Die Windpark Timmeler Kampen GmbH & Co. KG mit Sitz in Großefehn hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2025 veröffentlicht. Die Zahlen geben einen Einblick in die Vermögens- und Finanzierungsstruktur der Gesellschaft.
Die Bilanzsumme belief sich zum 31. Dezember 2025 auf 11,04 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 11,73 Millionen Euro. Damit verringerte sie sich innerhalb eines Jahres um rund 690.000 Euro beziehungsweise 5,9 Prozent.
Ein wesentlicher Grund dafür ist der Rückgang des Anlagevermögens. Gleichzeitig zeigen sich auf der Finanzierungsseite eine höhere Eigenkapitalposition und geringere Verbindlichkeiten.
Anlagevermögen sinkt um mehr als eine Million Euro
Das Anlagevermögen stellt weiterhin den mit Abstand größten Teil des Vermögens der Windparkgesellschaft dar. Zum Jahresende 2025 wurden insgesamt 9,54 Millionen Euro ausgewiesen. Ende 2024 waren es noch 10,69 Millionen Euro.
Damit verringerte sich das Anlagevermögen um rund 1,15 Millionen Euro.
Den größten Posten bilden die Sachanlagen. Ihr Bilanzwert sank von rund 9,90 Millionen Euro auf 8,76 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang von etwa 1,14 Millionen Euro.
Bei einem Windpark ist ein hoher Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme grundsätzlich naheliegend, da die technische Infrastruktur langfristig im Unternehmen gebunden ist. Nach den Angaben im Jahresabschluss werden die Sachanlagen zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen erfolgen grundsätzlich linear und orientieren sich an der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer.
Auch die immateriellen Vermögensgegenstände gingen zurück. Sie wurden Ende 2025 mit 549.665 Euro bilanziert, nach 596.793 Euro im Vorjahr.
Die Finanzanlagen entwickelten sich dagegen in die andere Richtung. Ihr Wert erhöhte sich von 197.976,97 Euro auf 229.304,72 Euro.
Umlaufvermögen legt deutlich zu
Während das Anlagevermögen zurückging, verzeichnete das Umlaufvermögen einen deutlichen Anstieg. Es erhöhte sich innerhalb eines Jahres von 684.432,59 Euro auf 1.198.980,80 Euro.
Das entspricht einem Plus von rund 514.500 Euro beziehungsweise 75 Prozent.
Zu diesem Anstieg trugen sowohl höhere Forderungen als auch erheblich gestiegene liquide Mittel bei.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 766.189,87 Euro. Ein Jahr zuvor waren es 684.428,95 Euro.
Besonders bemerkenswert sind dabei die Forderungen gegenüber der Komplementärin. Unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden gegenüber der Komplementärin 684.110 Euro ausgewiesen. Im Vorjahr waren es 358.210,38 Euro. Dieser Posten hat sich damit innerhalb eines Jahres um knapp 326.000 Euro erhöht.
Nach Angaben im Anhang bestehen bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen keine Positionen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
Bankguthaben steigt von wenigen Euro auf rund 433.000 Euro
Eine der auffälligsten Veränderungen der Bilanz betrifft die liquiden Mittel.
Zum Ende des Jahres 2024 waren unter dem Bilanzposten für Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten lediglich 3,64 Euro ausgewiesen worden. Zum 31. Dezember 2025 waren es dagegen 432.790,93 Euro.
Damit verfügte die Gesellschaft am Bilanzstichtag über einen erheblich größeren unmittelbar verfügbaren Liquiditätsbestand als ein Jahr zuvor.
Zusammen mit den gestiegenen Forderungen führte diese Entwicklung dazu, dass das Umlaufvermögen trotz des Rückgangs beim Anlagevermögen deutlich zulegen konnte.
Eigenkapital steigt auf 2,64 Millionen Euro
Auch auf der Passivseite der Bilanz gibt es eine positive Veränderung: Das Eigenkapital der Windparkgesellschaft stieg.
Zum Jahresende 2025 belief es sich auf 2.644.082,43 Euro. Ende 2024 waren es 2.483.898,79 Euro.
Das entspricht einem Zuwachs von rund 160.184 Euro beziehungsweise 6,4 Prozent.
Das ausgewiesene Eigenkapital besteht aus den Kapitalanteilen der Kommanditisten. Ein Bilanzgewinn oder Bilanzverlust wird mit 0 Euro ausgewiesen.
Da gleichzeitig die Bilanzsumme zurückging, erhöhte sich auch der rechnerische Eigenkapitalanteil an der Bilanzsumme. Er lag Ende 2025 bei rund 24 Prozent. Im Vorjahr waren es etwa 21 Prozent.
Damit ist ein größerer Anteil des bilanzierten Vermögens durch Eigenkapital finanziert als noch ein Jahr zuvor.
