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WHO warnt vor rasantem Anstieg der Masernfälle weltweit

Alexandra_Koch (CC0), Pixabay

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schlägt angesichts stark steigender Masernzahlen Alarm. Die hochansteckende Infektionskrankheit breitet sich weltweit wieder aus – besonders stark in Nordamerika –, und die Gesundheitsbehörde sieht mehrere Ursachen für die Entwicklung.

Impflücken durch Desinformation

Nach Angaben der WHO wächst die Zahl der Erkrankungen vor allem in Regionen, in denen die Impfquote sinkt. Verantwortlich dafür seien Falschinformationen über Impfstoffe, die sich in sozialen Netzwerken rasant verbreiten. Die internationale Impfexpertin Kate O’Brien warnte, dass viele Länder dadurch wieder anfälliger für Ausbrüche seien. „Für große Teile der Welt läuten die Alarmglocken“, sagte sie.

Die WHO betont, dass Masern eigentlich gut vermeidbar wären: Die Impfung ist seit Jahrzehnten bewährt und bietet einen sehr hohen Schutz. Dennoch sei eine zunehmende Skepsis gegenüber Impfungen zu beobachten – ein Trend, der sich durch schrumpfende Hilfsgelder für Impfprogramme zusätzlich verschärfe.

Nordamerika verliert masernfreien Status

Besonders stark betroffen sind derzeit Kanada und die USA. Kanada hat seinen Status als masernfreies Land nach einem großen Ausbruch mit rund 5.000 registrierten Fällen verloren. Auch in den USA wurden bislang etwa 1.700 Erkrankungen gemeldet, drei Menschen starben. In zahlreichen Bundesstaaten sei die Impfquote seit Jahren rückläufig, teilte die WHO mit.

2024 kam es weltweit in 59 Ländern zu Masernausbrüchen – darunter auch in europäischen Staaten wie Österreich, wo sich die Fallzahlen zuletzt deutlich erhöht hatten.

Global betrachtet droht Rückschritt

Weltweit erkrankten nach WHO-Angaben im vergangenen Jahr etwa elf Millionen Menschen an Masern – rund 800.000 mehr als vor der Corona-Pandemie. Besonders gefährdet sind weiterhin Kleinkinder in ärmeren Ländern Afrikas, wo die Krankheit häufiger tödlich verläuft.

Dabei waren die Fortschritte über viele Jahre hinweg beträchtlich: Von 2000 bis 2024 sank die Zahl der jährlichen Masern-Todesfälle von 780.000 auf 95.000. Schätzungen zufolge konnten durch Impfprogramme rund 58 Millionen Todesfälle verhindert werden.

Symptome und Risiken

Masern beginnen meist mit Fieber, Husten, Lichtempfindlichkeit und Entzündungen der Schleimhäute, bevor der typische Hautausschlag auftritt. In vielen Fällen heilt die Krankheit folgenlos aus, doch Komplikationen wie Lungenentzündungen, Mittelohrentzündungen und schwere Hirnentzündungen können zu bleibenden Schäden oder zum Tod führen.

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