 80,8 Prozent.
Anders als bei mehreren anderen jungen Windpark-Beteiligungsgesellschaften aus dem wpd-Umfeld steckt dieser Zuwachs nicht nahezu vollständig im Bankguthaben.
Bei Windpark Unnau hat sich vielmehr die Zusammensetzung des Vermögens deutlich verändert.
Ende 2024 bestanden die Aktiva aus 5.000 Euro Finanzanlagen und 5.751,81 Euro liquiden Mitteln.
Ende 2025 stehen 13.000 Euro Finanzanlagen und 6.438,82 Euro Bank- beziehungsweise Kassenbestand in der Bilanz.
Das Finanzanlagevermögen ist damit um 8.000 Euro gestiegen.
Die liquiden Mittel erhöhten sich dagegen lediglich um 687,01 Euro beziehungsweise rund 11,9 Prozent.
Das ist ein wesentlicher Unterschied zu Beteiligungsgesellschaften, bei denen die zusätzliche Kapitalausstattung vor allem als höheres Bankguthaben sichtbar wird.
Bei Windpark Unnau ist ein erheblicher Teil der bilanziellen Mittel inzwischen im Finanzanlagevermögen gebunden.
Nach Angaben im Anhang handelt es sich bei diesen Finanzanlagen um Anteile an verbundenen Unternehmen.
Sie werden zu Anschaffungskosten bilanziert. Soweit erforderlich, wird ein niedrigerer beizulegender Wert angesetzt.
Der Anstieg von 5.000 auf 13.000 Euro zeigt damit, dass sich der bilanzielle Anschaffungskostenwert der Beteiligungsposition 2025 um 8.000 Euro erhöht hat.
Was genau hinter dieser Veränderung steckt, lässt sich aus dem vorgelegten Jahresabschluss allerdings nicht feststellen.
Denkbar wären beispielsweise zusätzliche Beteiligungen oder eine Aufstockung bestehender Beteiligungspositionen. Welche konkrete Transaktion tatsächlich stattgefunden hat, wird im Anhang jedoch nicht erläutert.
Deshalb sollte hier nicht mehr in die Zahlen hineininterpretiert werden, als der Abschluss tatsächlich hergibt.
Klar ist hingegen, dass die Gesellschaft bereits gesellschaftsrechtlich in die operative Projektstruktur eingebunden ist.
Öffentliche Registerinformationen zur wpd Windpark Unnau GmbH & Co. KG führen die Windpark Unnau Beteiligungs GmbH als Kommanditistin mit einer Einlage von 5.000 Euro. Die Projektgesellschaft wurde im Juni 2024 ins Handelsregister eingetragen.
Daneben führen öffentlich zugängliche Beteiligungsangaben der wpd GmbH sowohl die Windpark Unnau Beteiligungs GmbH als auch die wpd Windpark Unnau GmbH & Co. KG mit einem Kapitalanteil von jeweils 100 Prozent im wpd-Beteiligungsbesitz zum 31. Dezember 2024.
Die 5.000-Euro-Kommanditeinlage der Projektgesellschaft erklärt damit zumindest einen Teil der Beteiligungsstruktur.
Die 2025 in der Beteiligungs-GmbH ausgewiesenen 13.000 Euro Finanzanlagen gehen jedoch darüber hinaus. Welche weitere Beteiligungsposition oder Veränderung für die zusätzlichen 8.000 Euro verantwortlich ist, kann aus den hier vorliegenden Informationen nicht belastbar beantwortet werden.
Auch der bilanzielle Buchwert von 13.000 Euro darf nicht mit dem wirtschaftlichen Wert eines Windparks verwechselt werden.
Die Windpark Unnau Beteiligungs GmbH bilanziert selbst keine Windenergieanlagen. Sachanlagen werden überhaupt nicht ausgewiesen.
Das Unternehmen ist vielmehr eine Beteiligungsgesellschaft.
Deshalb können Windenergieanlagen, Projektfinanzierungen, Stromerlöse und operative Aufwendungen auf Ebene einer verbundenen Projektgesellschaft anfallen.
Für die Analyse des Einzelabschlusses ist diese Unterscheidung entscheidend.
