Das Massachusetts Institute of Technology (MIT), eine der renommiertesten Hochschulen der Welt, hat als erste Universität der USA ein Angebot der Trump-Regierung abgelehnt, das viele Akademiker als gefährlichen Eingriff in die wissenschaftliche Freiheit werten. Der Vorstoß aus Washington sah vor, Universitäten mit hohen Bundeszuschüssen zu belohnen – sofern sie sich der politischen Agenda des Präsidenten unterwerfen.
In einem Schreiben an Bildungsministerin Linda McMahon erklärte MIT-Präsidentin Sally Kornbluth unmissverständlich, dass das Institut die Bedingungen der Regierung ablehne. Der Vorschlag enthalte „Prinzipien, mit denen wir nicht übereinstimmen, darunter solche, welche die Meinungsfreiheit und unsere Unabhängigkeit als Institution einschränken würden“. Das Angebot sei, so Kornbluth weiter, „unvereinbar mit unserer Kernüberzeugung, dass Wissenschaftsförderung allein auf wissenschaftlichen Verdiensten beruhen sollte“.
Die Trump-Regierung hatte Anfang Oktober neun führenden Universitäten, darunter die University of Pennsylvania, die University of Southern California und das Dartmouth College, ein ähnliches Angebot gemacht. Im Kern forderte sie, dass Hochschulen auf Diversitätskriterien bei der Zulassung verzichten und ein „freundliches Umfeld für konservative Ideen“ schaffen. Die Regierung stellte in Aussicht, dafür bevorzugten Zugang zu Bundesmitteln zu gewähren – eine Offerte, die viele Beobachter als Versuch werten, die ideologische Richtung amerikanischer Hochschulen gezielt zu beeinflussen.
Das MIT ist nun die erste Institution, die öffentlich Stellung bezogen hat – und zwar entschieden. Das Signal ist deutlich: Wissenschaftliche Unabhängigkeit, Forschungsethik und akademische Freiheit sind für das Institut nicht verhandelbar.
Donald Trump, der seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus eine zunehmend konfrontative Bildungspolitik verfolgt, liegt seit Monaten mit mehreren Universitäten im Streit. Besonders Harvard steht im Zentrum dieses Konflikts: Die Regierung hatte der Hochschule Bundesmittel entzogen, weil sie sich weigerte, Diversitätsprogramme zu streichen und sich von pro-palästinensischen Protesten auf dem Campus zu distanzieren. Eine Bundesrichterin hob diese Kürzungen im September jedoch auf – ein juristischer Rückschlag für Trump.
Der aktuelle Vorstoß der Regierung zeigt, dass der Konflikt zwischen Wissenschaftsfreiheit und politischer Einflussnahme in den USA weiter eskaliert. Während Trump versucht, mit finanziellen Anreizen die Hochschulen auf Linie zu bringen, demonstriert das MIT, dass Unabhängigkeit einen höheren Wert hat als jede staatliche Förderung.
Mit seiner klaren Absage hat das Institut ein Zeichen gesetzt – nicht nur für die akademische Welt, sondern für das Selbstverständnis freier Wissenschaft insgesamt.