Der Jahresbericht des Nomura Real Return Fonds zum 31.03.2026 zeigt aus Anlegersicht ein gemischtes Bild. Der Fonds verfolgt das Ziel, durch überwiegende Investitionen in inflationsgeschützte Staatsanleihen aus OECD-Ländern reale Erträge zu erzielen. Fremdwährungsrisiken werden dabei weitgehend abgesichert. Im Berichtsjahr erwies sich diese Strategie angesichts steigender Energiepreise und erneut zunehmender Inflationsrisiken grundsätzlich als sinnvoll.
Die tatsächliche Wertentwicklung blieb allerdings überschaubar. Die Anteilsklasse I/EUR erzielte 0,5 %, R/EUR lediglich 0,1 % und I/USD 2,5 %. Inflationsgeschützte Staatsanleihen entwickelten sich mit 1,4 % zwar besser als vergleichbare nominale Staatsanleihen mit 0,9 %, der Fonds konnte dieses Marktpotenzial in den EUR-Anteilsklassen jedoch nur teilweise ausschöpfen. Besonders für Privatanleger ist die R/EUR-Klasse kritisch zu betrachten: Ihre Gesamtkostenquote beträgt 1,07 %, gegenüber 0,70 % bei I/EUR. Die höheren Kosten belasten die ohnehin geringe Rendite deutlich.
Positiv ist die breite geografische Diversifikation. Das Management bevorzugte unter anderem inflationsgeschützte Anleihen aus Neuseeland, Australien, Dänemark und Kanada, während die USA, Großbritannien und Frankreich teilweise untergewichtet wurden. Zusätzlich wurden Laufzeiten und Zinsrisiken aktiv über Futures gesteuert. Damit handelt es sich nicht um einen rein passiven Inflationsschutz, sondern um einen aktiv gemanagten Rentenfonds. Das Portfolio bestand zum Bilanzstichtag zu 74,48 % aus Anleihen, während 7,55 % auf Bankguthaben entfielen. Das Fondsvermögen betrug rund 32,37 Mio. Euro.
Ein wichtiger Warnhinweis für Anleger ist die Entwicklung des verwalteten Vermögens der R/EUR-Klasse. Dieses sank von rund 42,3 Mio. Euro im Jahr 2023 auf 15,7 Mio. Euro 2026. Allein im aktuellen Geschäftsjahr kam es zu Netto-Mittelabflüssen von rund 5,7 Mio. Euro. Der Anteilswert selbst blieb dagegen mit 467,85 Euro gegenüber 467,73 Euro im Vorjahr nahezu stabil. Der Rückgang des Fondsvolumens ist somit vor allem auf Anteilsrückgaben und nicht auf massive Kursverluste zurückzuführen.
Auch die Ausschüttung sollte nicht mit einer tatsächlich erwirtschafteten laufenden Rendite verwechselt werden. Bei der R/EUR-Klasse entstand ein negatives realisiertes Jahresergebnis von rund −680.600 Euro. Für die Ausschüttung musste deshalb Geld aus dem Sondervermögen zugeführt werden. Ähnlich war die Situation bei I/EUR. Für Anleger ist dies ein wichtiger qualitativer Punkt, da die Ausschüttung somit nicht vollständig aus erwirtschafteten realisierten Erträgen finanziert wurde.
Das Risikoprofil erscheint dagegen vergleichsweise kontrolliert. Das Zinsänderungsrisiko wird vom Fonds als mittel eingestuft, Fremdwährungspositionen sind weitgehend abgesichert und Liquiditäts- sowie Adressausfallrisiken werden aufgrund der überwiegenden Anlage in liquide Staatsanleihen als gering beziehungsweise sehr gering bezeichnet. Dennoch sollten Anleger den umfangreichen Derivateeinsatz beachten: Das zugrunde liegende Derivate-Exposure betrug rund 49,8 Mio. Euro, und der durchschnittliche Leverage durch Derivate lag bei 2,54. Die Instrumente dienen zwar wesentlich der Steuerung und Absicherung von Zins- und Währungsrisiken, erhöhen aber die Komplexität der Strategie.
Fazit aus Anlegersicht: Der Nomura Real Return Fonds bietet einen professionell gemanagten und international diversifizierten Zugang zu inflationsgeschützten Staatsanleihen und kann insbesondere in einem Umfeld dauerhaft erhöhter Inflation interessant sein. Für eine defensive Portfoliobeimischung spricht zudem das vergleichsweise niedrige Kredit- und Liquiditätsrisiko. Weniger überzeugend sind dagegen die geringe EUR-Rendite, die relativ hohe Kostenbelastung der R-Klasse, erhebliche Mittelabflüsse sowie die Tatsache, dass Ausschüttungen teilweise aus dem Fondsvermögen finanziert wurden. Insgesamt erscheint der Fonds daher eher als spezialisierter Inflationsschutz und Diversifikationsbaustein denn als renditestarke Kernanlage.