Auch die Passivseite hat sich 2025 deutlich verändert.
Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert 25.000 Euro.
Ende 2024 waren davon allerdings lediglich 12.500 Euro eingefordert. Weitere 12.500 Euro wurden als nicht eingeforderte ausstehende Einlagen vom gezeichneten Kapital abgesetzt.
Zum 31. Dezember 2025 wird kein entsprechender Abzug mehr ausgewiesen.
Das eingeforderte Kapital beträgt nun die vollständigen 25.000 Euro.
Diese Veränderung ist entscheidend für das Verständnis des gestiegenen Eigenkapitals.
Dieses erhöhte sich nämlich von 9.561,81 Euro auf 18.035,77 Euro.
Das entspricht einem Zuwachs um 8.473,96 Euro beziehungsweise rund 88,6 Prozent.
Dieser starke Eigenkapitalanstieg ist aber kein Ausdruck eines hohen Gewinns.
Ganz im Gegenteil.
Die Windpark Unnau Beteiligungs GmbH hat 2025 einen Jahresfehlbetrag von 4.026,04 Euro erwirtschaftet.
Die Bilanzverbesserung beruht daher wesentlich auf der veränderten Kapitalausstattung und nicht auf operativ erwirtschafteten Überschüssen.
Das ist für die Interpretation der Zahlen wichtig:
Die Gesellschaft ist Ende 2025 bilanziell stärker ausgestattet als ein Jahr zuvor – gleichzeitig bleibt ihre Ergebnisentwicklung negativ.
Der Verlustvortrag beträgt 2.938,19 Euro.
Hinzu kommt der neue Jahresfehlbetrag von 4.026,04 Euro.
Damit summieren sich die Verluste auf 6.964,23 Euro.
Das entspricht rund 27,9 Prozent des Stammkapitals.
Es verbleibt ein Eigenkapital von 18.035,77 Euro.
Bei einer Bilanzsumme von 19.438,82 Euro ergibt sich daraus eine rechnerische Eigenkapitalquote von rund 92,8 Prozent.
Das ist ausgesprochen hoch.
Der Grund dafür liegt auch darin, dass zum Bilanzstichtag keinerlei Verbindlichkeiten ausgewiesen werden.
Neben dem Eigenkapital stehen auf der Passivseite lediglich Rückstellungen von 1.403,05 Euro.
Im Vorjahr waren es 1.190 Euro.
Damit ist auf Ebene der Windpark Unnau Beteiligungs GmbH zum 31. Dezember 2025 kein klassisches Verschuldungsproblem erkennbar.
Allerdings sollte daraus nicht geschlossen werden, dass auch das zugrunde liegende Windparkprojekt ohne Fremdfinanzierung arbeitet.
Der Einzelabschluss der Beteiligungs-GmbH sagt darüber nichts aus.
Bankkredite oder andere Projektverbindlichkeiten könnten gegebenenfalls auf Ebene einer anderen Gesellschaft bilanziert sein.
Umgekehrt ist die Liquidität der Beteiligungs-GmbH selbst vergleichsweise komfortabel.
Den Rückstellungen von rund 1.403 Euro stehen 6.438,82 Euro liquide Mittel gegenüber.
Hinzu kommen 13.000 Euro Finanzanlagen.
Auffällig ist jedoch, dass das Bankguthaben trotz der erheblich höheren Kapitalbasis nur relativ moderat gestiegen ist.
Von 5.751,81 Euro Ende 2024 geht es auf 6.438,82 Euro Ende 2025.
Das Plus beträgt lediglich 687,01 Euro.
Gleichzeitig steigt das Finanzanlagevermögen um exakt 8.000 Euro.
Diese Verschiebung ist eines der interessantesten Merkmale des Abschlusses.
Ein größerer Anteil des Vermögens steckt nun in Beteiligungsbuchwerten und ein kleinerer Anteil in unmittelbar liquiden Mitteln.
Ende 2024 machten die Finanzanlagen rund 46,5 Prozent der Bilanzsumme aus.
Ende 2025 sind es bereits rund 66,9 Prozent.
