Der Jahresbericht des SALytic Active Equity für das Geschäftsjahr vom 1. April 2025 bis zum 31. März 2026 zeigt aus Anlegersicht insgesamt eine positive, jedoch nicht risikofreie Entwicklung. Der Fonds verfolgt eine flexible Aktienstrategie und ist nicht an eine Benchmark gebunden. Mindestens 70 % des Vermögens sollen direkt oder indirekt über Aktien und Aktienfonds investiert werden. Dabei konzentriert sich das Management unter anderem auf Unternehmen mit stabilen oder steigenden Ausschüttungen sowie defensiven Geschäftsmodellen.
Wertentwicklung und Risiko
Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte der Fonds eine Performance von 9,39 %. Dem steht eine durchschnittliche Volatilität von 14,33 % gegenüber. Damit konnte der Fonds einen attraktiven Wertzuwachs erzielen, allerdings bei spürbaren Kursschwankungen. Für Anleger bedeutet dies, dass der Fonds eher für einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont und eine entsprechende Risikobereitschaft geeignet ist.
Auch längerfristig zeigt sich eine positive Entwicklung des Anteilwerts: Dieser stieg von 64,72 Euro im März 2023 auf 79,49 Euro im März 2026. Gleichzeitig sank das Fondsvermögen deutlich von rund 34,3 Mio. Euro auf 17,85 Mio. Euro. Im aktuellen Geschäftsjahr verzeichnete der Fonds Netto-Mittelabflüsse von rund 2,18 Mio. Euro, da Rücknahmen von 4,17 Mio. Euro lediglich Mittelzuflüsse von 1,99 Mio. Euro gegenüberstanden. Für Anleger ist dies ein Punkt, der beobachtet werden sollte, auch wenn daraus allein noch keine negative Aussage über die Anlagequalität abgeleitet werden kann.
Portfolio und Konzentrationsrisiken
Zum Bilanzstichtag waren 41,95 % des Fondsvermögens direkt in Aktien und weitere 53,16 % in Investmentfonds investiert. Lediglich rund 4,9 % lagen als Bankguthaben vor. Auffällig ist damit der hohe Anteil an Zielfonds und ETFs.
Besonders stark ist die indirekte Ausrichtung auf den US-Aktienmarkt. Zu den fünf größten Positionen gehören ein iShares-Nasdaq-100-ETF mit 9,93 %, zwei S&P-500-Produkte mit 7,81 % bzw. 7,78 %, ein gleichgewichteter S&P-500-ETF mit 6,70 % sowie ein weiterer S&P-500-ETF mit 5,78 % des Fondsvermögens. Allein diese fünf Positionen repräsentieren damit rund 38 % des gesamten Fondsvermögens.
Für Anleger ist diese Struktur zweischneidig: Einerseits ermöglichen die ETFs eine breite Diversifikation über zahlreiche Unternehmen. Andererseits entstehen erhebliche Überschneidungen zwischen Nasdaq-100 und verschiedenen S&P-500-Produkten. Die tatsächliche Abhängigkeit von großen US-Unternehmen dürfte deshalb höher sein, als die Anzahl der einzelnen Fondspositionen zunächst vermuten lässt.
Bei den direkt gehaltenen Aktien ist die Branchenstruktur dagegen relativ breit verteilt. Finanzwerte stellen mit 12,05 % die größte direkte Aktienposition dar, gefolgt von Industrie mit 7,84 % und Technologie mit 7,37 %. Zu den größeren Einzelaktien gehören unter anderem ASML mit 3,92 %, BNP Paribas mit 2,27 %, Rheinmetall mit 2,02 % und Air Liquide mit 1,99 %.
Ergebnisqualität und Ausschüttung
Der Fonds erwirtschaftete einen ordentlichen Nettoertrag von rund 267.000 Euro. Wesentlich stärker zum Jahresergebnis trugen jedoch realisierte Kursgewinne bei: Realisierten Gewinnen von 4,39 Mio. Euro standen Verluste von rund 705.000 Euro gegenüber, sodass aus Veräußerungsgeschäften ein Gewinn von 3,68 Mio. Euro entstand. Gleichzeitig verschlechterte sich das nicht realisierte Ergebnis um rund 2,47 Mio. Euro. Unter dem Strich verblieb ein Jahresergebnis von 1,48 Mio. Euro.
