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VKI geht gegen DAZN vor: Sammelaktion wegen unzulässiger Preiserhöhungen gestartet

souandresantana (CC0), Pixabay

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat eine Sammelaktion gegen den Sport-Streamingdienst DAZN gestartet. Hintergrund ist ein Urteil des Obersten Gerichtshofs (OGH), der mehrere Klauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Anbieters im Frühjahr 2025 für unzulässig erklärt hatte. Dabei handelt es sich insbesondere um jene Klauseln, mit denen DAZN Preiserhöhungen und Vertragsänderungen eigenmächtig vornehmen konnte.

Nach Einschätzung des VKI hat der Streaminganbieter diese Bestimmungen über Jahre genutzt, um Gebühren deutlich zu erhöhen – ohne die Zustimmung der Kunden einzuholen oder sie rechtzeitig und transparent über ihre Rechte zu informieren. Besonders gravierend war laut VKI die Preiserhöhung im August 2022, als das monatliche Abo plötzlich von 14,99 Euro auf 29,99 Euro verdoppelt wurde. Viele Abonnenten seien damals vor vollendete Tatsachen gestellt worden: Wer weiterhin Zugang zu Live-Sportinhalten wie Fußball, NFL oder Boxen wollte, musste den neuen Preis akzeptieren oder kündigen.

OGH sieht Preiserhöhungsklauseln als unzulässig an

Der OGH entschied im Frühjahr 2025, dass die entsprechenden AGB-Klauseln gegen das Konsumentenschutzgesetz verstoßen. Unternehmen dürften sich nicht das Recht vorbehalten, Preise oder Vertragsinhalte einseitig zu ändern, wenn dies den Kunden benachteilige oder keine klare Begründung enthalte. Auch die Formulierungen zur Informationspflicht gegenüber Nutzern seien laut Gericht zu vage und damit unwirksam.

Rückerstattung für betroffene Kunden gefordert

Auf Grundlage dieses Urteils fordert der VKI nun eine kollektive Rückerstattung der zu viel bezahlten Beträge. „Die rechtliche Basis für die damaligen Preiserhöhungen ist weggefallen“, erklärte der VKI in einer Aussendung. Betroffene Kundinnen und Kunden hätten daher Anspruch darauf, den Differenzbetrag zwischen dem alten und neuen Preis zurückzubekommen.

Wer zwischen 2022 und 2025 ein DAZN-Abo hatte und von einer Preiserhöhung betroffen war, kann sich kostenlos an der Sammelaktion beteiligen. Dafür stellt der VKI auf seiner Website ein Anmeldeformular bereit. Ziel der Aktion ist es, möglichst viele Ansprüche zu bündeln und gemeinsam gegenüber DAZN durchzusetzen – ähnlich wie bei früheren Sammelaktionen etwa gegen Airlines oder Energiekonzerne.

Signalwirkung für andere Streaminganbieter

Der Fall hat über DAZN hinaus Signalwirkung: Auch andere Streamingdienste wie Netflix, Disney+ oder Amazon Prime hatten in den vergangenen Jahren Preise erhöht. Nach Einschätzung von Verbraucherschützern könnte das OGH-Urteil künftig strengere Maßstäbe für Preisanpassungsklauseln in der gesamten Branche setzen.

Der VKI appellierte an betroffene Konsumentinnen und Konsumenten, sich zu melden. Nur wenn genügend Fälle gesammelt würden, könne eine Rückzahlung in größerem Umfang erreicht werden. DAZN selbst äußerte sich bislang nicht zu der Sammelaktion.

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