Der Jahresabschluss 2025 der Windpark Kooperation Nr. 1 Beteiligungs GmbH zeigt eine sehr kleine Gesellschaft mit überschaubarer Bilanzsumme. Positiv fällt auf, dass das Eigenkapital gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen ist und die liquiden Mittel zugenommen haben. Gleichzeitig bleibt die Gesellschaft operativ defizitär: Nach einem Fehlbetrag im Rumpfgeschäftsjahr 2024 wurde auch 2025 erneut ein Verlust ausgewiesen.
Die Gesellschaft mit Sitz in Bremen gehört zum Konzern der wpd GmbH und hält Finanzanlagen in Höhe von 5.000 Euro. Damit handelt es sich offensichtlich nicht um eine klassische operative Windparkgesellschaft mit großen Sachanlagen, sondern um eine Beteiligungsgesellschaft.
Bilanzsumme fast verdoppelt
Die Bilanzsumme stieg von 10.524,66 Euro auf 19.556,56 Euro. Das entspricht einem Zuwachs von gut 86 Prozent.
Dieser Anstieg ist vor allem auf die Liquidität zurückzuführen. Die Bankguthaben erhöhten sich von 5.524,66 Euro auf 14.556,56 Euro.
Das Anlagevermögen blieb dagegen unverändert bei lediglich 5.000 Euro und besteht vollständig aus Finanzanlagen.
Damit entfällt inzwischen rund drei Viertel der gesamten Aktivseite auf liquide Mittel.
Eigenkapital steigt auf mehr als 18.000 Euro
Das Eigenkapital erhöhte sich deutlich von 9.298,96 Euro auf 18.122,61 Euro.
Rechnerisch ergibt sich damit eine Eigenkapitalquote von rund 92,7 Prozent.
Das wirkt zunächst ausgesprochen solide. Allerdings muss die Entwicklung genauer betrachtet werden: Der Anstieg resultiert nicht aus einem positiven Jahresergebnis, sondern im Wesentlichen daraus, dass das bislang nicht vollständig eingeforderte Stammkapital nun vollständig eingezahlt wurde.
2024 waren von den 25.000 Euro gezeichnetem Kapital noch 12.500 Euro als nicht eingeforderte Einlage ausgewiesen. Ende 2025 beträgt das eingeforderte Kapital die vollen 25.000 Euro.
Die höhere Eigenkapitalquote ist deshalb vor allem eine Folge zusätzlicher Kapitalbereitstellung durch die Gesellschafter.
Zweites Jahr in Folge ein Verlust
Operativ ist die Entwicklung weniger erfreulich.
Für 2025 weist die Gesellschaft einen Jahresfehlbetrag von 3.676,35 Euro aus. Im Vorjahr waren es 3.201,04 Euro.
Hinzu kommt ein Verlustvortrag von 3.201,04 Euro.
Insgesamt sind damit zum Ende des Geschäftsjahres bereits rund 6.877 Euro an Verlusten aufgelaufen.
Das ist gemessen an den absoluten Beträgen zwar klein. Bezogen auf das Stammkapital von 25.000 Euro entspricht der kumulierte Verlust aber bereits mehr als einem Viertel des gezeichneten Kapitals.
Vorjahresvergleich nur eingeschränkt aussagekräftig
Bei der Interpretation ist ein wichtiger Hinweis aus dem Anhang zu berücksichtigen.
Das Geschäftsjahr 2024 war lediglich ein Rumpfgeschäftsjahr vom 18. März bis 31. Dezember 2024. Die Zahlen des Vorjahres sind deshalb mit dem vollständigen Geschäftsjahr 2025 nur eingeschränkt vergleichbar.
Der etwas höhere Jahresfehlbetrag 2025 lässt sich daher nicht ohne Weiteres als Verschlechterung interpretieren.
Entscheidend wäre vielmehr zu wissen, welche laufenden Verwaltungskosten entstehen und wann die Beteiligungsgesellschaft Erträge aus ihren Beteiligungen erwartet.
Finanzanlagen von nur 5.000 Euro
Bemerkenswert ist die geringe Höhe des eigentlichen Beteiligungsvermögens.
