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Trump droht Nigeria mit weiteren Luftangriffen wegen Gewalt gegen Christen

In einem kontroversen Interview mit der New York Times hat der ehemalige US-Präsident Donald Trump angedeutet, dass es in Nigeria zu weiteren amerikanischen Luftangriffen kommen könnte – sollte die Gewalt gegen Christen andauern. Die Aussagen haben international für Aufsehen gesorgt und werfen erneut ein Licht auf die komplexe Sicherheitslage im westafrikanischen Land.

Trump bezog sich dabei auf die Luftschläge vom 25. Dezember im nördlichen Bundesstaat Sokoto. Ziel dieser Angriffe waren zwei Lager der islamistischen Gruppe Lakurawa, die laut US-Angaben Verbindungen zur IS-nahe stehenden Gruppierungen im Sahelgebiet hat. Über Opferzahlen schweigen sowohl die USA als auch Nigeria bislang.

„Ich würde es gern bei einem einmaligen Schlag belassen. Aber wenn Christen weiter getötet werden, wird es viele Schläge geben“, sagte Trump. Auf die Frage, ob nicht auch viele Muslime Opfer der Gewalt seien, antwortete er: „Ich glaube, dass auch Muslime getötet werden. Aber vor allem sind es Christen.“

Nigerias Regierung hat diese Darstellung zurückgewiesen. Sprecher Alkasim Abdulkadir erklärte, dass sowohl Christen als auch Muslime gleichermaßen unter Angriffen litten. Man sei bestrebt, alle Bürger des Landes zu schützen – unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit. Außenminister Yusuf Maitama Tuggar betonte zudem, dass die Luftschläge einvernehmlich und mit Zustimmung des nigerianischen Präsidenten Bola Tinubu erfolgt seien. Sie seien weder religiös motiviert noch speziell auf das Weihnachtsfest abgestimmt gewesen, obwohl Trump die Angriffe als „Weihnachtsgeschenk“ bezeichnete.

Nigeria steht seit über 15 Jahren im Nordosten des Landes unter dem Einfluss islamistischer Gruppierungen wie Boko Haram und Ablegern des IS. Diese Gruppen haben tausende Todesopfer gefordert und Millionen Menschen zur Flucht gezwungen. Die Sicherheitslage ist zusätzlich durch kriminelle Entführungen, ethnische Konflikte und separatistische Bewegungen in anderen Teilen des Landes angespannt.

Der Vorwurf eines gezielten Völkermords an Christen, wie er in konservativen Kreisen der USA erhoben wird, ist unter Experten umstritten. Viele unabhängige Beobachter weisen darauf hin, dass muslimische Gemeinschaften ebenso unter der Gewalt extremistischer Gruppen leiden.

Trotz der brisanten Lage betonen sowohl Nigeria als auch die USA ihre Absicht, weiterhin partnerschaftlich zusammenzuarbeiten – im Rahmen des Völkerrechts und unter Wahrung der staatlichen Souveränität Nigerias.

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