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Windpark Schwarzbruch dreht ins Plus: Bankguthaben fast verdreifacht – doch 5,74 Millionen Euro Schulden dominieren die Bilanz

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Während andere Windparkgesellschaften aus dem ENERGREEN-Umfeld zuletzt deutliche Verluste auswiesen, präsentiert die ENERGREEN Windpark Schwarzbruch GmbH & Co. KG für das Geschäftsjahr 2024/25 eine andere Entwicklung. Der Windpark schließt mit einem Jahresüberschuss von 17.674,01 Euro ab, das Eigenkapital wächst leicht und die liquiden Mittel steigen innerhalb eines Jahres von knapp 133.000 Euro auf mehr als 363.000 Euro.

Gleichzeitig sinken die Verbindlichkeiten um mehr als eine halbe Million Euro.

Die Kehrseite: Mit 5,74 Millionen Euro bleiben die Schulden im Verhältnis zur Bilanzsumme ausgesprochen hoch. Die Eigenkapitalquote erreicht lediglich rund 6,1 Prozent. Zudem steigt der innerhalb eines Jahres fällige Teil der Verbindlichkeiten deutlich.

Eine akute Liquiditätsnot lässt sich aus dem Abschluss dennoch nicht erkennen. Im Gegenteil: Den kurzfristigen Verbindlichkeiten von rund 158.000 Euro stehen zum Bilanzstichtag liquide Mittel von gut 363.000 Euro gegenüber.

Damit zeigt der Jahresabschluss ein bemerkenswert zweigeteiltes Bild: eine dünne Eigenkapitalbasis und hohe Fremdfinanzierung auf der einen Seite – verbesserte Liquidität, sinkende Gesamtverbindlichkeiten und ein positives Jahresergebnis auf der anderen.

Nach 118.726 Euro im Vorjahr bleiben 17.674 Euro Gewinn

Das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2024 bis zum 30. Juni 2025 endet mit einem Jahresüberschuss von 17.674,01 Euro.

Diese Zahl wird im Anhang ausdrücklich genannt. Die Gesellschafterversammlung akzeptierte demnach den Vorschlag der Geschäftsführung zur Ergebnisverwendung.

Im Vorjahr war in der Bilanz noch ein Jahresüberschuss von 118.725,94 Euro ausgewiesen worden.

Vergleicht man beide Ergebnisse, ist der Gewinn damit um rund 101.052 Euro beziehungsweise 85,1 Prozent zurückgegangen.

Die Gesellschaft bleibt also profitabel – allerdings auf einem erheblich niedrigeren Ergebnisniveau.

Warum der Gewinn so deutlich gesunken ist, lässt sich aus der veröffentlichten Fassung des Abschlusses nicht vollständig bestimmen.

Die Gesellschaft hat als kleine Personengesellschaft von gesetzlichen Erleichterungen Gebrauch gemacht. Ein Lagebericht wurde nicht erstellt. Zwar gehört eine Gewinn- und Verlustrechnung zum Abschluss, deren vollständige Positionen sind in dem vorliegenden veröffentlichten Dokument jedoch nicht wiedergegeben.

Damit fehlen insbesondere detaillierte Angaben zu Umsatz, Stromerlösen, betrieblichen Kosten und Zinsaufwand.

Eine konkrete Ursache für den Gewinnrückgang wäre deshalb Spekulation.

Eigenkapital steigt trotz deutlich kleinerem Gewinn

Interessant entwickelt sich das Eigenkapital.

Zum 30. Juni 2024 wurden 365.952,62 Euro ausgewiesen. Ein Jahr später sind es 383.626,63 Euro.

Der Anstieg beträgt damit exakt 17.674,01 Euro und entspricht dem im Anhang genannten Jahresüberschuss.

Das Eigenkapital wächst somit um rund 4,8 Prozent.

Auch die Kapitalanteile der Kommanditisten steigen deutlich: von 247.226,68 Euro auf 383.626,63 Euro.

Zum Bilanzstichtag wird weder ein gesonderter Jahresüberschuss noch ein Bilanzgewinn ausgewiesen. Der Anhang stellt jedoch klar, dass das Geschäftsjahr tatsächlich mit dem genannten Überschuss von 17.674,01 Euro abgeschlossen wurde.