Für Anleger ist außerdem die Ausschüttung interessant. Insgesamt werden 426.658 Euro beziehungsweise 1,90 Euro je Anteil ausgeschüttet. Ein erheblicher Teil des verfügbaren Ergebnisses wird dagegen wieder angelegt oder auf neue Rechnung vorgetragen.
Kosten
Die Gesamtkostenquote beträgt 1,07 % pro Jahr, hinzu kamen Transaktionskosten von 15.644,61 Euro. Für einen aktiv gesteuerten Fonds erscheint die Kostenquote grundsätzlich überschaubar. Allerdings sollte berücksichtigt werden, dass mehr als die Hälfte des Vermögens in anderen Investmentfonds steckt, deren eigene Verwaltungsvergütungen teilweise zusätzlich anfallen. Diese reichen bei den ausgewiesenen Zielfonds von 0,03 % bis zu 1,30 % jährlich.
Die Portfolioumschlagsrate von 78,82 % zeigt zudem, dass das Management vergleichsweise aktiv umschichtet. Dies ermöglicht eine schnelle Anpassung an Marktveränderungen, kann aber zugleich höhere Handelskosten verursachen.
Chancen und Risiken aus Anlegersicht
Positiv hervorzuheben sind die Rendite von 9,39 %, die breite Mischung aus direkten Aktien und Fonds sowie die Flexibilität des Managements ohne feste Benchmark. Gleichzeitig bestehen relevante Risiken. Neben den allgemeinen Aktienmarkt- und Währungsrisiken nennt der Bericht ausdrücklich geopolitische Konflikte und mögliche Auswirkungen auf Energiepreise, Lieferketten und die Kapitalmärkte.
Aus Portfoliosicht erscheint vor allem die starke indirekte Konzentration auf US-Aktien und insbesondere große Technologie- und Wachstumsunternehmen relevant. Mehrere der größten ETFs bilden ähnliche Märkte ab. Bei einer Schwäche des US-Aktienmarktes beziehungsweise großer US-Technologiewerte könnten daher mehrere bedeutende Fondspositionen gleichzeitig belastet werden.
Hinzu kommt, dass es sich um einen Artikel-6-Fonds handelt. Die zugrunde liegenden Investitionen berücksichtigen nicht die EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten; auch PAI-Kriterien werden innerhalb der fondsspezifischen Anlagestrategie nicht berücksichtigt. Für Anleger, die besonderen Wert auf eine explizite nachhaltige Anlagestrategie legen, ist dies ein Nachteil.
Fazit
Aus Anlegersicht liefert der SALytic Active Equity für 2025/26 ein insgesamt solides Ergebnis mit einer attraktiven positiven Rendite, allerdings bei einem nicht unerheblichen Risikoniveau. Positiv sind die Wertentwicklung, die grundsätzlich breite Aktienbasis und die flexible Anlagepolitik. Kritisch zu sehen sind dagegen die hohen Mittelabflüsse, die Überschneidungen zwischen mehreren US-ETFs sowie die daraus entstehende Konzentration auf den amerikanischen Aktienmarkt.
Der Fonds eignet sich damit vor allem für Anleger, die langfristig orientiert sind, Aktienmarktschwankungen akzeptieren und eine aktiv gesteuerte Kombination aus Einzeltiteln und ETFs bevorzugen. Wer dagegen eine besonders kostengünstige, klar benchmarkorientierte oder explizit nachhaltige Anlage sucht, sollte die Fondsstruktur und mögliche Alternativen genauer vergleichen.
Insgesamt vermittelt der Jahresbericht ein positives, aber differenziertes Bild: Die Performance überzeugt, während Portfolio-Konzentration, Mittelabflüsse und Kosten der Zielfonds die wichtigsten Punkte darstellen, die Anleger künftig im Auge behalten sollten.