Nach über drei Jahren Gefangenschaft im Iran ist das französische Paar Cécile Kohler und Jacques Paris endlich frei. Wie der französische Präsident Emmanuel Macron am Dienstag mitteilte, befinden sich die beiden inzwischen in der französischen Botschaft in Teheran. Von dort aus soll nun ihre Rückkehr nach Frankreich vorbereitet werden.
„Der Dialog geht weiter, um ihre Rückkehr nach Frankreich so schnell wie möglich zu ermöglichen“, schrieb Macron auf der Plattform X (vormals Twitter) und dankte zugleich allen, die an den Verhandlungen beteiligt waren.
Festnahme wegen angeblicher Spionage
Kohler und Paris waren im Mai 2022 während einer Reise im Iran festgenommen worden. Nach Angaben der iranischen Behörden sollen sie „Spionagetätigkeiten im Auftrag ausländischer Mächte“ betrieben haben. Die beiden bestritten die Vorwürfe stets. Trotzdem wurden sie von einem iranischen Gericht zu 17 und 20 Jahren Haft verurteilt – ein Urteil, das international auf scharfe Kritik stieß.
Frankreich bezeichnete die Inhaftierung mehrfach als „politisch motiviert“ und forderte die sofortige Freilassung der beiden. Menschenrechtsorganisationen warfen der iranischen Regierung vor, westliche Staatsbürger als Druckmittel in diplomatischen Auseinandersetzungen einzusetzen – ein Vorgehen, das auch in anderen Fällen beobachtet wurde.
Diplomatische Vermittlung führte zur Freilassung
Hinter den Kulissen liefen monatelange diplomatische Gespräche zwischen Paris und Teheran. Laut französischen Regierungsquellen war die Freilassung das Ergebnis intensiver vertraulicher Verhandlungen, an denen auch Schweizer und omanische Vermittler beteiligt waren.
Macron begrüßte die Freilassung als „großen Moment der Erleichterung“ und betonte, dass Frankreich weiterhin alles tun werde, um die Freilassung weiterer französischer Staatsbürger im Iran zu erreichen.
Symbolischer Fall für die französisch-iranischen Beziehungen
Der Fall Kohler und Paris galt als besonders brisant, weil er die angespannten Beziehungen zwischen Frankreich und dem Iran weiter verschärft hatte. Paris hatte wiederholt den Umgang Teherans mit westlichen Gefangenen kritisiert und in den vergangenen Jahren mehrfach französische Reisende vor Aufenthalten im Iran gewarnt.
Mit der Freilassung der beiden Lehrer keimt nun Hoffnung auf eine vorsichtige diplomatische Entspannung – auch wenn Beobachter warnen, dass ähnliche Festnahmen jederzeit wieder möglich sind.
„Solange westliche Staaten mit dem Iran über Atomfragen und Sanktionen verhandeln, bleibt das Risiko bestehen, dass Zivilisten als politische Faustpfänder missbraucht werden“, erklärte ein Experte des Thinktanks Institut Montaigne in Paris.
Rückkehr nach Frankreich steht kurz bevor
Nach einem medizinischen Check in der französischen Botschaft sollen Kohler und Paris in den kommenden Tagen nach Frankreich ausgeflogen werden. Dort werden sie psychologisch und medizinisch betreut.
Macron beendete seine Mitteilung mit den Worten:
„Frankreich vergisst seine Bürger nicht. Wir kämpfen für ihre Freiheit – überall auf der Welt.“
Mit der Freilassung des Paares geht eine diplomatische Hängepartie zu Ende, die seit 2022 das Verhältnis zwischen Frankreich und dem Iran erheblich belastet hatte – ein seltener Erfolg inmitten zunehmend schwieriger internationaler Beziehungen.