Die bilanzielle Darstellung ist daher im Zusammenhang mit der Ergebnisverwendung beziehungsweise den Kapitalkonten der Gesellschafter zu lesen.

Eigenkapitalquote bleibt mit 6,1 Prozent niedrig

Trotz des positiven Ergebnisses bleibt die Eigenkapitalbasis dünn.

Bei einer Bilanzsumme von 6.272.259,84 Euro entsprechen die 383.626,63 Euro Eigenkapital einer Quote von lediglich rund 6,1 Prozent.

Im Vorjahr lag sie bei etwa 5,3 Prozent.

Damit hat sich die Eigenkapitalquote zwar verbessert, bleibt aber auf niedrigem Niveau.

Anders ausgedrückt: Knapp 94 Prozent der Bilanzsumme entfallen auf Rückstellungen, Verbindlichkeiten und passive Rechnungsabgrenzung.

Das bedeutet nicht automatisch eine wirtschaftliche Schieflage. Windenergieprojekte werden häufig zu erheblichen Teilen mit langfristigem Fremdkapital finanziert.

Eine niedrige Eigenkapitalquote bedeutet jedoch, dass der bilanzielle Verlustpuffer vergleichsweise klein ist.

Fast 92 Prozent der Bilanzsumme sind Verbindlichkeiten

Der größte Posten auf der Passivseite sind mit großem Abstand die Verbindlichkeiten.

Sie belaufen sich zum 30. Juni 2025 auf 5.743.994,04 Euro.

Das entspricht rund 91,6 Prozent der gesamten Bilanzsumme.

Im Vorjahr standen allerdings noch 6.292.456,03 Euro in den Büchern.

Damit ist der Verbindlichkeitenbestand innerhalb eines Jahres um 548.461,99 Euro beziehungsweise rund 8,7 Prozent gesunken.

Das ist eine erhebliche Entlastung.

Aus den veröffentlichten Angaben lässt sich allerdings nicht erkennen, welche einzelnen Verbindlichkeiten reduziert wurden. Deshalb sollte der Rückgang nicht automatisch vollständig als Kredittilgung bezeichnet werden.

Fest steht lediglich, dass zum Bilanzstichtag rund 548.000 Euro weniger Verbindlichkeiten ausgewiesen werden als ein Jahr zuvor.

Fast sämtliche Schulden laufen länger als fünf Jahre

Für die Beurteilung der Verschuldung ist die Laufzeitstruktur entscheidend.

Von den insgesamt 5.743.994,04 Euro Verbindlichkeiten besitzen 5.586.439 Euro eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.

Nur 157.555,04 Euro werden mit einer Restlaufzeit von höchstens einem Jahr ausgewiesen.

Damit entfallen rund 97,3 Prozent der Verbindlichkeiten auf Laufzeiten von mehr als fünf Jahren.

Der hohe Schuldenstand ist also ganz überwiegend langfristiger Natur.

Das ist für einen Windpark ein entscheidender Unterschied gegenüber einer Gesellschaft, bei der mehrere Millionen Euro innerhalb weniger Monate refinanziert oder zurückgezahlt werden müssten.

Kurzfristige Verbindlichkeiten steigen allerdings deutlich

Innerhalb dieser grundsätzlich langfristigen Finanzierungsstruktur fällt dennoch eine Entwicklung auf.

Im Vorjahr waren lediglich 7.493,03 Euro Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von höchstens einem Jahr ausgewiesen.

2025 sind es 157.555,04 Euro.

Der kurzfristig fällige Betrag hat sich damit um rund 150.062 Euro erhöht und ist mehr als zwanzigmal so hoch wie ein Jahr zuvor.

Prozentual klingt dieser Anstieg spektakulär, die absolute Größenordnung sollte jedoch nicht überzeichnet werden.

Denn gleichzeitig besitzt die Gesellschaft deutlich mehr liquide Mittel.

Bankguthaben steigt um 173 Prozent

Genau hier liegt eine der stärksten Entwicklungen des Jahresabschlusses.

Zum 30. Juni 2024 verfügte die Gesellschaft über liquide Mittel von lediglich 132.970,84 Euro.

Ein Jahr später sind es 363.231,96 Euro.

Der Bestand ist damit um rund 230.261 Euro beziehungsweise 173,2 Prozent gestiegen.

