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Mehr Tempo, mehr ICE – aber auch weniger Halte: Das ändert der neue DB-Fahrplan für Reisende im Norden

moerschy (CC0), Pixabay

Mit dem heutigen Tag ist auch im Norden Deutschlands der neue Fahrplan der Deutschen Bahn in Kraft getreten. Er bringt vor allem im Fernverkehr spürbare Veränderungen: Auf stark nachgefragten Strecken soll es mehr Züge, kürzere Fahrzeiten und dichtere Takte geben. Gleichzeitig fallen an anderer Stelle Verbindungen weg – ein Punkt, der vor allem bei Fahrgastverbänden auf Kritik stößt. Pro Bahn spricht insbesondere für Niedersachsen von „mehr Schatten als Licht“.

Ausbau der ICE-Sprinter und schnellere Verbindungen

Ein zentrales Element des neuen Fahrplans ist der weitere Ausbau des ICE-Sprinter-Netzes. Zwischen Hamburg und Frankfurt am Main werden künftig mehr dieser besonders schnellen Züge eingesetzt. Sie halten nur noch in Hannover und verkürzen dadurch die Reisezeit deutlich. Zudem soll Hamburg künftig im Halbstundentakt mit Süddeutschland verbunden sein – ein spürbarer Ausbau für Geschäftsreisende und Pendler auf dieser stark frequentierten Achse.

Auch auf der Strecke Hamburg–Hannover setzt die Bahn auf mehr Kapazität. Dort kommen verstärkt lange ICE-4-Züge zum Einsatz, die deutlich mehr Sitzplätze bieten. Ziel ist es, die hohe Nachfrage besser abzufangen und überfüllte Züge zu vermeiden.

Neue Direktverbindungen – vor allem Richtung Süden

Mehrere Städte im Norden profitieren von neuen oder erweiterten Direktverbindungen. Flensburg, Braunschweig und Hildesheim erhalten jeweils eine neue tägliche Direktverbindung zum Flughafen Frankfurt am Main. Reisende aus Wolfsburg bekommen zusätzliche Direktzüge in den Rhein-Neckar-Raum.

Auch Kiel wird besser angebunden: Statt bislang drei ICE-Verbindungen fahren nun täglich sechs ICE direkt nach Stuttgart. Aus Bremen gibt es künftig jeweils dreimal täglich Direktverbindungen nach Berlin sowie nach Frankfurt beziehungsweise Karlsruhe über Hannover. Zudem entfällt bei den ICE-Zügen zwischen Hamburg und München die bislang übliche Zugteilung in Bremen – ein Schritt, der nach Angaben der Bahn Verspätungen reduzieren soll.

Mehr Züge Richtung Nordsee und Ostsee

Auf der stark nachgefragten Strecke Hamburg–Köln setzt die Bahn bis zu fünf zusätzliche Züge pro Tag ein, meist in einem nahezu halbstündlichen Takt. Teilweise führen diese Verbindungen auch weiter nach Westerland auf Sylt.

Ein Blick in die nähere Zukunft: Ab Juli 2026 sollen täglich zwei ICE von Osnabrück und Bremen direkt an die Ostsee fahren – nach Stralsund, Binz auf Rügen sowie nach Greifswald. Außerdem werden neue ICE-Direktverbindungen zwischen Stralsund und Frankfurt am Main sowie zwischen Binz und Saarbrücken eingeführt.

ICE L: Neuer barrierefreier Hochgeschwindigkeitszug

Mit dem Fahrplan 2026 beginnt auch die Einführung des ICE L, des ersten barrierefreien Hochgeschwindigkeitszugs der Deutschen Bahn. Ab Mai soll er zwischen Berlin, Hamburg und Westerland auf Sylt unterwegs sein. Ab Mitte Juli folgen Direktverbindungen von Nordrhein-Westfalen und Frankfurt am Main auf die Nordseeinsel. Die Bahn verbindet damit höhere Geschwindigkeit mit besserer Zugänglichkeit für mobilitätseingeschränkte Reisende.

Weniger Halte auf schwächer nachgefragten Strecken

Nicht alle Änderungen stoßen auf Zustimmung. Aufgrund hoher Kostensteigerungen und wirtschaftlicher Zwänge streicht die Bahn einige Fernverkehrshalte. In Lübeck, Bad Bevensen, Hannover-Langenhagen und Peine halten ab dem Fahrplanwechsel keine Fernverkehrszüge mehr. Fahrgastverbände kritisieren, dass sich damit die Erreichbarkeit gerade außerhalb der großen Metropolen verschlechtere.

Berlin–Hamburg: Geduld bis Mai nötig

Für viele Reisende im Norden bleibt ein Datum besonders wichtig: der 1. Mai des kommenden Jahres. Bis dahin ist die Strecke Berlin–Hamburg wegen einer umfassenden Generalsanierung vollständig gesperrt. Zwischen Hamburg und Schwerin verkehren noch bis zum 30. April Ersatzbusse. Erst danach soll der reguläre Zugverkehr wieder aufgenommen werden.

Fazit: Mehr Angebot auf Hauptachsen, Einschnitte in der Fläche

Der neue DB-Fahrplan bringt für den Norden schnellere Verbindungen, dichtere Takte und neue Direktzüge – vor allem auf stark genutzten Strecken. Gleichzeitig müssen kleinere Städte und weniger nachgefragte Verbindungen Einschnitte hinnehmen. Für viele Reisende bedeutet der Fahrplan daher Fortschritt und Frust zugleich – je nachdem, von wo aus sie unterwegs sind.

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