Die liquiden Mittel stellen entsprechend nur noch rund ein Drittel des Vermögens dar.
Damit gewinnt die wirtschaftliche Entwicklung der gehaltenen Beteiligungen für die Windpark Unnau Beteiligungs GmbH weiter an Bedeutung.
Auf der Ergebnisebene fehlen allerdings wichtige Details.
Eine vollständige Gewinn- und Verlustrechnung ist in den vorgelegten Unterlagen nicht enthalten.
Bekannt ist lediglich der Jahresfehlbetrag von 4.026,04 Euro.
Welche Aufwendungen diesen verursacht haben und ob beziehungsweise in welchem Umfang bereits Beteiligungserträge erzielt wurden, lässt sich daraus nicht feststellen.
Deshalb wäre es nicht gerechtfertigt, allein anhand des Fehlbetrags zu behaupten, dass die Beteiligung selbst unrentabel sei.
Ebenso wenig lässt sich aus dem Abschluss ableiten, wann mit möglichen Ausschüttungen oder sonstigen Erträgen zu rechnen ist.
Auch der Vergleich des Jahresfehlbetrags mit 2024 muss vorsichtig erfolgen.
Rein rechnerisch steigt der Fehlbetrag von 2.938,19 Euro auf 4.026,04 Euro.
Das sind 1.087,85 Euro mehr.
Ein einfacher prozentualer Vergleich würde jedoch ein verzerrtes Bild erzeugen.
Denn 2024 war ausdrücklich nur ein Rumpfgeschäftsjahr vom 18. April bis zum 31. Dezember.
Der Fehlbetrag des Jahres 2025 umfasst dagegen zwölf Monate.
Aus dem höheren absoluten Verlust lässt sich deshalb nicht unmittelbar auf eine Verschlechterung der laufenden Wirtschaftlichkeit schließen.
Erst mit dem Abschluss 2026 werden zwei vollständige Geschäftsjahre für einen aussagekräftigeren Vergleich vorliegen.
Geschäftsführer der Gesellschaft waren im Berichtsjahr Dr. Gernot Blanke und Björn Nullmeyer.
Nach den Angaben im Anhang wird die Windpark Unnau Beteiligungs GmbH in den Konzernabschluss der wpd GmbH mit Sitz in Bremen einbezogen.
Auch die öffentlich zugänglichen Beteiligungsangaben bestätigen diese Einordnung: Zum 31. Dezember 2024 wird die Windpark Unnau Beteiligungs GmbH mit einem Kapitalanteil von 100 Prozent im Beteiligungsbesitz der wpd GmbH aufgeführt.
Für Ende 2025 ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild.
Auf der einen Seite steht eine sehr solide Bilanzstruktur.
Das Eigenkapital beträgt rund 18.036 Euro.
Die Eigenkapitalquote liegt bei knapp 93 Prozent.
Es gibt keine ausgewiesenen Verbindlichkeiten.
Mehr als 6.400 Euro stehen als liquide Mittel zur Verfügung.
Gleichzeitig wurde das Finanzanlagevermögen von 5.000 auf 13.000 Euro erheblich ausgebaut.
Auf der anderen Seite stehen inzwischen 6.964,23 Euro aufgelaufene Verluste.
Damit sind rechnerisch bereits knapp 28 Prozent des Stammkapitals durch die bisherigen Fehlbeträge aufgezehrt.
Das ist noch keine akute bilanzielle Schieflage. Es macht aber deutlich, worauf es in den nächsten Geschäftsjahren ankommt.
Die Windpark Unnau Beteiligungs GmbH benötigt nicht primär einen Abbau hoher Schulden – solche weist sie derzeit überhaupt nicht aus.
Entscheidend wird vielmehr sein, ob und wann aus dem inzwischen auf 13.000 Euro angewachsenen Beteiligungsvermögen Erträge zufließen, die die laufenden Kosten der Gesellschaft decken.
Genau darin liegt die Besonderheit des Abschlusses 2025.
Die Gesellschaft hat ihre Beteiligungsposition deutlich ausgebaut und ihre Kapitalbasis gestärkt. Gleichzeitig schreibt sie weiterhin rote Zahlen.