Die deutsche Finanzaufsicht BaFin warnt eindringlich vor der WhatsApp-Gruppe „A20 DAX Experten Alliaz“. Nach Angaben der Behörde geben sich die unbekannten Betreiber fälschlich als die Trade Republic Bank GmbH mit Sitz in Berlin aus. Tatsächlich stammen die Angebote nicht von Trade Republic – es handelt sich um einen klaren Fall von Identitätsmissbrauch.
In der WhatsApp-Gruppe werden Verbraucherinnen und Verbraucher dazu verleitet, angeblich über eine Smartphone-Anwendung mit dem Namen „TRB“ Finanzprodukte zu handeln. Nach Erkenntnissen der BaFin bieten die Betreiber jedoch ohne Erlaubnis Bankgeschäfte sowie Finanz- und Wertpapierdienstleistungen an. Eine entsprechende Zulassung liegt nicht vor.
So läuft die Masche ab: Vertrauensaufbau mit System
Aus zahlreichen vergleichbaren Fällen kennt die BaFin einen typischen Ablauf, der auch hier vermutet wird:
Zunächst werden auf sozialen Netzwerken Werbeanzeigen geschaltet. Darin werden kostenlose Aktienempfehlungen, exklusive Börsentipps oder Schulungen zum Aktienhandel versprochen. Häufig wird mit bekannten Wirtschaftsexperten, prominenten Namen oder sogar mit lizenzierten Banken und Instituten geworben – ohne deren Wissen oder Zustimmung.
Interessierte Nutzerinnen und Nutzer werden aufgefordert, über WhatsApp Kontakt aufzunehmen und einer Gruppe beizutreten. Dort tritt ein vermeintlicher Börsenexperte auf, der regelmäßig Marktanalysen und Anlagetipps teilt. Unterstützt wird er meist von einer angeblichen Assistenz, die den Chat moderiert und persönlichen Kontakt zu den Gruppenmitgliedern hält.
In Online-Seminaren oder „Unterrichtsstunden“ werden zunächst scheinbar seriöse Inhalte vermittelt. Ziel ist es, über Wochen hinweg Vertrauen aufzubauen. Erst später wird ein angeblich besonders innovatives Investmentmodell vorgestellt – häufig verbunden mit außergewöhnlich hohen Gewinnversprechen.
Von Testgewinnen zur Kostenfalle
Besonders perfide: In einigen Fällen dürfen Anlegerinnen und Anleger die angebliche Handelsplattform oder App testweise nutzen. Teilweise stellen die Betreiber sogar kleine Geldbeträge zur Verfügung. Kleine Auszahlungen sind anfangs möglich, um Seriosität vorzutäuschen.
Doch spätestens danach beginnt der eigentliche Betrug:
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Einzahlungen sollen über ausländische Konten oder Kryptowährungen erfolgen
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Der Druck zu immer höheren Einzahlungen steigt
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Auszahlungen werden verzögert, an Bedingungen geknüpft oder ganz verweigert
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Webseiten und Apps wechseln häufig ihre Adresse oder verschwinden plötzlich
Nicht selten wird auch ein eigener Krypto-Token beworben, der angeblich nur „vorbörslich“ oder für einen exklusiven Kreis verfügbar sei.
Kein Anlegerschutz, hohes Verlustrisiko
Die BaFin stellt klar:
Wer in Deutschland Bankgeschäfte, Wertpapierdienstleistungen oder Kryptowerte-Dienstleistungen anbietet, benötigt eine ausdrückliche Erlaubnis der Finanzaufsicht. Fehlt diese, gibt es keinen Anlegerschutz. Im Schadensfall sind Rückforderungen oft kaum durchsetzbar.
Die Finanzaufsicht rät daher dringend:
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keine Einzahlungen auf Aufforderung aus Messenger-Gruppen leisten
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keine unbekannten Apps oder Handelsplattformen installieren
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Anbieter stets in der Unternehmensdatenbank der BaFin überprüfen
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bei bereits geleisteten Zahlungen frühzeitig rechtlichen Rat einholen
Messenger-Dienste als neues Einfallstor für Anlagebetrug
Der Fall „A20 DAX Experten Alliaz“ zeigt erneut, wie stark WhatsApp, Telegram und Instagram inzwischen für unseriöse oder betrügerische Finanzangebote missbraucht werden. Gruppendynamik, persönliche Ansprache und der Anschein von Exklusivität erhöhen den psychologischen Druck – ein bewährtes Mittel der Täter.
Die Warnung der BaFin erfolgt auf Grundlage von § 37 Absatz 4 Kreditwesengesetz und reiht sich in eine wachsende Zahl ähnlicher Veröffentlichungen ein.
Fazit:
Wo mit bekannten Namen, hohen Renditen und angeblich exklusiven Gruppen geworben wird, ist besondere Vorsicht geboten. Seriöse Banken und Finanzdienstleister akquirieren keine Kunden über WhatsApp-Gruppen – und versprechen schon gar keine schnellen Gewinne.