Ein möglicher bewaffneter Mann hat am Abend für erhebliche Unruhe im südniedersächsischen Duderstadt gesorgt. Nach mehreren übereinstimmenden Zeugenaussagen über eine verdächtige Person mit einer mutmaßlichen Langwaffe räumte die Polizei vorsorglich den dortigen Weihnachtsmarkt. Die Maßnahme erfolgte aus Sicherheitsgründen und sollte mögliche Gefahren für Besucher konsequent ausschließen.
Laut Polizei meldeten mehrere Zeugen unabhängig voneinander, sie hätten einen jungen Mann mit einer Langwaffe im Bereich des Weihnachtsmarktes gesehen. Die beschriebene Person soll zwischen 17 und 20 Jahre alt gewesen sein. Ob es sich tatsächlich um eine scharfe Schusswaffe handelte oder möglicherweise um eine Attrappe, ein Spielzeug oder ein anderes Objekt, ist bislang unklar. Dennoch entschied sich die Polizei angesichts der sensiblen Lage für ein schnelles und entschlossenes Vorgehen.
Binnen kurzer Zeit wurde der Weihnachtsmarkt geräumt. Besucherinnen und Besucher mussten das Gelände verlassen, Einsatzkräfte sicherten die Umgebung und suchten nach dem Verdächtigen. Parallel dazu lief eine Fahndung im Stadtgebiet. Trotz intensiver Maßnahmen konnte der Mann bislang nicht gefunden werden. Verletzte gab es nach bisherigen Erkenntnissen nicht.
Der Leiter der Polizeiinspektion Göttingen, Marco Hansmann, kündigte an, die Sicherheitsmaßnahmen in Duderstadt deutlich auszuweiten. In den kommenden Tagen werde die Polizeipräsenz sichtbar erhöht, um weitere Vorfälle zu verhindern und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken. Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren, insbesondere die Auswertung von Zeugenaussagen und möglichem Bildmaterial.
Der Vorfall verdeutlicht, wie sensibel die Sicherheitslage bei Großveranstaltungen in der Vorweihnachtszeit ist. Weihnachtsmärkte ziehen viele Menschen an und stehen deshalb besonders im Fokus der Sicherheitsbehörden. Hinweise auf mögliche Bedrohungen würden grundsätzlich ernst genommen, selbst wenn sich später herausstellen sollte, dass keine konkrete Gefahr bestand.
Für viele Besucher kam die Räumung überraschend und sorgte für Verunsicherung. Die Polizei betonte jedoch, dass Vorsicht in solchen Situationen oberste Priorität habe. Lieber werde ein Einsatz zu viel ausgelöst als ein Risiko für Leib und Leben in Kauf genommen.
Ob und wann der Weihnachtsmarkt wieder geöffnet wird, hängt von den weiteren Ermittlungen und der Einschätzung der Sicherheitslage ab. Die Polizei ruft mögliche weitere Zeugen dazu auf, sich zu melden, um zur Aufklärung des Vorfalls beizutragen. Ziel bleibe es, den Sachverhalt vollständig zu klären und die Sicherheit in Duderstadt dauerhaft zu gewährleisten.