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Tödlicher Brand in Schweizer Bar: Keine Kontrolle seit fünf Jahren

Nach dem verheerenden Brand in der Bar Le Constellation im Schweizer Skiort Crans-Montana kommen zunehmend schwerwiegende Versäumnisse ans Licht. Wie die lokalen Behörden mitteilten, war das Lokal seit dem Jahr 2019 nicht mehr feuerpolizeilich überprüft worden. Bei dem Feuer in den frühen Morgenstunden des Neujahrstags kamen 40 Menschen ums Leben, mehr als 100 weitere wurden verletzt.

Der Präsident des Gemeinderats von Crans-Montana, Nicolas Féraud, erklärte auf einer Pressekonferenz, man bedaure zutiefst, dass die vorgeschriebenen Kontrollen über Jahre hinweg ausgeblieben seien. Die Gemeinde sei bereit, jede Verantwortung zu übernehmen, die ihr von der Justiz zugesprochen werde. Normalerweise müssten Bars und ähnliche Betriebe jährlich überprüft werden, insbesondere mit Blick auf brandgefährdete Bereiche wie Küchen.

Brisant ist zudem, dass die bestehenden Vorschriften keine Kontrolle von schallisolierenden Materialien an der Decke vorsehen. Genau diese Schaumstoffdämmung steht nun im Verdacht, das rasche Ausbreiten des Feuers begünstigt zu haben. Frühere Inspektionen hatten daran keinen Mangel festgestellt.

Die Schweizer Staatsanwaltschaft hat eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet. Ob auch die Gemeindeverwaltung Teil der Ermittlungen wird, sollen laut Féraud die Richter entscheiden. Die Betreiber der Bar stehen bereits im Fokus der Polizei. Ihnen werden fahrlässige Tötung, fahrlässige Brandstiftung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen. Ein weiteres Lokal derselben Betreiber wurde inzwischen vorsorglich geschlossen.

Besonders erschütternd ist das Alter vieler Opfer: Unter den Toten und Verletzten befanden sich auch Jugendliche. Insgesamt waren 15 der Opfer unter 18 Jahre alt, die jüngsten erst 14 Jahre. Dies wirft Fragen zur Einhaltung der Alterskontrollen auf.

Zwar seien laut Behördenangaben zwei Notausgänge für die zugelassene Besucherzahl ausreichend gewesen, dennoch prüfen Ermittler, ob diese am Abend des 31. Dezember tatsächlich zugänglich waren. Zeugenaussagen deuten darauf hin, dass ein Notausgang im Kellerbereich möglicherweise verschlossen war.

Als unmittelbare Konsequenz kündigte die Gemeinde ein Verbot von Pyrotechnik in geschlossenen Räumen an. Das Feuer soll ersten Erkenntnissen zufolge durch Wunderkerzen in Champagnerflaschen ausgelöst worden sein.

„Diese Woche war persönlich sehr schwer“, sagte Féraud abschließend. Die Tragödie und das Leid der betroffenen Familien werde er nie vergessen.

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