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Tragödie auf Taylor-Swift-Themenkreuzfahrt – Familie verklagt Reederei nach tödlichem Sturz einer Passagierin

rhae (CC0), Pixabay

Nach dem mysteriösen Tod einer Passagierin auf einer Taylor-Swift-Themenkreuzfahrt hat die Familie der Verstorbenen eine Klage gegen die Reederei Royal Caribbean eingereicht. Die 66-jährige Dulcie White war im Oktober 2024 während einer fünftägigen Kreuzfahrt auf dem Luxusliner „Allure of the Seas“ über die Balkonreling ihrer Kabine gestürzt – ihr Körper wurde bis heute nicht gefunden.

Vorwurf: Alkohol trotz offensichtlicher Trunkenheit ausgeschenkt

Die Familie der Verstorbenen wirft der Reederei grobe Fahrlässigkeit und Verletzung der Fürsorgepflicht vor. Laut der Klageschrift, die in Florida eingereicht wurde, sei White an Bord „offensichtlich stark alkoholisiert“ gewesen. Trotzdem hätten Crewmitglieder ihr weiterhin alkoholische Getränke serviert, anstatt sie medizinisch zu betreuen oder in ihre Kabine zu bringen.

In der Klage heißt es, das Personal habe „offensichtlich ignoriert, dass Frau White nicht mehr in der Lage war, sich sicher zu bewegen“, und sie dennoch sich selbst überlassen. Wenige Stunden später sei sie über die Reling gestürzt, während das Schiff sich auf dem Weg zu den Bahamas befand.

Keine Spur der Vermissten

Trotz einer groß angelegten Suchaktion durch die US-Küstenwache konnte der Körper von Dulcie White nicht geborgen werden. Das Unglück ereignete sich etwa 100 Kilometer vor der Küste Floridas. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie unmittelbar nach dem Sturz ertrank.

Die Familie beschreibt den Verlust als „unaussprechlich traumatisch“ – nicht nur wegen des Todes, sondern auch, weil kein Abschied möglich war. Ihr Anwalt erklärte, Royal Caribbean habe „die Sicherheit ihrer Passagiere hinter den Profit gestellt“.

„The Eras Cruise“ – eine Kreuzfahrt für Taylor-Swift-Fans

Die „Eras Cruise“ war eine Themenkreuzfahrt für Fans der US-Popikone Taylor Swift. Das Event versprach eine Mischung aus Konzerten, Tanzpartys, Fan-Aktivitäten und Musikprogrammen – alles rund um Swifts Karriere. Mehr als 4.000 Fans nahmen an der Kreuzfahrt teil, die von Miami aus startete.

Nach dem Vorfall setzte Royal Caribbean kurzzeitig alle alkoholischen Sonderaktionen an Bord aus.

Reederei weist Schuld zurück

Ein Sprecher von Royal Caribbean teilte mit, man bedauere den Tod der Passagierin zutiefst, weise jedoch die Anschuldigungen der Familie zurück. „Wir halten uns an strenge Sicherheits- und Servicerichtlinien, einschließlich der Verantwortung im Umgang mit Alkohol“, so das Unternehmen in einer Erklärung. Man arbeite mit den Behörden zusammen, um die genauen Umstände zu klären.

Experten fordern strengere Regeln auf Kreuzfahrtschiffen

Der Fall wirft erneut Fragen zur Sicherheitskultur auf Kreuzfahrtschiffen auf – insbesondere im Zusammenhang mit Alkoholkonsum und der Verantwortung des Personals. Rechtsexperten verweisen auf ähnliche Fälle, bei denen Passagiere nach Alkoholexzessen über Bord gingen.

In den USA sind Reedereien nach dem sogenannten „Duty of Care“-Prinzip verpflichtet, ihre Gäste vor vorhersehbaren Gefahren zu schützen. Dazu gehört auch, übermäßig betrunkenen Gästen keinen weiteren Alkohol auszuschenken.

Emotionaler Appell der Familie

In einer öffentlichen Erklärung sagte die Familie von Dulcie White:

„Unsere Mutter wollte einfach eine fröhliche Reise erleben. Stattdessen endete sie in einer Tragödie, die niemals hätte passieren dürfen.“

Der Fall soll in den kommenden Monaten vor einem Zivilgericht in Miami-Dade County, Florida, verhandelt werden. Sollte das Gericht der Klage stattgeben, drohen Royal Caribbean erhebliche Schadensersatzforderungen – und möglicherweise neue Sicherheitsauflagen für Kreuzfahrten mit Event-Charakter.

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