Die Altersarmut in Deutschland verschärft sich weiter. Nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes steigt die Zahl der Rentnerinnen und Rentner, die zusätzlich zur Rente auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, erneut an. Im dritten Quartal kamen rund 6.000 weitere Betroffene hinzu. Damit beziehen inzwischen mehr als drei Viertel Millionen ältere Menschen Grundsicherung im Alter.
Besonders auffällig ist dabei die Geschlechterverteilung: Der überwiegende Teil der Betroffenen sind Frauen. Gründe dafür liegen unter anderem in unterbrochenen Erwerbsbiografien, Teilzeitarbeit, niedrigen Löhnen sowie geringeren Rentenansprüchen aus früheren Jahren. Viele Frauen erreichen trotz jahrzehntelanger Arbeit keine Rente, die für ein Leben oberhalb des Existenzminimums ausreicht.
Politisch sorgt die Entwicklung für scharfe Kritik. Sahra Wagenknecht, Gründerin des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), sprach von einem „Skandal“ und warf der Politik vor, die Lebensleistung vieler älterer Menschen nicht ausreichend zu würdigen. Sie forderte ein umfassendes Maßnahmenpaket gegen Altersarmut. Dazu zählen aus ihrer Sicht deutliche Rentenerhöhungen, niedrigere Abgaben für Rentnerinnen und Rentner sowie steuerliche Entlastungen.
Die Zahlen machen deutlich, dass Altersarmut längst kein Randphänomen mehr ist, sondern ein wachsendes gesellschaftliches Problem. Während die Lebenshaltungskosten steigen, geraten immer mehr ältere Menschen finanziell unter Druck. Experten warnen, dass sich die Situation ohne grundlegende Reformen weiter verschärfen dürfte – mit erheblichen sozialen Folgen für die Betroffenen und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt insgesamt.