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Berlin: Tiktok-Beschäftigte treten in Warnstreik – Protest gegen Massenkündigungen

succo (CC0), Pixabay

In Berlin haben am Dienstag Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Social-Media-Plattform Tiktok erstmals in Deutschland einen Warnstreik durchgeführt. Zu der Arbeitsniederlegung hatte die Gewerkschaft Verdi aufgerufen. Hintergrund sind Unternehmenspläne, die Moderation von Inhalten künftig weitgehend durch Künstliche Intelligenz (KI) übernehmen zu lassen oder an externe Dienstleister auszulagern.

Nach Angaben von Verdi ist dieser Streik ein historischer Schritt: „Es handelt sich um den ersten Streik von Beschäftigten einer Social-Media-Plattform in Deutschland“, betonte die Gewerkschaft.

165 Stellen bedroht – Fokus auf Content-Moderation

Von den geplanten Umstrukturierungen sollen rund 165 Beschäftigte betroffen sein, die bisher in der Content-Moderation tätig sind. Diese Teams sind dafür zuständig, Videos und Inhalte zu prüfen, um Verstöße gegen die Plattformregeln, Hassrede oder Gewaltinhalte zu verhindern.

Das Unternehmen will diese Aufgabe nun größtenteils automatisieren. KI-Systeme sollen künftig einen Großteil der Moderationsarbeit übernehmen. Wo dies nicht möglich ist, sollen externe Dienstleister einspringen.

Verdi kritisiert Strategie von Tiktok

Verdi übte scharfe Kritik an den Plänen: Die Auslagerung und Automatisierung gefährde nicht nur Arbeitsplätze, sondern könne auch die Qualität der Moderation beeinträchtigen. „Automatisierte Systeme können fehleranfällig sein und problematische Inhalte übersehen“, warnte die Gewerkschaft.

Zudem sei das Vorgehen des Konzerns ein Beispiel dafür, wie Unternehmen versuchen, Kosten zu senken, ohne soziale Verantwortung für ihre Beschäftigten zu übernehmen.

Globaler Trend: KI ersetzt menschliche Moderation

Der Konflikt bei Tiktok reiht sich in eine weltweite Entwicklung ein: Immer mehr Social-Media-Plattformen setzen auf KI-gestützte Moderation, um Kosten zu sparen und Prozesse zu beschleunigen. Kritiker warnen jedoch vor Risiken wie Fehleinschätzungen, mangelnder Transparenz und fehlender Sensibilität gegenüber kulturellen und gesellschaftlichen Kontexten.

Wie es weitergeht

Die Gewerkschaft kündigte an, den Druck auf Tiktok zu erhöhen, falls das Unternehmen nicht zu Verhandlungen bereit ist. Ziel sei es, Kündigungen zu verhindern oder abzumildern sowie faire Sozialpläne für betroffene Mitarbeiter auszuhandeln.

Das Unternehmen selbst äußerte sich bislang nicht ausführlich zu den Protesten, bestätigte aber, dass es „im Zuge von Optimierungsmaßnahmen Anpassungen im Moderationsbereich“ geben werde.

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