Anders formuliert: Innerhalb eines Geschäftsjahres hat sich der Kassen- und Bankbestand auf mehr als das 2,7-Fache erhöht.

Das ist umso bemerkenswerter, weil gleichzeitig die Gesamtverbindlichkeiten zurückgehen.

Allerdings lässt sich aus der Bilanz nicht bestimmen, woher der Liquiditätszuwachs stammt.

Eine Kapitalflussrechnung ist in den veröffentlichten Unterlagen nicht enthalten. Deshalb wäre es nicht belastbar, den Anstieg beispielsweise unmittelbar dem operativen Geschäft oder bestimmten Finanzierungsvorgängen zuzuschreiben.

Liquidität deckt kurzfristige Verbindlichkeiten mehr als doppelt

Für den Bilanzstichtag ergibt sich daraus eine komfortable Relation.

Den kurzfristigen Verbindlichkeiten von 157.555,04 Euro stehen liquide Mittel von 363.231,96 Euro gegenüber.

Das Bankguthaben entspricht damit rund dem 2,3-Fachen der kurzfristigen Verbindlichkeiten.

Das gesamte Umlaufvermögen beträgt sogar 551.170,82 Euro und deckt die kurzfristigen Verbindlichkeiten damit rechnerisch etwa 3,5-fach.

Diese einfachen Bilanzrelationen sind kein Beweis für die zukünftige Zahlungsfähigkeit. Sie zeigen lediglich die Situation zum Stichtag.

Eine akute kurzfristige Liquiditätskrise ist aus diesen Zahlen aber nicht ersichtlich.

Umlaufvermögen steigt um mehr als 38 Prozent

Auch das gesamte Umlaufvermögen entwickelt sich positiv.

Es wächst von 398.301,99 Euro auf 551.170,82 Euro.

Das entspricht einem Plus von rund 38,4 Prozent.

Dabei gehen die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sogar zurück: von 265.331,15 Euro auf 187.938,86 Euro.

Der Rückgang beträgt rund 29,2 Prozent.

Von den aktuellen Forderungen besitzen 20.000 Euro eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Der Anstieg des Umlaufvermögens stammt somit im Wesentlichen aus dem höheren Bankbestand.

Bilanzsumme sinkt um knapp zehn Prozent

Trotz des höheren Umlaufvermögens wird die Gesamtbilanz kleiner.

Die Bilanzsumme fällt von 6.933.176,01 Euro auf 6.272.259,84 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 660.916 Euro beziehungsweise 9,5 Prozent.

Ursache auf der Aktivseite ist vor allem die Entwicklung des Anlagevermögens.

Die Sachanlagen sinken von 6.456.281 Euro auf 5.643.156 Euro.

Das sind rund 813.125 Euro beziehungsweise 12,6 Prozent weniger.

Bei einer Windparkgesellschaft ist ein sinkender Buchwert der technischen Anlagen im Zeitablauf aufgrund planmäßiger Abschreibungen grundsätzlich erwartbar.

Der Anhang bestätigt, dass die Sachanlagen entsprechend ihrer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben werden.

Außerplanmäßige Abschreibungen oder Wertberichtigungen wurden ausdrücklich nicht vorgenommen.

Damit gibt es in diesem Abschluss keinen Hinweis darauf, dass die Windenergieanlagen aufgrund einer außerordentlichen Wertminderung zusätzlich abgeschrieben werden mussten.

Rückstellungen halbieren sich nahezu

Eine weitere auffällige Veränderung betrifft die Rückstellungen.

Sie sinken von 262.672,47 Euro auf 133.643,80 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 49,1 Prozent.

Der Anhang erläutert, dass sich die sonstigen Rückstellungen im Wesentlichen aus Abschluss- und Prüfungskosten, Pachten sowie Rückbauverpflichtungen zusammensetzen.

Welche dieser Positionen für den deutlichen Rückgang verantwortlich ist, wird nicht weiter aufgeschlüsselt.

Auch hier wäre eine konkrete Ursachenzuschreibung ohne zusätzliche Informationen nicht belastbar.

Nur 5.000 Euro nominelles Kommanditkapital

Wie bei anderen ENERGREEN-Projektgesellschaften weist der Anhang ein nominelles Kommanditkapital von 5.000 Euro aus.

Das darf nicht mit dem gesamten bilanziellen Eigenkapital verwechselt werden.