Die Gesellschaft weist lediglich 5.000 Euro Anteile an verbundenen Unternehmen aus.
Gemessen am Namen „Windpark Kooperation Nr. 1 Beteiligungs GmbH“ könnte man zunächst eine deutlich größere Beteiligungsstruktur erwarten. Der veröffentlichte Abschluss zeigt jedoch eine sehr kleine Bilanz.
Welche konkrete Gesellschaft hinter den 5.000 Euro Finanzanlagen steht und welche wirtschaftlichen Perspektiven diese Beteiligung besitzt, wird im Anhang nicht erläutert.
Genau das wäre für eine wirtschaftliche Bewertung besonders wichtig.
Keine Verbindlichkeiten ausgewiesen
Positiv ist, dass in der Bilanz keine Verbindlichkeiten ausgewiesen werden.
Auf der Fremdkapitalseite bestehen lediglich Rückstellungen von 1.433,95 Euro, nach 1.225,70 Euro im Vorjahr.
Damit hat die Gesellschaft keine erkennbare Bankverschuldung und auch keine ausgewiesenen sonstigen Schulden.
Aus Liquiditätssicht wirkt die Bilanz daher komfortabel: 14.557 Euro Bankguthaben stehen lediglich knapp 1.434 Euro Rückstellungen gegenüber.
Die eigentliche Frage lautet: Wann kommen Beteiligungserträge?
Für Anleger beziehungsweise für eine konzerninterne Bewertung ist deshalb weniger die Verschuldung interessant als die zukünftige Ertragsquelle.
Eine Beteiligungsgesellschaft kann über mehrere Jahre geringe Verluste verursachen, wenn zunächst nur Verwaltungs- und Abschlusskosten anfallen und Erträge aus Beteiligungen erst später entstehen.
Ob genau das hier geplant ist, lässt sich aus dem Jahresabschluss allerdings nicht ableiten.
Angaben zu Beteiligungserträgen, Dividenden, Gewinnausschüttungen verbundener Unternehmen oder einer konkreten Windparkentwicklung fehlen.
Einordnung: Kein akutes Bilanzrisiko, aber noch kein tragfähiger Ertragsnachweis
Die Gesellschaft wirkt bilanziell derzeit nicht angespannt.
Die Liquidität ist hoch im Verhältnis zur Bilanzsumme, es gibt keine ausgewiesenen Verbindlichkeiten und das Stammkapital wurde vollständig eingezahlt.
Problematisch ist eher die Frage der Ertragsfähigkeit.
Seit der Gründung wurden Verluste erwirtschaftet, während das Beteiligungsvermögen selbst lediglich 5.000 Euro beträgt. Sollte die Gesellschaft dauerhaft nur Kosten verursachen, würde das Eigenkapital schrittweise aufgezehrt.
Andererseits kann eine solche Struktur bei einer jungen Beteiligungsgesellschaft völlig normal sein, wenn konkrete Projekte oder Erträge erst in späteren Jahren anlaufen.
Fazit: Solide finanziert, aber wirtschaftlich noch in der Anlaufphase
Der Jahresabschluss 2025 vermittelt daher ein relativ klares Bild: Die Windpark Kooperation Nr. 1 Beteiligungs GmbH ist finanziell gut gepolstert, aber bislang nicht profitabel.
Positiv sind die vollständige Einzahlung des Stammkapitals, eine Eigenkapitalquote von rund 93 Prozent, die deutliche Zunahme der Liquidität und das Fehlen ausgewiesener Verbindlichkeiten.
Dem stehen ein erneuter Jahresverlust von 3.676 Euro und kumulierte Verluste von rund 6.877 Euro gegenüber.
Für eine belastbare Bewertung wäre deshalb vor allem entscheidend, welche Beteiligung hinter den 5.000 Euro Finanzanlagen steckt, wann daraus Erträge erwartet werden und welche Rolle die Gesellschaft innerhalb des wpd-Konzerns langfristig übernehmen soll.
Ohne diese Informationen lässt sich aus der Bilanz zwar keine akute finanzielle Schwäche erkennen – aber ebenso wenig bereits ein überzeugendes Geschäftsmodell mit nachgewiesener Ertragskraft.