Die Rettung erfolgt vor dem Hintergrund einer verheerenden Naturkatastrophe im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet. Ganze Ortschaften sowie Straßen und Brücken wurden durch die Wassermassen schwer beschädigt oder zerstört. Die Suche nach Vermissten läuft weiterhin auf Hochtouren.
Deutsche nach Sturzflut vermisst
Zuvor hatte das Auswärtige Amt mitgeteilt, dass nach der Sturzflut noch eine niedrige zweistellige Zahl deutscher Staatsangehöriger vermisst werde. Die Lage ist insbesondere deshalb schwierig, weil sich unter den Vermissten zahlreiche Touristen befinden könnten.
Bereits am Donnerstag hatten Behörden von rund 1.400 Vermissten auf beiden Seiten der Grenze zwischen Nepal und Tibet berichtet. Nach Angaben der nepalesischen Tourismusbehörde befanden sich darunter auch deutsche Staatsangehörige.
Die erfolgreiche Rettung der Familie aus dem Berchtesgadener Land dürfte deshalb auch bei Angehörigen anderer Vermisster neue Hoffnung wecken.
Familie mit Hubschrauber ausgeflogen
Die vier Deutschen konnten nach den vorliegenden Angaben mit einem Hubschrauber aus dem betroffenen Gebiet gebracht werden. Anschließend wurden sie in einem Militär-Camp untergebracht.
Über ihren Gesundheitszustand und die näheren Umstände der Rettungsaktion liegen bislang keine detaillierten Angaben vor.
Gerade in den schwer zugänglichen Regionen des Himalaya gestaltet sich die Suche nach Vermissten schwierig. Zerstörte Straßen und Brücken können dazu führen, dass Einsatzkräfte manche Gebiete nur aus der Luft erreichen.
Katastrophengebiet mit zahlreichen Touristen
Besonders dramatisch ist die Situation, weil die betroffene Region auch von internationalen Reisenden und Himalaya-Touristen besucht wird. Nach Behördenangaben soll es sich bei einem erheblichen Teil der Vermissten um Touristen handeln.
Als möglicher Auslöser der Sturzflut wurde zunächst eine Gletscherlawine genannt. Die Wassermassen richteten in der Grenzregion massive Schäden an.
Die Zahl der Opfer und Vermissten verändert sich mit den laufenden Rettungs- und Bergungsarbeiten weiterhin.
Auswärtiges Amt unterstützt Deutsche in Nepal
Für deutsche Staatsangehörige in Nepal ist insbesondere die deutsche Botschaft in Kathmandu Ansprechpartner. Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass für Deutsche in dringenden Notfällen auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten ein Rufbereitschaftsdienst besteht.
Während die Suche nach weiteren Vermissten fortgesetzt wird, ist die Rettung der vierköpfigen Familie aus dem Berchtesgadener Land eine der positiven Nachrichten aus dem schwer getroffenen Katastrophengebiet.
Hinweis: Die von dir genannte Zahl von deutlich mehr als 500 Todesopfern konnte ich bei der aktuellen Recherche noch nicht durch eine belastbare aktuelle Quelle bestätigen. Eine Meldung vom 27. August sprach für Nepal zu diesem Zeitpunkt von 165 geborgenen Todesopfern. Die Opferzahlen können sich bei einer laufenden Katastrophenlage allerdings schnell verändern.