Ein aktueller Bericht der Europäischen Kommission zeigt: Die Mehrheit der von den EU-Mitgliedstaaten bei Zollkontrollen abgefangenen illegalen Produkte kommt aus China. Die Zahlen für das Jahr 2024 verdeutlichen einen deutlichen Anstieg gegenüber den Vorjahren.
Nach Angaben des Berichts wurden im Jahr 2024 48.139 Produkte aus China abgelehnt – das entspricht einem Anstieg von fast 180 Prozent im Vergleich zu 2022. Damit liegt China mit großem Abstand an der Spitze der Herkunftsländer nicht konformer oder verbotener Waren.
Auf Platz zwei folgen die USA mit 3.247 abgelehnten Produkten, an dritter Stelle liegt Großbritannien mit 2.120 Fällen. Zwar sind die Werte im Vergleich zu China deutlich niedriger, dennoch zeigt sich, dass auch andere Industrieländer zunehmend in den Fokus der Zollkontrollen geraten.
Betroffene Produktgruppen
Besonders häufig betroffen waren Gesundheitsprodukte – darunter Nahrungsergänzungsmittel, Medikamente ohne Zulassung oder gefälschte Medizinprodukte. Daneben beanstandeten die Behörden zahlreiche Waren aus den Bereichen Haushalt und Wohnen sowie Elektronik. Gerade bei elektronischen Geräten sind es oft Sicherheitsmängel wie fehlende CE-Kennzeichnungen, Überhitzungsrisiken oder unzureichende elektrische Isolierung, die zur Ablehnung führen.
Bedeutung für Verbraucher
Die EU-Kommission warnt, dass derartige Produkte nicht nur gegen Vorschriften verstoßen, sondern auch eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit und Sicherheit der Verbraucher darstellen können. Ziel der strengen Kontrollen ist es daher, solche Waren bereits an den EU-Außengrenzen zu stoppen, bevor sie auf den Binnenmarkt gelangen.
Reaktion der EU
Die starken Zuwächse bei den Ablehnungen werden in Brüssel auch als Signal verstanden, dass die Zollbehörden ihre Kontrollen verstärkt haben. Gleichzeitig verdeutlicht die Statistik, dass weiterhin erhebliche Mengen an unsicheren oder gefälschten Produkten auf den europäischen Markt drängen.
Die EU will deshalb künftig noch stärker gegen illegale Importe vorgehen und die Zusammenarbeit mit Drittstaaten intensivieren, um Verbraucherinnen und Verbraucher besser zu schützen.