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Studie: Nähe zu Golfplätzen könnte Parkinson-Risiko erhöhen

MabelAmber (CC0), Pixabay

Der Wohnort in der Nähe eines Golfplatzes könnte das Risiko für eine Parkinson-Erkrankung deutlich erhöhen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Team um die Neurologin Brittany Krzyzanowski, das die Daten im Fachjournal JAMA Network Open veröffentlichte. Als mögliche Ursache gelten Pestizide, die in großen Mengen zur Pflege der Rasenflächen eingesetzt werden.

Erhöhtes Risiko im Umkreis von Golfplätzen

Die Forscherinnen und Forscher werteten Daten von mehr als 5.000 Personen aus dem Rochester Epidemiology Project (1991–2015) aus. Rund 400 Teilnehmende erkrankten in diesem Zeitraum an Parkinson.

Das Ergebnis: Menschen, die im Umkreis von 1,5 Kilometern zu einem Golfplatz lebten, hatten ein um 126 Prozent erhöhtes Risiko, an Parkinson zu erkranken, verglichen mit Personen, die mehr als zehn Kilometer entfernt wohnten.

Zusammenhang mit Trinkwasser

Auch die Wasserversorgung zeigte einen auffälligen Effekt: Personen, deren Trinkwasser aus einem Versorgungsgebiet mit einem Golfplatz stammte, hatten – unabhängig von der Wohnentfernung – ein fast doppelt so hohes Risiko, an Parkinson zu erkranken.

Hoher Pestizideinsatz in den USA

Frühere Untersuchungen deuteten bereits darauf hin, dass Umweltfaktoren wie Pflanzenschutzmittel bei der Entstehung von Parkinson eine Rolle spielen. Golfplätze seien ein besonderer Risikofaktor, schreiben die Forschenden:
„Golfplätze werden häufig mit Pestiziden behandelt, um den hohen ästhetischen Standard von Putting Greens und Rasenflächen aufrechtzuerhalten.“

In den USA sei der Einsatz dieser Mittel auf Golfplätzen bis zu 15-mal höher als in Europa. Dennoch gebe es bislang kaum Forschung zu den langfristigen gesundheitlichen Folgen.

Experten mahnen zu Vorsicht

Nicht alle Fachleute sehen die Ergebnisse als Beweis für einen direkten Zusammenhang. Der britische Neuropharmakologe David Dexter betonte, dass Parkinson meist zehn bis 15 Jahre vor der Diagnose im Gehirn beginne. Manche Personen könnten also erst nach Krankheitsbeginn in die Nähe eines Golfplatzes gezogen sein.

Zudem lebte ein Großteil der untersuchten Personen in städtischen Gebieten, wo zusätzliche Faktoren wie Luftverschmutzung durch Verkehr eine Rolle spielen könnten.

Fazit

Die Studie legt einen statistischen Zusammenhang zwischen der Nähe zu Golfplätzen, Trinkwasserbelastung und Parkinson nahe – ein eindeutiger Beweis fehlt jedoch. Weitere Forschung sei dringend nötig, um die tatsächlichen Ursachen und Risiken zu klären. Oder, wie die Autorinnen und Autoren formulieren: Die Ergebnisse sind „kein hole-in-one“, sondern eher der Beginn einer längeren Spielrunde auf dem Weg zu gesicherten Erkenntnissen.

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