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Mordprozess gegen Zahnarzt: Was wir über den Fall James Craig wissen

geralt (CC0), Pixabay

Im US-Bundesstaat Colorado steht der ehemalige Zahnarzt James Craig vor Gericht. Der Vorwurf: Er soll im Frühjahr 2023 seine Ehefrau Angela Craig, Mutter ihrer sechs gemeinsamen Kinder, durch eine gezielte Vergiftung getötet haben. Die Ermittler sprechen von einem perfiden Mordplan – und davon, dass Craig selbst aus der Untersuchungshaft heraus weitere Morde geplant habe.

Hier sind die bislang bekannten Details über die dramatischen letzten Wochen von Angela Craig.

Eine neue Bekanntschaft – und ein düsterer Plan

Am 22. Februar 2023 besuchte James Craig eine Zahnärztekonferenz in Las Vegas. Dort lernte er Karin Cain, eine Zahnärztin aus Texas, kennen. Laut Anklage entwickelte sich rasch eine Beziehung, während seine Frau in Colorado nichts von der Affäre wusste.

Nur wenige Tage später, am 27. Februar, erstellte Craig in seiner Zahnarztpraxis unter dem Pseudonym „jimandwaffles“ eine neue E-Mail-Adresse. Über diesen Account recherchierte er tödliche Gifte, bestellte Arsen auf Amazon und organisierte einen Besuch von Cain in Denver.

Googlesuche: „Wie sieht Mord wie ein Herzinfarkt aus?“

Am 28. Februar durchsuchte Craig laut Ermittlern das Internet gezielt nach Informationen zu unauffälligen Tötungsmethoden – darunter Tetrahydrozolin, ein Wirkstoff aus Augentropfen, und Arsenvergiftung. Die ersten Bestellungen folgten.

Während Angela Craig am 1. März mit ihrer Schwester eine Genealogiekonferenz in Utah besuchte, schrieb Craig seiner Geliebten:
„Vielleicht bleibt sie ja länger weg.“

Vergiftet – und dreimal ins Krankenhaus eingeliefert

Am 6. März trank Angela Craig zuhause einen von ihrem Mann zubereiteten Proteinshake. Kurz darauf fühlte sie sich „komisch, schwindelig“. Er brachte sie ins Krankenhaus, doch die Ärzte fanden nichts Auffälliges.

Am 9. März, nach einem weiteren Shake, brach sie zusammen. Ihre Kinder fanden sie bewusstlos am Boden. Erneut kam sie ins Krankenhaus, dieses Mal blieb sie dort bis zum 14. März. In dieser Zeit hatte James Craig Kaliumcyanid bestellt – unter dem Vorwand, er benötige es für „eine Studie zu Schädelrekonstruktionen“. Gleichzeitig kaufte er in einem Supermarkt mehrfach Visine-Augentropfen, ein weiteres Giftbestandteil.


Verdacht in der Zahnarztpraxis

Die Lieferung mit Kaliumcyanid wurde am 13. März an seine Praxisadresse geliefert. Eine Angestellte, Caitlin Romero, öffnete das Paket – und war alarmiert. Sie recherchierte das Gift online, schwieg aber zunächst.
„So einen Verdacht äußert man nicht leichtfertig“, sagte sie später vor Gericht.

Angela wurde am 14. März entlassen – doch nur wenige Stunden später ging es ihr erneut schlecht. Sie recherchierte selbst nach ihren Symptomen, ohne zu ahnen, was ihr Mann getan hatte.


Der tödliche Moment

Am 15. März erlitt Angela Craig einen Kollaps mit Krampfanfällen, nachdem sie eine Kapsel eingenommen hatte, die laut Anklage mit Kaliumcyanid gefüllt war. Sie fiel ins Koma. Noch am selben Tag sprach James Craig mit Kollegen darüber, dass seine Frau vermutlich nicht überleben werde.

Eine Kollegin informierte schließlich einen befreundeten Zahnarzt. Dieser eilte ins Krankenhaus – und warnte dort eine Pflegekraft: Es könnte sich um eine Vergiftung handeln.

Angela Craig wurde am 18. März von den lebenserhaltenden Geräten genommen. Stunden später wurde ihr Mann festgenommen. Die Obduktion ergab: Sie starb an einer Kombination aus Cyanid, Tetrahydrozolin und Arsen.

Weitere Mordpläne aus der Untersuchungshaft?

Die Staatsanwaltschaft erhob inzwischen zusätzliche Vorwürfe: Craig soll aus der U-Haft heraus vier weitere Personen töten lassen wollen, darunter offenbar Zeugen aus seiner Praxis.


Fazit

Der Mordprozess gegen James Craig offenbart einen erschreckenden Abgrund hinter einer bürgerlichen Fassade: Ein Ehemann, Vater, Zahnarzt – und mutmaßlicher Giftmörder, der seine Frau kaltblütig vergiftete, um mit seiner neuen Geliebten ein anderes Leben zu beginnen. Der Prozess läuft – ein Urteil steht noch aus.

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