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Erneuter Angriff auf CSD-Gedenkort in Berlin: Baum herausgerissen

Peggy_Marco (CC0), Pixabay

Der Gedenkort für die Opfer des Anschlags auf den Christopher Street Day in Berlin ist erneut beschädigt worden. Im Berliner Tiergarten wurde der dort gepflanzte Gedenkbaum herausgerissen. Erst wenige Tage zuvor war bereits eine Regenbogenbank an dem Erinnerungsort schwer beschädigt worden.

Die neuerliche Beschädigung wurde in der Nacht von einer Polizeistreife entdeckt. Inzwischen hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Ob die Tat gezielt gegen den Gedenkort gerichtet war und ob ein Zusammenhang mit der Beschädigung der Regenbogenbank besteht, ist bislang nicht geklärt.

Damit wird innerhalb weniger Tage bereits zum zweiten Mal ein Ort beschädigt, der eigentlich dem stillen Erinnern dienen soll.

Der Gedenkbaum erinnert an die Opfer des schweren Anschlags auf den Christopher Street Day Ende Juli. Bei dem islamistisch motivierten Angriff wurde eine Frau getötet. Weitere 31 Menschen wurden verletzt. Der Anschlag hatte weit über Berlin hinaus Bestürzung ausgelöst.

Nach der Tat entstand im Tiergarten ein Ort des Gedenkens. Der Baum sollte dabei dauerhaft an die Opfer erinnern. Auch die Regenbogenbank besitzt eine besondere symbolische Bedeutung: Die Regenbogenfarben stehen international für die Vielfalt und Sichtbarkeit queerer Menschen.

Nun sind innerhalb kurzer Zeit gleich zwei Elemente dieses Erinnerungsortes beschädigt worden.

Für die Ermittler stellen sich deshalb mehrere Fragen. Wer hat den Baum herausgerissen? Geschah dies bewusst wegen seiner Bedeutung? Und steckt möglicherweise dieselbe Person oder dieselbe Gruppe hinter beiden Vorfällen?

Antworten darauf gibt es bislang nicht. Gerade deshalb ist bei der Bewertung Zurückhaltung geboten. Dass der Staatsschutz ermittelt, bedeutet zunächst, dass ein möglicher politischer Hintergrund geprüft wird. Es ist noch kein Nachweis dafür, dass tatsächlich ein politisches oder queerfeindliches Motiv vorliegt.

Besonders bitter ist die Beschädigung dennoch für diejenigen, die an diesem Ort der Getöteten und der Verletzten gedenken wollen. Ein Gedenkbaum ist schließlich keine gewöhnliche Bepflanzung. Er soll Erinnerung bewahren – auch dann, wenn Blumen und Kerzen längst verschwunden sind.

Der Anschlag vom Juli hat für Angehörige, Verletzte und Besucher des Christopher Street Day tiefe Spuren hinterlassen. Der Gedenkort sollte ihnen einen Platz geben, an dem Trauer und Erinnerung sichtbar bleiben können.

Stattdessen beschäftigt sich nun erneut die Polizei mit dem Gelände.

Nach der schweren Beschädigung der Regenbogenbank zu Beginn der Woche folgt mit dem herausgerissenen Baum der nächste Vorfall. Ob beide Taten miteinander zusammenhängen, müssen die Ermittlungen zeigen.

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