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„Gefahr unterschätzt“: DRK fordert Milliarden für besseren Bevölkerungsschutz

Hurca (CC0), Pixabay

Angesichts wachsender globaler Unsicherheiten und zunehmender Naturkatastrophen schlägt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Alarm: Deutschland sei unzureichend auf Krisen- und Katastrophenlagen vorbereitet. DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt fordert daher ein deutlich stärkeres finanzielles Engagement des Bundes im Bereich des zivilen Bevölkerungsschutzes.

In einem Interview mit den Funke-Medien äußerte sich Hasselfeldt kritisch zur aktuellen politischen Schwerpunktsetzung. Während viel über äußere Sicherheit – etwa die Aufrüstung der Bundeswehr – diskutiert werde, gerate der Schutz der Zivilbevölkerung zunehmend aus dem Blickfeld. „Wir müssen auch im Inland in der Lage sein, schnell und effektiv auf Katastrophen zu reagieren – ob es sich um Naturereignisse, technische Großschäden oder gezielte Angriffe handelt“, so Hasselfeldt.

Konkret fordert das DRK jährlich 2,5 Milliarden Euro für einen modernen und flächendeckenden Bevölkerungsschutz – fast doppelt so viel wie derzeit zur Verfügung steht. Das Geld solle unter anderem in den Bau und Erhalt von Schutzräumen, verbesserte Ausrüstung, Notfalllager mit Lebensmitteln und Medikamenten sowie in die Ausbildung und Bereitstellung von Einsatzkräften fließen.

Besonders betont Hasselfeldt die Bedeutung gut vorbereiteter Menschen vor Ort: „Wir brauchen qualifizierte Helferinnen und Helfer, die im Ernstfall schnell handeln können – nicht nur hauptamtlich, sondern auch im Ehrenamt.“

Der Appell des DRK kommt nicht von ungefähr. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre – von der Flutkatastrophe im Ahrtal bis hin zur Corona-Pandemie – haben offengelegt, wo es an Ausstattung, Koordination und Vorsorge mangelt. Laut Hasselfeldt dürfe man nicht länger warten, bis die nächste Krise eintritt, sondern müsse jetzt investieren: „Bevölkerungsschutz ist kein Luxus – er ist eine staatliche Pflichtaufgabe.“

Ob die Politik dem eindringlichen Appell folgt, bleibt abzuwarten. Doch klar ist: Der Schutz der Menschen im Krisenfall beginnt nicht erst mit dem Alarm – sondern mit der richtigen Vorbereitung.

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