Nach dem Schusswaffenangriff auf zwei Angehörige der Nationalgarde in Washington D.C. werden neue Details zum Hintergrund des Tatverdächtigen bekannt. Der 29-jährige Mann, der in der Nacht zu Donnerstag das Feuer eröffnet und beide Soldaten schwer verletzt haben soll, war nach Behördenangaben vor vier Jahren aus Afghanistan in die USA ausgeflogen worden.
Der Mann gehörte demnach einer afghanischen Einheit an, die eng mit verschiedenen US-Stellen zusammenarbeitete. Dazu soll auch ein Nachrichtendienst gehört haben. Grundlage für seine Ausreise im Jahr 2021 war seine frühere Tätigkeit für amerikanische Behörden sowie das Sicherheitsrisiko nach dem Machtwechsel in Afghanistan. Damals waren mehr als 120.000 Ortskräfte und Angehörige in andere Länder evakuiert worden.
Der Tatverdächtige erhielt Anfang dieses Jahres Asyl in den Vereinigten Staaten. Hinweise auf Vorstrafen gab es laut offiziellen Stellen nicht.
Reaktion der Regierung
Nach dem Angriff wurde die Polizeipräsenz in der Hauptstadt verstärkt. Außerdem wurde die Zahl der eingesetzten Nationalgardisten erhöht. Hintergrund ist eine anhaltende Debatte über die Sicherheitslage in Washington, nachdem Statistiken in den vergangenen Jahren steigende Gewaltkriminalität ausgewiesen hatten.
Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat dauern an. Motive des Schützen sind bislang nicht bekannt. Die beiden verletzten Soldaten befinden sich weiterhin in medizinischer Behandlung.