Es ist ein Ort, an dem normalerweise Kinder lachen, schaukeln und spielen. Doch der Spielplatz an der Hofterbergstraße im Essener Ostviertel wurde im vergangenen Herbst zum Schauplatz einer tragischen Gewalttat, deren Folgen nun tödlich endeten. Ein 81 Jahre alter Mann ist Wochen nach einem Angriff durch Jugendliche im Krankenhaus gestorben. Die mutmaßlichen Täter sind weiterhin unbekannt.
Am 3. November gegen 13 Uhr kam es auf dem Spielplatz, der zwischen der Frida-Levy-Gesamtschule und der Münsterschule liegt, zu einer folgenschweren Auseinandersetzung. Nach bisherigen Erkenntnissen geriet der damals 80-jährige Rentner mit einer Gruppe männlicher Jugendlicher zunächst in einen verbalen Streit. Was genau den Konflikt auslöste, ist bis heute unklar.
Doch die Situation eskalierte. Die Jugendlichen sollen auf den Senior eingeschlagen haben. Der Mann stürzte zu Boden und blieb schwer verletzt liegen. Ein Zeuge beobachtete das Geschehen und alarmierte umgehend den Rettungsdienst. Sanitäter versorgten den Verletzten vor Ort und brachten ihn in ein Krankenhaus.
Dort begann ein wochenlanger Kampf ums Überleben. Trotz schwerer Verletzungen blieb der Mann ansprechbar und konnte seinen Angehörigen noch von der Attacke berichten. Sogar seinen Geburtstag erlebte er noch im Krankenhaus. Doch Ende Dezember erlag er schließlich den Folgen der erlittenen Verletzungen.
Besonders bitter: Bis zu seinem Tod wussten die Ermittlungsbehörden offenbar nichts von dem Angriff. Erst im Zuge des Todesfalls wurde der Vorfall bekannt und ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Nun ermittelt das Polizeipräsidium Essen gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft wegen Körperverletzung mit Todesfolge.
Die Täter sind weiterhin flüchtig. Ob es sich bei den Jugendlichen um Schüler der benachbarten Schulen handelt, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. „Das können wir derzeit noch nicht feststellen. Wir stehen dazu auch im Kontakt mit den Schulen“, erklärte ein Polizeisprecher.
Die Polizei setzt nun auf die Mithilfe der Bevölkerung. Gesucht werden Zeugen, die den Streit oder den Angriff auf dem Spielplatz beobachtet haben oder Hinweise zu den beteiligten Jugendlichen geben können. Jede noch so kleine Beobachtung könnte helfen, die Tat aufzuklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
Ein Spielplatz, eigentlich ein Ort der Unbeschwertheit, bleibt zurück als Mahnmal einer Eskalation mit tödlichem Ausgang – und eine Familie trauert um einen Mann, der diesen Ort lebend verließ, aber nie wieder nach Hause zurückkehren sollte.