Dark Mode Light Mode

Volksbank Westmünsterland Aktiv: Solide Rendite und breite Streuung – aber Kosten und US-Dollar-Risiko bleiben im Blick

geralt (CC0), Pixabay

Der Jahresbericht des Volksbank Westmünsterland Aktiv für das Geschäftsjahr vom 1. April 2025 bis 31. März 2026 zeichnet aus Anlegersicht ein insgesamt solides Bild. Der international ausgerichtete Mischfonds verfolgt das Ziel, langfristiges Kapitalwachstum mit marktgerechten Erträgen zu verbinden und dabei ökologische sowie soziale Kriterien zu berücksichtigen. Im Berichtsjahr wurden die Anlagebedingungen im Zuge neuer ESG-Vorgaben angepasst.

Besonders positiv fällt die Wertentwicklung von 5,73 % nach BVI-Methode im Geschäftsjahr auf. Das Fondsvermögen erhöhte sich von rund 80,5 Mio. Euro auf 84,7 Mio. Euro. Gleichzeitig stieg der Anteilwert von 72,20 Euro auf 76,33 Euro. Auch längerfristig zeigt sich eine positive Entwicklung: Ende März 2023 lag der Anteilwert noch bei 57,05 Euro, 2024 bei 67,00 Euro und 2025 bei 72,20 Euro.

Das Portfolio ist vergleichsweise breit diversifiziert. Rund 50 % des Fondsvermögens entfielen auf Aktien, weitere etwa 40 % auf Investmentfonds, darunter insbesondere Renten-, Aktien- und Immobilienfonds. Hinzu kamen Edelmetallpositionen und Liquidität. Innerhalb des Aktienportfolios wurde die Gewichtung stärker nach Nordamerika verlagert. Der Technologiesektor stellte mit 22 % des Aktienvermögens den größten Branchenschwerpunkt dar, gefolgt vom Finanzsektor mit 18 %.
Diese Ausrichtung bietet Anlegern Chancen, führt jedoch auch zu Konzentrationsrisiken. Insbesondere die starke Positionierung in Nordamerika und im Technologiesektor macht die Fondsentwicklung stärker von großen US-Unternehmen und der Entwicklung der amerikanischen Aktienmärkte abhängig. Hinzu kommt ein relevantes Währungsrisiko: 37 % des Fondsvermögens waren zum Geschäftsjahresende in Fremdwährungen investiert, davon allein 32 % im US-Dollar. Eine deutliche Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar könnte daher die in Euro gemessene Fondsrendite belasten.

Aus Anlegersicht ist außerdem die Kostenstruktur zu beachten. Die Verwaltungsvergütung beträgt 1,30 % jährlich, während die im Berichtszeitraum ausgewiesene Gesamtkostenquote 1,65 % erreichte. Zusätzlich fällt beim Erwerb aktuell ein Ausgabeaufschlag von 1,95 % an. Eine erfolgsabhängige Vergütung wurde dagegen nicht erhoben. Gerade bei langfristiger Anlage reduzieren laufende Kosten dieser Größenordnung den Zinseszinseffekt und stellen eine relevante Hürde gegenüber kostengünstigeren passiven Anlageprodukten dar.

Das Risikoprofil entspricht einem klassischen Mischfonds mit bedeutendem Aktienanteil. Neben Aktienkursrisiken bestehen Zins-, Kredit-, Währungs- und Kontrahentenrisiken. Der Fonds setzt zudem Derivate ein, wobei deren Anteil am Nettovermögen zum Bilanzstichtag mit 0,05 % gering war. Das zugrunde liegende Derivate-Exposure belief sich allerdings auf rund 4,2 Mio. Euro. Der durchschnittliche potenzielle Risikobetrag für das Marktrisiko wurde im Berichtsjahr mit 4,27 % angegeben.

Fazit aus Anlegersicht: Der Volksbank Westmünsterland Aktiv hat im Geschäftsjahr 2025/26 mit einem Wertzuwachs von 5,73 % ein ordentliches Ergebnis erzielt und bietet durch die Kombination aus Aktien, Renten-, Immobilien- und weiteren Anlagen eine breite Diversifikation. Positiv sind zudem die steigenden Anteilwerte der vergangenen Jahre und die flexible Vermögensallokation. Dem stehen jedoch eine Gesamtkostenquote von 1,65 %, ein Ausgabeaufschlag sowie relevante Aktien-, Technologie- und US-Dollar-Risiken gegenüber. Für Anleger, die eine aktiv gemanagte und breit aufgestellte Mischfondslösung mit Nachhaltigkeitskomponente suchen, kann der Fonds interessant sein. Entscheidend bleibt jedoch, ob das aktive Management langfristig einen ausreichenden Mehrwert erwirtschaftet, um die gegenüber günstigeren passiven Anlageformen höheren Kosten zu rechtfertigen.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

BGH stärkt Wohnungseigentümer: Eigentümergemeinschaft muss Klimaanlage auf dem Balkon unter bestimmten Voraussetzungen dulden

Next Post

Windpark Losheim Nr. 30 ApS & Co. KG: Eigenkapital wächst deutlich – doch hohe Steuerlast und Millionenforderungen werfen Fragen auf