Ein brutaler Angriff hat die Stadt Örebro im Herzen Schwedens tief erschüttert: Am Freitagabend, kurz nach dem Freitagsgebet, fielen unweit einer Moschee mehrere Schüsse. Zwei Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren wurden auf dem Parkplatz der Gebetsstätte getroffen – einer von ihnen starb wenig später im Krankenhaus, der andere liegt mit schweren Verletzungen im Klinikum.
Wie die Staatsanwaltschaft bestätigte, konnte in der Nacht zum Montag eine Verdächtige Person festgenommen werden. Details zu ihrer Identität oder zu den möglichen Hintergründen der Tat wurden bislang nicht bekanntgegeben.
Schock nach dem Gebet
Zeugen berichten von chaotischen Szenen: Gläubige hatten gerade das Freitagsgebet beendet, als Schüsse fielen. Menschen rannten panisch auseinander, während einige versuchten, den Getroffenen Erste Hilfe zu leisten. „Wir standen noch zusammen, da hörten wir plötzlich mehrere laute Knalle“, sagte ein Augenzeuge dem schwedischen Rundfunk SVT.
Die Polizei sperrte den Tatort großräumig ab und leitete sofort eine Fahndung ein. Spezialeinheiten und Spurensicherung waren im Einsatz, um Patronenhülsen zu sichern und Zeugenaussagen aufzunehmen.
Motiv unklar – Angst in der Gemeinde
Ob es sich um eine gezielte Attacke auf die muslimische Gemeinde handelt, ist derzeit unklar. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes und versuchten Mordes. In der Stadt herrscht seitdem eine spürbare Verunsicherung. Viele Gemeindemitglieder kamen am Wochenende zusammen, um zu trauern und Solidarität zu zeigen.
Politikerinnen und Politiker reagierten betroffen. „Gewalt wie diese trifft nicht nur die Opfer und ihre Familien, sondern erschüttert unser Vertrauen in Sicherheit und Zusammenhalt“, erklärte eine Vertreterin der Regionalregierung.
Ein Land blickt nach Örebro
Schweden wird seit Jahren von einer Welle bewaffneter Auseinandersetzungen erschüttert, die häufig mit Bandenkriminalität in Verbindung stehen. Ob die Schüsse von Örebro Teil dieser Gewaltspirale sind oder ein anderes Motiv dahintersteckt, müssen die Ermittlungen zeigen.
Für die Menschen vor Ort steht fest: Der Tatort ist nicht irgendein Ort. „Eine Moschee ist ein Ort des Friedens und der Gemeinschaft“, sagte ein Gemeindemitglied. „Dass hier Blut vergossen wurde, ist für uns alle unbegreiflich.“