An den Börsen geht es derzeit ungewöhnlich turbulent zu. Vor allem in den USA steigen oder fallen selbst die Aktien großer Unternehmen innerhalb eines einzigen Tages teilweise um 15 oder 20 Prozent. Für Anleger kann dadurch der Eindruck entstehen, mit den richtigen Aktien innerhalb kurzer Zeit sehr viel Geld verdienen zu können.
Doch gerade darin liegt eine große Gefahr. Immer mehr Privatanleger spekulieren mit geliehenem Geld. Wer langfristig Vermögen aufbauen möchte, sollte sich von solchen Wetten nicht verleiten lassen. Stattdessen kommt es auf eine vernünftige Mischung aus Aktien, Anleihen und möglicherweise Gold an.
Immer mehr Anleger spekulieren auf Kredit
Besonders auffällig ist die Entwicklung in den USA. Das Volumen der Wertpapierkredite soll innerhalb eines Jahres um rund 84 Prozent gestiegen sein.
Dabei leihen sich Anleger Geld, um damit zusätzliche Aktien oder andere Wertpapiere zu kaufen. Solange die Kurse steigen, kann das sehr lukrativ sein. Denn mit dem geliehenen Geld lassen sich die Gewinne erhöhen.
Das funktioniert allerdings auch in die andere Richtung.
Fallen die Kurse stark, entstehen schnell hohe Verluste. Anleger können dann gezwungen sein, zusätzliches Geld einzuzahlen oder ihre Wertpapiere zu verkaufen. Wenn sehr viele Anleger gleichzeitig verkaufen müssen, können die Kurse noch stärker fallen.
Aus einem normalen Kursrückgang kann dadurch eine regelrechte Abwärtsspirale entstehen.
Schneller Gewinn bedeutet meistens auch höheres Risiko
Besonders riskant sind sogenannte Hebelprodukte. Dazu gehören beispielsweise CFDs. Mit ihnen können Anleger mit vergleichsweise wenig eigenem Geld auf große Kursbewegungen setzen.
Die Aussicht auf hohe Gewinne ist verlockend. Das Verlustrisiko ist jedoch entsprechend groß. Nach den im Gastbeitrag genannten Angaben verlieren beim CFD-Handel rund 70 Prozent der Konten von Kleinanlegern Geld.
Wer langfristig Vermögen aufbauen möchte, sollte deshalb zwischen Investieren und Spekulieren unterscheiden.
Beim Investieren geht es darum, sein Geld über viele Jahre möglichst breit anzulegen und am wirtschaftlichen Wachstum teilzuhaben. Beim kurzfristigen Spekulieren versucht der Anleger dagegen vorherzusagen, ob einzelne Kurse in den nächsten Stunden, Tagen oder Wochen steigen oder fallen.
Was also mit 25.000 Euro machen?
Wer beispielsweise 25.000 Euro zur Verfügung hat, sollte nach Ansicht des Autors nicht versuchen, mit einzelnen besonders beliebten Aktien den schnellen Gewinn zu erzielen.
Stattdessen empfiehlt sich grundsätzlich eine Aufteilung auf verschiedene Anlageklassen.
Aktien als langfristiger Bestandteil
Den wichtigsten Bestandteil eines langfristigen Portfolios können international gestreute Aktien bilden.
Dabei sollte das Geld nicht nur in wenige deutsche oder amerikanische Unternehmen investiert werden. Eine breite internationale Streuung verteilt das Risiko auf zahlreiche Unternehmen, Branchen und Länder.
Wer nicht selbst einzelne Aktien auswählen möchte, kann eine solche Streuung beispielsweise über entsprechend breit angelegte Aktienfonds oder ETFs erreichen.
Aktien können allerdings erheblich schwanken. Deshalb eignen sie sich vor allem für Geld, das über einen längeren Zeitraum nicht benötigt wird.
Anleihen bringen Stabilität
Ein weiterer Teil des Geldes kann in qualitativ hochwertige Staats- und Unternehmensanleihen investiert werden.
Im Beitrag werden insbesondere Laufzeiten von zwei bis fünf Jahren genannt. Nach dem Anstieg der Zinsen können solche Anleihen wieder interessante Erträge bieten.
Ihre Aufgabe innerhalb eines gemischten Portfolios besteht vor allem darin, die teilweise erheblichen Schwankungen des Aktienmarktes abzufedern.
Anleihen sind allerdings ebenfalls nicht grundsätzlich risikofrei. Entscheidend sind unter anderem die Zahlungsfähigkeit des Herausgebers, die Laufzeit und die Entwicklung der Zinsen.
Gold als zusätzliche Absicherung
Auch Gold kann einen kleineren Bestandteil des Vermögens bilden.
Gold bringt zwar weder Zinsen noch Dividenden. Es wird jedoch häufig als Wertspeicher und Absicherung gegen außergewöhnliche wirtschaftliche oder politische Krisen eingesetzt.
Deshalb kann Gold innerhalb eines größeren Portfolios eine stabilisierende Funktion übernehmen. Es sollte allerdings nicht automatisch den größten Teil des Vermögens ausmachen.
Wie könnte eine Aufteilung aussehen?
Der Gastbeitrag nennt keine konkreten Prozentsätze für die 25.000 Euro. Aus seinen Empfehlungen lässt sich deshalb keine bestimmte Aufteilung wie etwa 60 Prozent Aktien, 30 Prozent Anleihen und 10 Prozent Gold ableiten.
Die Kernaussage ist vielmehr: Die richtige Mischung hängt von den persönlichen Verhältnissen ab. Entscheidend ist beispielsweise, wann das Geld wieder benötigt wird und wie große zwischenzeitliche Verluste ein Anleger verkraften kann.
Wer die 25.000 Euro möglicherweise schon in zwei Jahren für ein Auto, eine Immobilie oder eine andere größere Ausgabe benötigt, sollte anders investieren als jemand, der das Geld für die kommenden 15 oder 20 Jahre zurücklegen möchte.
Finger weg von Aktienkäufen auf Kredit
Eine der wichtigsten Aussagen des Beitrags betrifft schließlich nicht die Auswahl einer bestimmten Anlage, sondern die Finanzierung: Für den langfristigen Vermögensaufbau sollte kein Geld geliehen werden.
Kreditfinanzierte Börsengeschäfte können Gewinne vergrößern, aber ebenso Verluste dramatisch erhöhen. Genau diese Entwicklung sorgt derzeit für zusätzliche Risiken an den internationalen Aktienmärkten.
Für Anleger mit 25.000 Euro bedeutet das: Nicht dem nächsten schnellen Börsengewinn hinterherlaufen, sondern das Vermögen breit verteilen, Risiken begrenzen und langfristig denken. Aktien können dabei für Wachstum sorgen, Anleihen für mehr Stabilität und Gold für eine zusätzliche Absicherung in außergewöhnlichen Krisenzeiten.