Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt vor Angeboten auf der Website obsidian-group(.)org. Nach Erkenntnissen der Aufsichtsbehörde werden über diese Plattform ohne die erforderliche Genehmigung Finanz-, Wertpapier- sowie Kryptowerte-Dienstleistungen angeboten.
Zweifel an angeblicher Regulierung
Der Betreiber tritt unter der Bezeichnung „Obsidian Group“ auf, ohne eine konkrete Rechtsform zu nennen. Auf der Website wird zudem behauptet, eine Registrierung bei der Cyprus Securities and Exchange Commission (CySEC) zu besitzen.
Diese Angabe konnte jedoch nach Angaben der BaFin nicht bestätigt werden. Damit bestehen erhebliche Zweifel an der behaupteten regulatorischen Zulassung.
Verbindung zu weiteren Trading-Plattformen
Die BaFin weist außerdem darauf hin, dass die Website obsidian-group(.)org nahezu identisch mit der Seite parex-am.com ist, vor der die Aufsicht bereits zuvor gewarnt hatte.
Nach vorliegenden Hinweisen gehören auch mehrere inzwischen inaktive Internetseiten zu derselben Plattformstruktur, darunter:
- vertex-market.com
- aspenholdingsltd.com
- tradingessentials.pro
Solche Netzwerke aus mehreren, teilweise kurzlebigen Domains sind ein typisches Muster im Bereich betrügerischer Online-Handelsplattformen. Wird eine Seite öffentlich beanstandet, weichen die Betreiber häufig auf neue Internetadressen aus.
Erlaubnispflicht für Finanz- und Kryptodienstleistungen
Wer in Deutschland Finanz- oder Wertpapierdienstleistungen sowie Dienstleistungen im Zusammenhang mit Kryptowerten anbieten möchte, benötigt dafür eine ausdrückliche Zulassung der BaFin. Anbieter ohne diese Genehmigung unterliegen keiner staatlichen Finanzaufsicht.
Die Warnung basiert auf § 37 Absatz 4 Kreditwesengesetz sowie § 10 Absatz 7 Kryptomärkteaufsichtsgesetz. Diese Regelungen ermöglichen es der BaFin, die Öffentlichkeit über Anbieter zu informieren, die möglicherweise unerlaubt tätig sind.
Vorsicht bei Online-Investments
Die BaFin rät gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt und den Landeskriminalämtern grundsätzlich zu erhöhter Vorsicht bei Geldanlagen im Internet. Professionelle Webseiten, angebliche internationale Lizenzen oder vermeintliche Broker können Seriosität vortäuschen.
Ob ein Anbieter tatsächlich von der BaFin zugelassen ist, lässt sich in der offiziellen Unternehmensdatenbank überprüfen. Zudem informiert die Aufsicht regelmäßig über typische Betrugsmaschen, etwa im Verbraucherschutzpodcast „Vorsicht, Betrug“.
Der Fall obsidian-group(.)org zeigt erneut: Hinter scheinbar professionellen Handelsplattformen können komplexe Betrugsstrukturen stehen. Eine sorgfältige Prüfung der Anbieter bleibt daher der wichtigste Schutz für Anlegerinnen und Anleger.