Ein makaberer Fund beschäftigt derzeit die Polizei in Augsburg: In einem Einfamilienhaus entdeckten Beamte nach dem Tod eines 77-jährigen Mannes eine riesige Waffensammlung mit mehr als 300 Schusswaffen, Waffenteilen, Sprengstoff und Munition. Nach Angaben der Polizei hatte der Rentner für über die Hälfte der Waffen keine offizielle Erlaubnis.
Polizei findet Waffenlager nach Todesfund
Ein Angehöriger des Mannes hatte die Polizei alarmiert, nachdem er den allein lebenden Rentner tagelang nicht erreichen konnte. Als eine Streife das Haus betrat, stieß sie nicht nur auf die Leiche des Mannes, der offenbar eines natürlichen Todes gestorben war, sondern auch auf eine umfangreiche illegale Waffensammlung.
Laut Ermittlern war das Haus des Verstorbenen „bis unter die Decke mit Waffen, Waffenteilen und Munition“ gefüllt. Unter den sichergestellten Gegenständen befanden sich Gewehre, Pistolen, historische Schusswaffen, Jagdwaffen und sogar Sprengmittel. Experten des Bayerischen Landeskriminalamts (LKA) wurden hinzugezogen, um die Sprengstoffe sicher zu bergen und zu entsorgen.
Über 150 illegale Waffen – Ermittlungen laufen
Nach aktuellem Stand besaß der 77-Jährige nur für einen Teil seiner Sammlung eine waffenrechtliche Genehmigung. Mehr als 150 Waffen seien illegal besessen worden. Die Polizei prüft nun, woher die Waffen stammen und ob sie möglicherweise aus dem Ausland oder aus ehemaligen Beständen des Militärs oder der Jagd stammen könnten.
Ein Sprecher der Polizei erklärte:
„Wir gehen derzeit davon aus, dass der Mann seit vielen Jahren Waffen gesammelt hat – teils legal, teils unter Umgehung der geltenden Vorschriften.“
Keine Hinweise auf kriminellen Hintergrund
Erste Ermittlungen deuten darauf hin, dass der Mann kein aktiver Waffenhändler oder Mitglied extremistischer Gruppen war. Hinweise auf eine kriminelle oder politische Motivation liegen laut Polizei nicht vor. Vielmehr scheint es sich um eine private Sammlung gehandelt zu haben, die im Laufe der Jahre immer weitergewachsen ist – offenbar ohne die rechtlichen Auflagen zu beachten.
Aufwendige Bergung und Sicherstellung
Der Abtransport der Waffen dauerte laut Polizei mehrere Stunden. Spezialisten der Kriminalpolizei, des Entschärfungsdienstes und der Spurensicherung waren im Einsatz. Die Waffen werden nun katalogisiert, auf Funktionsfähigkeit geprüft und teilweise ballistisch untersucht.
Die Ermittlungsbehörden wollen klären, ob Dritte Zugang zu den Waffen hatten oder ob es weitere Lagerstätten gibt. Auch das Erbe der Sammlung ist noch ungeklärt – rechtlich gesehen dürfen die Waffen nicht ohne Genehmigung übernommen werden.
Waffenrechtliche Konsequenzen und gesellschaftliche Fragen
Der Fall wirft erneut Fragen zur Kontrolle von Waffenbesitz in Privathaushalten auf. Experten fordern, dass bestehende Waffenregister regelmäßig überprüft und Nachlasskontrollen bei bekannten Sammlern verschärft werden.
„Solche Funde zeigen, dass es in Deutschland trotz strenger Gesetze immer noch Lücken in der Überwachung privater Waffenbestände gibt“, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft der Polizei.
Fazit
Der Fall aus Augsburg verdeutlicht, dass selbst in scheinbar unscheinbaren Wohnhäusern potenziell gefährliche Waffenlager existieren können. Die Ermittlungen zur Herkunft der Waffen und zum genauen Umfang der Sammlung dauern an. Ein offizieller Abschlussbericht der Polizei wird in den kommenden Wochen erwartet.