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Millionen-Betrüger Hendrik Holt auf der Flucht – ist er tatsächlich in Moskau?

Tama66 (CC0), Pixabay

Der wegen millionenschweren Betrugs verurteilte Hendrik Holt (36) ist verschwunden. Seit dem 25. August 2026 wird nach ihm gefahndet. Wo er sich tatsächlich aufhält, ist derzeit nicht bekannt.

Besonders brisant: Kurz nachdem seine Flucht öffentlich geworden war, erschienen nach dem von Ihnen übermittelten Bericht auf Holts Instagram-Account Videos, die angeblich aus Moskau stammen. Dazu soll er sinngemäß Grüße aus der russischen Hauptstadt geschickt und den dortigen Kaviar gelobt haben.

Ob Holt tatsächlich nach Russland geflohen ist, lässt sich derzeit allerdings nicht bestätigen. Die von mir geprüften aktuellen Meldungen von NDR, dpa und weiteren Medien nennen keinen bestätigten Aufenthaltsort. Die Staatsanwaltschaft hält sich mit Einzelheiten zur Fahndung aus ermittlungstaktischen Gründen zurück.

Wie konnte Holt überhaupt verschwinden?

Das Erstaunliche an dem Fall: Holt musste offenbar nicht aus einem Gefängnis ausbrechen. Er befand sich bereits seit längerer Zeit im offenen Vollzug und durfte die Haftanstalt zu genehmigten, unbegleiteten Ausgängen verlassen.

Am Dienstag, dem 25. August, hatte er einen solchen Ausgang. Am Abend hätte er in die JVA Heidering bei Berlin zurückkehren sollen. Genau das tat er nicht. Seitdem fehlt von ihm eine bestätigte Spur.

Noch auffälliger ist ein Detail, das der NDR berichtet: Bei der Staatsanwaltschaft und der JVA soll ein Schreiben aus Holts Umfeld eingegangen sein, aus dem hervorging, dass Hendrik Holt nicht zurückkommen werde. Zusammen mit weiteren Ermittlungserkenntnissen gehen die Behörden deshalb inzwischen ausdrücklich von einer Flucht aus.

Ist seine Familie mit ihm verschwunden?

Auch hierzu gibt es bislang keine amtliche Bestätigung. Medien berichten, Holt könne zusammen mit seiner Ehefrau sowie einem Kind und einem Baby unterwegs sein. Die Staatsanwaltschaft hat diese Angaben bislang nicht bestätigt.

Damit bleibt derzeit offen, ob Holt die Flucht allein vorbereitet hat oder ob weitere Personen beteiligt sind.

Ausgerechnet jetzt gibt es neue Betrugsvorwürfe

Die Flucht fällt in eine für Holt ausgesprochen brisante Zeit. Gegen ihn liegt nach dem von Ihnen übermittelten Bericht bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück eine neue Strafanzeige wegen Betrugs vor.

Dabei soll es um den Verkauf beziehungsweise Erwerb des Flughafens Rostock-Laage und einen Kaufpreis von 3,1 Millionen Euro gehen. Holt bestreitet dem Bericht zufolge eine Beteiligung.

Der 36-Jährige ist kein Unbekannter für die Justiz. Das Landgericht Osnabrück verurteilte ihn 2022 in mehreren Verfahren zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fast neun Jahren. Gegenstand waren unter anderem bandenmäßiger Betrug, Bestechung und Urkundenfälschung. Holt und weitere Beteiligte hatten unter anderem vermeintliche Windparkprojekte vermarktet, die tatsächlich gar nicht existierten.

Und nun Moskau?

Genau hier wird der Fall interessant. Ein Instagram-Video aus Moskau ist noch kein Beweis dafür, dass sich Holt dort befindet. Ein Video kann vorproduziert, zeitversetzt veröffentlicht oder von einer anderen Person eingestellt worden sein. Ebenso könnte die Ortsangabe bewusst der Irreführung dienen.

Deshalb lässt sich die Frage „Na, wo ist er denn?“ momentan nur so beantworten:

Offiziell ist Hendrik Holts Aufenthaltsort unbekannt. Nach ihm wird gefahndet. Moskau beziehungsweise Russland ist aufgrund seiner eigenen Social-Media-Veröffentlichungen eine mögliche Spur – aber derzeit kein bestätigter Aufenthaltsort.

Gerade angesichts seiner Vorgeschichte wäre es voreilig, ausgerechnet eine von Holt selbst verbreitete Ortsangabe ungeprüft für bare Münze zu nehmen.

Ich kann die Fahndung und aktuelle Meldungen zu Holt weiter beobachten und Sie informieren, sobald sein tatsächlicher Aufenthaltsort bestätigt oder er festgenommen wird.

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