Die 173. WestWind Windpark GmbH & Co. KG hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2024 veröffentlicht. Der Windparkbetreiber aus Kirchdorf präsentiert sich dabei insgesamt stabil, wenngleich einige Kennzahlen auf Herausforderungen und Risiken hinweisen, die Anleger im Blick behalten sollten.
Anlagevermögen bleibt das Fundament des Unternehmens
Das Anlagevermögen bildet weiterhin den mit Abstand größten Vermögensposten der Gesellschaft. Es belief sich zum Jahresende auf rund 7,09 Millionen Euro nach 7,59 Millionen Euro im Vorjahr. Der Rückgang ist überwiegend auf die planmäßigen Abschreibungen der Windenergieanlagen zurückzuführen und stellt bei einem laufenden Windparkbetrieb keine ungewöhnliche Entwicklung dar.
Die Sachanlagen machen mit über 7 Millionen Euro nahezu das gesamte Anlagevermögen aus. Dies zeigt, dass die Gesellschaft weiterhin stark auf die operative Nutzung ihrer Windenergieanlagen ausgerichtet ist.
Deutlicher Anstieg der Forderungen
Auffällig ist die Entwicklung im Umlaufvermögen. Dieses stieg von rund 593.000 Euro auf knapp 1,17 Millionen Euro an. Hauptursache ist ein erheblicher Anstieg der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände von rund 285.000 Euro auf 940.000 Euro.
Besonders ins Auge fällt dabei die Position der Forderungen gegenüber Gesellschaftern. Diese erhöhte sich von lediglich rund 105 Euro auf mehr als 585.000 Euro. Aus Sicht von Anlegern stellt sich hier die Frage, aus welchem Grund derart hohe Forderungen gegenüber Gesellschaftern entstanden sind und wann mit einem Ausgleich gerechnet werden kann.
Liquidität leicht rückläufig
Die verfügbaren Bankguthaben gingen im Jahresverlauf von rund 308.000 Euro auf knapp 228.000 Euro zurück. Zwar verfügt die Gesellschaft weiterhin über liquide Mittel, der Rückgang verdeutlicht jedoch, dass finanzielle Mittel gebunden wurden.
Eigenkapital verbessert sich leicht
Positiv zu bewerten ist die Entwicklung des Eigenkapitals. Dieses erhöhte sich von rund 708.000 Euro auf 750.000 Euro. Die Eigenkapitalbasis bleibt jedoch im Verhältnis zur Bilanzsumme von über 8,2 Millionen Euro relativ gering.
Die Eigenkapitalquote liegt damit bei lediglich rund neun Prozent. Dies bedeutet, dass das Unternehmen weiterhin stark fremdfinanziert ist.
Hohe Verschuldung bleibt größter Risikofaktor
Die Verbindlichkeiten betragen zum Bilanzstichtag rund 7,46 Millionen Euro und machen damit den überwiegenden Teil der Passivseite aus.
Zwar gingen die Schulden gegenüber dem Vorjahr leicht zurück, dennoch bleibt die finanzielle Hebelwirkung erheblich. Besonders relevant ist dabei, dass rund 6,95 Millionen Euro langfristige Verbindlichkeiten darstellen.
Mehr als 4,64 Millionen Euro der Schulden weisen sogar eine Restlaufzeit von über fünf Jahren auf. Gleichzeitig sind Verbindlichkeiten in Höhe von 7,38 Millionen Euro durch Pfandrechte oder ähnliche Sicherheiten abgesichert. Für Kreditgeber bedeutet dies eine hohe Absicherung, für Anleger zeigt sich jedoch die starke Belastung der Vermögenswerte.
Rückstellungen steigen deutlich
Die Rückstellungen erhöhten sich von rund 5.900 Euro auf knapp 32.000 Euro. Auch wenn die Summe insgesamt überschaubar bleibt, deutet der deutliche Anstieg auf gestiegene Verpflichtungen oder erwartete Belastungen hin.
Zusätzlich besteht eine Bankbürgschaft über 166.600 Euro zur Absicherung des späteren Rückbaus der Windenergieanlagen. Diese Verpflichtung gehört zu den langfristigen Herausforderungen jedes Windparkprojekts.
Keine Mitarbeiter beschäftigt
Wie bei vielen Windparkgesellschaften beschäftigt die Gesellschaft keine eigenen Arbeitnehmer. Der Betrieb erfolgt über externe Dienstleister und die Komplementärgesellschaft.
Bewertung aus Anlegersicht
Die 173. WestWind Windpark GmbH & Co. KG zeigt im Geschäftsjahr 2024 ein insgesamt stabiles Bild. Die Windenergieanlagen bilden weiterhin eine solide Vermögensbasis, und die langfristige Finanzierung wurde leicht reduziert.
Positiv fallen insbesondere die stabile Bilanzsumme, die leicht verbesserte Eigenkapitalposition und die weiterhin vorhandene Liquidität auf.
Kritisch betrachtet werden sollten jedoch die sehr hohe Verschuldung, die niedrige Eigenkapitalquote sowie der starke Anstieg der Forderungen gegenüber Gesellschaftern. Anleger dürften insbesondere beobachten, ob diese Forderungen zeitnah zurückgeführt werden und wie sich die Schuldenstruktur in den kommenden Jahren entwickelt.
Fazit
Die 173. WestWind Windpark GmbH & Co. KG bleibt ein klassischer langfristig finanzierter Windparkbetreiber. Das operative Fundament erscheint stabil, allerdings ist die Gesellschaft weiterhin stark kreditfinanziert. Für Anleger ergibt sich damit ein gemischtes Bild: Einerseits sorgen die bestehenden Windenergieanlagen für eine solide Basis, andererseits begrenzen die hohe Verschuldung und die gestiegenen Forderungen gegenüber Gesellschaftern den finanziellen Spielraum. Die weitere Entwicklung der Liquidität und der Schulden wird daher entscheidend für die wirtschaftliche Stabilität der kommenden Jahre sein.