Darmstadt erlebt kurz vor Jahresende einen Fund, der selbst erfahrene Ermittler staunen ließ. Bei der Durchsuchung eines Einfamilienhauses stießen Fahnder auf ein Arsenal, das eher an ein illegales Großlager als an den Besitz eines Jugendlichen erinnert: Rund 33.000 Feuerwerkskörper, etwa acht Kilogramm Cannabis, gefälschte Markenwaren und mehr als 10.000 Euro Bargeld. Der mutmaßliche Besitzer ist gerade einmal 19 Jahre alt.
Was zunächst nach einem Routineeinsatz aussah, entwickelte sich rasch zu einer spektakulären Entdeckung. In mehreren Räumen des Hauses stapelten sich die Kartons mit verbotener Pyrotechnik. Daneben fanden die Beamten eine Feinwaage, zwei Messer sowie weitere Gegenstände, die auf organisierten Handel hindeuten. Eine Genehmigung für den Besitz der explosiven Ware konnte der junge Mann nicht vorweisen.
Besonders brisant: Während der laufenden Durchsuchung versuchte der 19-Jährige offenbar zu fliehen. Sein Plan scheiterte jedoch – die Einsatzkräfte konnten ihn noch im Haus stellen. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde er zunächst auf freien Fuß gesetzt.
Nun ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft mit Hochdruck. Im Fokus steht vor allem die Frage, woher die enorme Menge an Böllern stammt und wofür sie gedacht war. Neben Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz stehen auch Ermittlungen wegen Drogenbesitzes, möglichem Handel sowie wegen der sichergestellten Fälschungen im Raum.
Der Fall sorgt nicht nur wegen der schieren Menge für Aufsehen, sondern auch wegen des Alters des Tatverdächtigen. Ob der Mega-Fund Teil eines größeren Netzwerks ist oder ein riskantes Einzelunternehmen eines jungen Mannes, müssen die weiteren Ermittlungen zeigen. Fest steht: Die sichergestellten Böller hätten eine erhebliche Gefahr dargestellt – nicht nur zum Jahreswechsel.