Die deutsche Brauwirtschaft trauert um eine ihrer prägendsten Unternehmerpersönlichkeiten. Werner Brombach, langjähriger Inhaber und Geschäftsführer der Privatbrauerei Erdinger Weißbräu, ist im Alter von 86 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit verstorben. Das teilte das Traditionsunternehmen mit. Mit seinem Tod verliert die deutsche Braubranche einen Unternehmer, der das Weißbier weit über die Grenzen Bayerns hinaus international bekannt machte.
Vom Familienbetrieb zum Weltmarktführer
Als Werner Brombach 1965 in die von seinem Vater geführte Brauerei eintrat, produzierte Erdinger jährlich rund 40.000 Hektoliter Weißbier. Nach dem Tod seines Vaters übernahm er 1975 die alleinige Verantwortung und leitete den konsequenten Ausbau des Unternehmens ein.
Unter seiner Führung entwickelte sich Erdinger zur größten privaten Weißbierbrauerei der Welt. Heute wird das Bier in mehr als 100 Länder exportiert. Trotz des internationalen Erfolgs hielt Brombach stets an seiner Philosophie fest, ausschließlich am Standort Erding zu brauen. Diese Ein-Standort-Strategie galt lange als Markenzeichen des Unternehmens.
Marketing mit Weitblick
Werner Brombach erkannte früh, dass Markenbildung weit über die Qualität des Produkts hinausgeht. Erdinger setzte über Jahrzehnte auf prominente Werbepartner aus dem Spitzensport.
Zu den bekanntesten Markenbotschaftern gehörten unter anderem Franz Beckenbauer, Jürgen Klopp, Magdalena Neuner, Patrick Lange und zuletzt Thomas Müller. Gleichzeitig positionierte Brombach das alkoholfreie Weißbier erfolgreich als isotonisches Sportgetränk – eine Strategie, die sich als wirtschaftlich äußerst erfolgreich erwies.
Nachfolge früh geregelt
Bereits 2022 zog sich Brombach aus der operativen Geschäftsführung zurück. Im Jahr 2025 überführte er seine Unternehmensanteile in eine Familienstiftung, um die langfristige Unabhängigkeit der Brauerei zu sichern. Bis zuletzt blieb er als Vorstand der Stiftung eng mit dem Unternehmen verbunden.
Ein Unternehmer mit klarer Linie
Brombach galt als bodenständig, zugleich aber als konsequenter Unternehmer. Während viele Brauereien auf Fusionen oder Produktionsverlagerungen setzten, hielt er am Familienunternehmen und am Standort Erding fest.
Diese Strategie erwies sich wirtschaftlich als erfolgreich. Dennoch blieb auch Erdinger von den Herausforderungen der Brauwirtschaft nicht unberührt. Steigende Produktionskosten, ein verändertes Konsumverhalten und ein rückläufiger Bierkonsum in Deutschland stellen die gesamte Branche zunehmend vor Herausforderungen. Brombach reagierte darauf früh mit einer stärkeren Internationalisierung und dem Ausbau alkoholfreier Produkte.
Ein prägender Unternehmer der deutschen Brauwirtschaft
Mit Werner Brombach verliert die deutsche Braubranche eine Persönlichkeit, die den Erfolg eines traditionellen Familienunternehmens über Jahrzehnte maßgeblich geprägt hat. Sein unternehmerischer Mut, seine langfristige Strategie und seine konsequente Markenführung machten Erdinger zu einer international bekannten Biermarke.
Auch wenn sich der Biermarkt weiter verändert und der Wettbewerb zunimmt, bleibt Brombachs Lebenswerk eng mit der Erfolgsgeschichte des bayerischen Weißbiers verbunden. Sein Name wird untrennbar mit dem Aufstieg von Erdinger vom regionalen Familienbetrieb zu einer weltweit bekannten Traditionsmarke verbunden bleiben.