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Onlineboom statt Einkaufsstraße: Immer mehr Deutsche bestellen ihre Weihnachtsgeschenke bei Temu & Co.

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Das Online-Kaufverhalten der Deutschen verändert sich spürbar – und das mitten im wichtigen Weihnachtsgeschäft. Einer aktuellen YouGov-Umfrage zufolge hat bereits jeder achte Deutsche (12 Prozent) Geschenke oder andere Produkte bei asiatischen Shopping-Portalen wie Temu oder Shein bestellt. Weitere neun Prozent planen einen Einkauf dort noch vor den Feiertagen.

Rasanter Umsatzanstieg der Plattformen

Der Handelsverband Deutschland (HDE) geht davon aus, dass Temu und Shein allein im November und Dezember in Deutschland einen Umsatz von bis zu einer Milliarde Euro erzielen könnten. Das sei ein bemerkenswerter Wert – vor allem angesichts der Tatsache, dass beide Plattformen erst seit wenigen Jahren auf dem deutschen Markt aktiv sind.

Der Erfolg dieser Portale wird häufig auf

  • extrem niedrige Preise,

  • aggressive Rabattaktionen,

  • und eine massive Werbeoffensive in sozialen Netzwerken
    zurückgeführt. Hinzu kommt die große Produktbreite – von Kleidung über Elektronik bis hin zu Geschenkartikeln.

Stationärer Einzelhandel unter Druck

Für den klassischen Einzelhandel sind diese Entwicklungen ein deutliches Warnsignal. Viele Innenstädte und Einkaufszentren melden, dass das Weihnachtsgeschäft nur schleppend anläuft. Besucherfrequenzen seien geringer als erwartet, und die Umsätze liegen laut HDE teilweise unter dem Niveau der Vorjahre.

Energie- und Lebenshaltungskosten belasten weiterhin viele Haushalte. Daher greifen Verbraucher zu günstigeren Angeboten – und finden diese zunehmend online, häufig direkt bei Anbietern aus China.

Verbraucher schätzen Preisvorteile – Experten warnen

Während Käufer vor allem die niedrigen Kosten und die große Auswahl schätzen, warnen Verbraucherschützer regelmäßig vor

  • mangelnder Produktqualität,

  • Intransparenz bei Rücksendungen,

  • lange Lieferzeiten,

  • sowie möglichen Sicherheits- und Datenschutzproblemen.

Auch die Umweltbilanz der teils sehr günstigen Produkte ist umstritten, ebenso wie die Arbeitsbedingungen entlang der Lieferketten.

Handel hofft auf letzte Adventswochen

Trotz des verhaltenen Starts hofft der deutsche Einzelhandel, dass sich in den letzten Adventswochen mehr Kundinnen und Kunden für den Kauf vor Ort entscheiden. Traditionell sind die Tage kurz vor Weihnachten die umsatzstärkste Zeit des Jahres.

Ob der Trend jedoch ausreicht, um die starken Onlinezuwächse auszugleichen, ist fraglich. Viele Experten gehen davon aus, dass die Dominanz von Plattformen wie Temu und Shein weiter zunehmen wird – und den stationären Handel langfristig zu tiefgreifenden Veränderungen zwingt.

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