Die Kapitalanteile der Kommanditisten betragen zum Bilanzstichtag 383.626,63 Euro. Das gesamte bilanzielle Eigenkapital liegt ebenfalls bei diesem Betrag.

Die 5.000 Euro beschreiben somit nicht die vollständige wirtschaftliche Eigenkapitalposition der Gesellschaft.

Eine Schlagzeile wie „Windpark mit nur 5.000 Euro Eigenkapital“ wäre daher irreführend.

Abschluss wurde nicht im Umfang einer Jahresabschlussprüfung geprüft

Auch bei diesem Windpark enthält das Dokument eine Bescheinigung der DELTAKAP Steuerberatungsgesellschaft mbH.

Der Steuerberater erklärt ausdrücklich, dass die vorgelegten Bücher, Belege und Bestandsnachweise nicht geprüft, sondern lediglich auf Plausibilität beurteilt wurden.

Die Verantwortung für Buchführung, Inventar und Jahresabschluss liegt bei den gesetzlichen Vertretern.

Damit handelt es sich nicht um einen Bestätigungsvermerk aus einer gesetzlichen Abschlussprüfung durch einen Wirtschaftsprüfer.

Das bedeutet nicht, dass die Zahlen deshalb unzutreffend wären. Es bedeutet lediglich, dass der Umfang der vorgenommenen Prüfung beziehungsweise Beurteilung deutlich von einer Abschlussprüfung zu unterscheiden ist.

Geschäftsführung über ENERGREEN Management

Die Geschäftsführung erfolgt durch die ENERGREEN Management GmbH aus Unterhaching.

Als Geschäftsführer werden Dr. Benedikt Kormaier und Ralf Löbker genannt.

Der Abschluss wurde am 18. September 2025 festgestellt beziehungsweise gebilligt.

Positives Ergebnis – aber wenig Eigenkapital als Puffer

Insgesamt präsentiert sich die ENERGREEN Windpark Schwarzbruch GmbH & Co. KG damit in einer interessanten finanziellen Situation.

Die Gesellschaft schreibt einen Gewinn von 17.674 Euro.

Das Bankguthaben wächst um mehr als 173 Prozent auf 363.232 Euro.

Die Verbindlichkeiten gehen gleichzeitig um rund 548.000 Euro auf 5,74 Millionen Euro zurück.

Und das Eigenkapital steigt um knapp fünf Prozent auf rund 383.627 Euro.

Diese Entwicklungen sprechen für eine Verbesserung mehrerer Bilanzpositionen.

Allerdings sollte die andere Seite nicht übersehen werden.

Der Jahresüberschuss liegt rund 85 Prozent unter dem positiven Vorjahresergebnis. Die Eigenkapitalquote beträgt trotz leichter Verbesserung nur rund 6,1 Prozent. Die Verbindlichkeiten entsprechen mehr als 91 Prozent der Bilanzsumme.

Das finanzielle Polster bleibt damit vergleichsweise dünn.

Positiv wirkt allerdings die Laufzeitstruktur: Rund 5,59 Millionen Euro und damit mehr als 97 Prozent der Verbindlichkeiten laufen länger als fünf Jahre.

Die kurzfristige finanzielle Situation erscheint deshalb wesentlich entspannter, als die hohe absolute Verschuldung zunächst vermuten lässt.

Das Bankguthaben ist mehr als doppelt so hoch wie die innerhalb eines Jahres fälligen Verbindlichkeiten.

Damit lautet die entscheidende Botschaft des Abschlusses nicht „Windpark vor Schuldenproblem“.

Sie lautet vielmehr:

Schwarzbruch bleibt profitabel und verbessert seine Liquidität deutlich, während die Schulden sinken. Doch der Gewinn ist stark zurückgegangen und mit einer Eigenkapitalquote von nur gut sechs Prozent bleibt wenig bilanzieller Spielraum für größere Verluste.

Ob der Gewinnrückgang 2024/25 lediglich eine vorübergehende Entwicklung war oder die Ertragskraft des Windparks dauerhaft nachgelassen hat, lässt sich aus dem veröffentlichten Abschluss nicht beantworten.

Genau diese Frage dürfte für die kommenden Geschäftsjahre entscheidender sein als die hohe, aber überwiegend sehr langfristige Verschuldung.

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