Der internationale Bananenkonzern Chiquita will nach monatelanger Abwesenheit seine Produktion in Panama wieder aufnehmen. Präsident Raul Mulino verkündete nach einem Treffen mit Unternehmensvertretern in der brasilianischen Hauptstadt Brasília, dass eine Einigung erzielt wurde.
Teilweise Rückkehr der Belegschaft
Zunächst sollen rund 3.000 Arbeiterinnen und Arbeiter in der Provinz Bocas del Toro wieder eingestellt werden. Weitere 2.000 Beschäftigte sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Ursprünglich hatte Chiquita im Frühjahr etwa 6.500 Mitarbeiter entlassen, nachdem es zu einem langanhaltenden Streik gekommen war.
„Wir haben eine positive Vereinbarung erzielt“, schrieb Mulino in sozialen Netzwerken. Er habe sich in den Verhandlungen persönlich zugunsten von Wirtschaft, Beschäftigung und Handel eingesetzt. Ziel sei es, den Konflikt nun endgültig zu überwinden. „Was passiert ist, ist passiert“, so der Präsident.
Hintergrund: Streik und Betriebsverlagerung
Im April hatte Chiquita seine Tätigkeiten in Bocas del Toro eingestellt, nachdem sich Mitarbeiter an einem zwei Monate andauernden Streik beteiligt hatten. Die Proteste richteten sich gegen eine Pensionsreform und wurden von mehreren Gewerkschaften getragen. Chiquita reagierte mit einer Massenentlassung der gesamten Belegschaft und verlagerte die Verwaltung ins Nachbarland Costa Rica.
Bedeutung für Panama
Bananen sind das wichtigste Exportgut Panamas und ein zentraler Wirtschaftsfaktor in der Region. Entsprechend groß war der Druck auf Regierung und Konzern, eine Lösung zu finden. Die Wiederaufnahme der Produktion gilt als wichtiger Schritt zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes und zur Stärkung der Außenhandelsbeziehungen.
Treffen auf höchster Ebene
Die Einigung wurde am Rande einer offiziellen Reise Mulinos nach Brasilien erreicht. Dort traf er den Vorsitzenden von Chiquita Brands International, Carlos Lopez Flores. Beide Seiten bekräftigten, den Blick nach vorne richten zu wollen.