Erneut haben Betrüger in Sachsen-Anhalt mit verschiedenen Maschen hohe Geldbeträge erbeutet. Besonders betroffen waren in dieser Woche zwei Seniorinnen im Landkreis Stendal, die durch sogenannte Schockanrufe um mehrere Tausend Euro gebracht wurden. Auch in Bitterfeld-Wolfen wurde ein Mann Opfer eines Betrugs im Zusammenhang mit einem vermeintlichen Kaufangebot. Die Polizei warnt eindringlich vor den immer raffinierter werdenden Methoden der Täter.
Schockanrufe bringen Seniorinnen um Ersparnisse
Nach Angaben der Polizei erhielten eine 87-jährige und eine 72-jährige Frau im Landkreis Stendal Anrufe von bislang unbekannten Tätern. Diese gaben sich als Polizeibeamte oder andere Amtspersonen aus und behaupteten, ein naher Angehöriger habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht.
Um eine angeblich drohende Haft abzuwenden, verlangten die Anrufer hohe Geldsummen oder Wertgegenstände. Die beiden Frauen glaubten den erfundenen Geschichten und übergaben den Betrügern jeweils mehrere Tausend Euro.
Weitere Betrugsmasche in Bitterfeld-Wolfen
Nicht nur Senioren geraten ins Visier der Täter. In Bitterfeld-Wolfen wurde ein Mann bei einem vermeintlichen Kaufgeschäft getäuscht. Nach Polizeiangaben gelang es den Betrügern, an sensible Bankdaten beziehungsweise die PIN des Geschädigten zu gelangen und dadurch einen erheblichen finanziellen Schaden zu verursachen.
Die Polizei macht deutlich, dass Kriminelle ihre Vorgehensweisen ständig anpassen und sowohl ältere als auch jüngere Menschen ins Visier nehmen.
Polizei warnt vor psychologischem Druck
Bei sogenannten Schockanrufen setzen Betrüger gezielt auf Angst und Zeitdruck. Die Opfer sollen glauben, ein Familienmitglied befinde sich in einer akuten Notlage und könne nur durch eine schnelle Geldzahlung vor schwerwiegenden Konsequenzen bewahrt werden.
Die Polizei betont, dass Behörden, Staatsanwaltschaften oder Gerichte niemals am Telefon Geld, Schmuck oder andere Wertsachen fordern.
So können sich Bürger schützen
Die Polizei empfiehlt, bei unerwarteten Anrufen mit Geldforderungen grundsätzlich misstrauisch zu sein. Betroffene sollten das Gespräch sofort beenden und Angehörige unter den bekannten Telefonnummern kontaktieren, um den geschilderten Sachverhalt zu überprüfen.
Ebenso wichtig ist es, am Telefon keine persönlichen Daten, Bankinformationen oder PIN-Nummern preiszugeben. Wer Zweifel hat, sollte sich direkt an die örtliche Polizeidienststelle wenden.
Fazit
Die aktuellen Fälle zeigen erneut, wie professionell Betrüger vorgehen und gezielt das Vertrauen sowie die Hilfsbereitschaft ihrer Opfer ausnutzen. Mit erfundenen Notlagen oder manipulierten Kaufangeboten gelingt es ihnen immer wieder, hohe Geldbeträge zu erbeuten. Die Polizei appelliert deshalb an die Bevölkerung, bei ungewöhnlichen Anrufen oder Zahlungsaufforderungen besonders wachsam zu sein und im Zweifel lieber einmal mehr nachzufragen als vorschnell zu handeln.