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Temu zielt auf den Lebensmittelmarkt – Verbraucherschützer warnen vor Risiken

Tumisu (CC0), Pixabay

Der chinesische Online-Händler Temu, bekannt für seine extrem günstigen Preise und zweifelhafte Produktqualität, will sein Sortiment in Deutschland nun verstärkt um Lebensmittel erweitern. Laut einem Bericht der Lebensmittel Zeitung sucht Temu derzeit „aggressiv“ nach europäischen Lieferanten, um Produkte als „lokal“ kennzeichnen zu können – ein strategischer Schachzug, der Vertrauen schaffen soll.

Bereits jetzt finden sich vereinzelt Süßwaren auf der Plattform, doch das ist laut Temu erst der Anfang. Ein speziell aufgebautes Team soll sich künftig um den neuen Produktbereich „Konsumgüter und Lebensmittel“ kümmern. Die Waren werden wie üblich direkt vom Hersteller an die Kunden versendet – was Kontrolle und Transparenz erschwert.

Verbraucherschützer sehen Probleme – schon jetzt Mängel bei Kennzeichnungen

Verbraucherschützer schlagen Alarm. Die Verbraucherzentrale Bayern verweist auf bisherige Vorfälle bei Temu, etwa Produkte mit bedenklichen Inhaltsstoffen und unzureichenden Sicherheitsnachweisen. Sie erwartet zwar, dass die angebotenen Lebensmittel größtenteils europäischer Herkunft sein werden und damit EU-Standards genügen müssen – doch gerade bei der Kennzeichnung und Verbraucherinformation gebe es bereits heute deutliche Defizite auf der Plattform.

Auch der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (BEVH) äußert sich kritisch: Bei den Temu-Produktseiten seien die Pflichtinformationen für Lebensmittel häufig lückenhaft oder gar nicht vorhanden – ein Problem, das insbesondere für Allergiker oder Menschen mit Unverträglichkeiten riskant sein kann.

Marktdominanz durch Preisdumping?

Temu ist erst seit 2023 in Deutschland aktiv, hat aber in kürzester Zeit den Markt mit Niedrigpreisen und Rabattaktionen überschwemmt. Gemeinsam mit dem ebenfalls chinesischen Anbieter Shein macht Temu laut dem Bundesverband Groß- und Außenhandel inzwischen etwa ein Drittel des Umsatzes aus, den ausländische Online-Anbieter in Deutschland erzielen. Auffällig: Viele der angebotenen Produkte waren ursprünglich offenbar für den US-Markt bestimmt – werden nun aber gezielt nach Europa umgeleitet, wohl als Reaktion auf den Zollstreit mit den USA.

Regulierung in Sicht

Die EU hat auf die wachsende Marktmacht chinesischer Plattformen bereits reagiert. So soll die bisherige Zollfreigrenze von 150 Euro abgeschafft und durch eine pauschale Bearbeitungsgebühr von zwei Euro für jede Warensendung aus Drittstaaten ersetzt werden. Ziel: faire Wettbewerbsbedingungen für europäische Anbieter – und mehr Verbraucherschutz.

Fazit aus Verbrauchersicht

Temus Einstieg in den Lebensmittelsektor ist aus Verbrauchersicht mit Vorsicht zu genießen. Zwar könnten europäische Zulieferer für einen gewissen Sicherheitsstandard sorgen, doch fehlende Kennzeichnungen und mangelnde Transparenz bleiben ein erhebliches Risiko. Wer bei Temu bestellt, sollte die Produkte genau prüfen – und im Zweifel lieber bei bekannten und regulierten Anbietern kaufen.

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