Papst Leo XIV. hat kurz vor einer geplanten Pilgerreise von katholischen Mitgliedern der LGBTQ+-Gemeinde in den Vatikan ein Zeichen der Offenheit gesetzt. Der Jesuit und Autor James Martin, der seit Jahren als Brückenbauer zwischen katholischer Kirche und queerer Gemeinschaft gilt, berichtete nach einer Audienz am Montag, dass der Papst ihn ausdrücklich ermutigt habe, sein Engagement fortzuführen.
Martin, der international für seine seelsorgerische Arbeit mit homosexuellen und trans Personen bekannt ist, sprach von einer klaren Botschaft: Leo XIV. wolle den Kurs der Inklusion und Akzeptanz, den bereits Papst Franziskus eingeschlagen hatte, fortsetzen.
Ein sensibles Thema für die katholische Kirche
Die Haltung der Kirche gegenüber LGBTQ+-Gläubigen sorgt seit Jahrzehnten für Spannungen. Offizielle kirchliche Lehren lehnen homosexuelle Handlungen weiterhin ab. Gleichzeitig bemühten sich zuletzt immer mehr kirchliche Würdenträger darum, die Pastoral für queere Menschen zu verbessern und sie als Teil der Glaubensgemeinschaft willkommen zu heißen.
Papst Franziskus hatte wiederholt betont, dass niemand aufgrund seiner sexuellen Orientierung diskriminiert oder ausgeschlossen werden dürfe. Mit Leo XIV. setzt offenbar auch sein Nachfolger auf diesen dialogorientierten Kurs – ein wichtiges Signal, das innerhalb der Kirche ebenso wie nach außen wahrgenommen werden dürfte.
Bedeutung für die LGBTQ+-Pilgerreise
Die Audienz fand nur wenige Tage vor einer Pilgerreise von LGBTQ+-Katholikinnen und Katholiken in den Vatikan statt. Viele Teilnehmende hatten sich zuvor unsicher gezeigt, wie sie empfangen würden. Die Worte und die Haltung des Papstes könnten daher für Rückhalt und Zuversicht sorgen.
Fazit
Mit seiner Ermutigung an James Martin signalisiert Papst Leo XIV., dass die katholische Kirche – trotz bestehender Lehrmeinungen – Schritte in Richtung größerer Offenheit und Menschlichkeit macht. Ob daraus auch langfristig konkrete Veränderungen in der kirchlichen Praxis erwachsen, bleibt abzuwarten. Doch allein die Geste dürfte für viele Gläubige, die sich bislang ausgegrenzt fühlten, von großer symbolischer Bedeutung sein.