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Vom Beatle-Bass zur Existenzkrise: Traditionsmarke Höfner steht vor ungewisser Zukunft

Pexels (CC0), Pixabay

Kaum ein deutsches Unternehmen ist so eng mit der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts verbunden wie Höfner. Der fränkische Instrumentenbauer, dessen Name untrennbar mit den Beatles und dem legendären „Beatle-Bass“ verknüpft ist, steht nach 138 Jahren vor einer existenziellen Zäsur. Das Amtsgericht Fürth hat das Insolvenzverfahren über die Karl Höfner GmbH & Co. KG eröffnet – ein tiefer Einschnitt für eine Marke, die einst Weltruhm erlangte.

Berühmt wurde Höfner durch ein Instrument, das Musikgeschichte schrieb: den Violinbass 500/1. Anfang der 1960er-Jahre griff Paul McCartney zu dem markanten Bass mit der geigenartigen Form – und prägte damit den Sound einer ganzen Generation. Der warme, runde Klang des Instruments wurde zum akustischen Fundament der Beatles, deren Erfolg mit mehr als einer Milliarde verkauften Tonträgern bis heute unerreicht ist. McCartney selbst schwärmte von der Leichtigkeit des Spiels und den klanglichen Möglichkeiten des Basses, der ihm kreative Freiheit verlieh.

Doch der Glanz dieser Ära kann die aktuellen wirtschaftlichen Probleme nicht überstrahlen. Am Unternehmenssitz im Baiersdorfer Ortsteil Hagenau herrscht derzeit große Unsicherheit. 54 Mitarbeiter fertigen dort noch immer in traditioneller Handarbeit E-Bässe, Geigen, Celli, Kontrabässe, Gitarren und Zubehör. Nun bangen sie um ihre Arbeitsplätze. Ihre Gehälter sind vorerst nur bis Februar durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert.

Dabei war Höfner zuletzt keineswegs ein kleines Nischenunternehmen: Rund 6,5 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftete die Firma, etwa 65 Prozent davon im Export. Doch die Auftragslage hat sich spürbar verschlechtert. Belastungen im internationalen Handel, unter anderem durch die amerikanische Zollpolitik, haben das traditionsreiche Haus zusätzlich unter Druck gesetzt.

Mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Hubert Ampferl soll nun geprüft werden, ob und wie der Betrieb stabilisiert werden kann. Ziel ist es, Investoren zu finden und eine tragfähige Neuausrichtung zu ermöglichen. Ampferl kündigte an, alle Optionen auszuloten, um den Standort in Bayern und die traditionsreiche Fertigung zu sichern. Auch die Geschäftsführung setzt auf einen starken Partner, der die Marke Höfner in die Zukunft führen kann.

Höfner war einst der größte Hersteller von Streich- und Zupfinstrumenten im deutschsprachigen Raum. Gegründet 1887 im böhmischen Schönbach, später nach Bayern umgesiedelt, stehen die Instrumente bis heute auf Bühnen und in Studios rund um den Globus. Ob diese lange Geschichte fortgeschrieben werden kann, entscheidet sich nun in den kommenden Monaten. Sicher ist nur: Mit der Insolvenz endet ein Kapitel deutscher Musik- und Handwerksgeschichte – und ein neues, ungewisses beginnt.

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