Verbindlichkeiten sinken um fast eine Million Euro
Besonders deutlich ist die Veränderung bei den Verbindlichkeiten. Diese gingen von 8,94 Millionen Euro Ende 2024 auf 8,01 Millionen Euro zum Ende des Jahres 2025 zurück.
Das entspricht einer Verringerung um rund 928.000 Euro beziehungsweise 10,4 Prozent.
Trotz dieses Rückgangs bleiben die Verbindlichkeiten der größte Posten auf der Passivseite und spielen damit weiterhin eine entscheidende Rolle bei der Finanzierung der Gesellschaft.
Von den rund 8,015 Millionen Euro Verbindlichkeiten haben laut Anhang etwa 2,10 Millionen Euro eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.
Weitere rund 5,91 Millionen Euro haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Davon wiederum entfallen rund 265.400 Euro auf Verpflichtungen mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.
Außerdem enthält die Bilanz Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von 59.653,80 Euro.
Rückstellungen steigen deutlich
Entgegen der Entwicklung bei den Verbindlichkeiten nahmen die Rückstellungen zu.
Ende 2024 hatte die Gesellschaft Rückstellungen in Höhe von 217.751,08 Euro ausgewiesen. Ein Jahr später waren es 299.753,05 Euro.
Das entspricht einem Anstieg um rund 82.000 Euro oder 37,7 Prozent.
Nach Angaben der Gesellschaft werden bei der Bemessung der Rückstellungen alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Die Bewertung erfolge nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung.
Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden entsprechend den handelsrechtlichen Vorgaben abgezinst.
Rechnungsabgrenzungsposten gehen zurück
Auf der Aktivseite wurden Rechnungsabgrenzungsposten von 300.815,66 Euro ausgewiesen. Im Vorjahr waren es noch 352.378,78 Euro.
Auf der Passivseite gingen die Rechnungsabgrenzungsposten ebenfalls leicht zurück – von 86.835,17 Euro auf 82.489,24 Euro.
Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten laut Jahresabschluss im Voraus erhaltene Erträge, die wirtschaftlich nachfolgenden Geschäftsjahren zuzuordnen sind.
Keine Mitarbeiter neben der Geschäftsführung
Die Windpark Timmeler Kampen GmbH & Co. KG hat ihren Sitz in Großefehn und ist beim Handelsregister Aurich unter der Nummer HRA 1899 eingetragen.
Eigene Mitarbeiter beschäftigte die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2025 – abgesehen von der Geschäftsführung – nicht.
Die Geschäftsführung erfolgt durch die persönlich haftende Gesellschafterin Timmeler Kampen Verwaltungs GmbH mit Sitz in Großefehn.
Vertreten wird diese durch die Geschäftsführer Johann de Wall und Carsten de Wall. Beide sind einzelvertretungsberechtigt und von den Beschränkungen des Paragrafen 181 des Bürgerlichen Gesetzbuches befreit.
Jahresabschluss im Juli festgestellt
Der Jahresabschluss wurde in Großefehn am 17. Juni 2026 von Johann de Wall und Carsten de Wall unterzeichnet. Festgestellt wurde er nach den veröffentlichten Angaben am 10. Juli 2026.
Die Rechnungslegung erfolgte nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches sowie den ergänzenden Bestimmungen für Kapitalgesellschaften und bestimmte Personengesellschaften.
Bei den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gab es nach Angaben des Unternehmens gegenüber dem Vorjahr keine Veränderungen.
Bilanz zeigt Verschiebung der Finanzierungsstruktur
Insgesamt zeigt der Jahresabschluss 2025 eine deutliche Veränderung mehrerer wichtiger Bilanzpositionen.
Während die Bilanzsumme um knapp sechs Prozent zurückging, stieg das Eigenkapital um gut sechs Prozent und die Verbindlichkeiten reduzierten sich um mehr als zehn Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich das Umlaufvermögen erheblich und die liquiden Mittel stiegen auf rund 433.000 Euro.
Dem steht ein deutlicher Rückgang des Anlagevermögens gegenüber. Vor allem die Sachanlagen verloren bilanziell an Wert, was angesichts der im Jahresabschluss beschriebenen planmäßigen Abschreibungen einzuordnen ist.
Auffällig bleibt zudem der Anstieg der Forderungen gegenüber der Komplementärin auf mehr als 684.000 Euro.
Eine umfassende Aussage über die operative Ertragsentwicklung des Windparks lässt sich aus den vorliegenden Bilanzangaben allein allerdings nicht treffen. Dafür wären insbesondere Angaben aus der Gewinn- und Verlustrechnung zu Umsätzen, Betriebskosten, Abschreibungen, Zinsaufwendungen und Jahresergebnis erforderlich.