Ab 28.06.2025 wird es ernst für alle, die im Leipziger Süden wohnen, arbeiten oder unterwegs sind: Die Karl-Liebknecht-Straße, liebevoll „KarLi“ genannt, wird zwischen Körnerstraße und Kurt-Eisner-Straße zur Großbaustelle. Bis voraussichtlich Ende Oktober erneuern die Leipziger Gruppe und die Stadt Leipzig in diesem Abschnitt nicht nur die Straßenbahngleise, sondern auch die über 100 Jahre alten Versorgungsleitungen im Untergrund.
Mehr als nur neue Gleise
Kernstück der Maßnahme ist die Erneuerung von 550 Metern Straßenbahngleisen, die bisher nur noch mit reduzierter Geschwindigkeit befahren werden konnten. Doch der Eingriff geht viel tiefer: Gasleitungen, Stromkabel, Fernwärme- und Trinkwasserleitungen werden ebenfalls aufwendig ausgetauscht. Besonders dringend ist der Austausch der Gusswasserleitungen aus den Jahren 1885 bis 1926, die bislang unbemerkt unter der Südvorstadt verlaufen.
Vollsperrung trifft Auto- und Straßenbahnverkehr
Der Eingriff bringt massive Einschränkungen mit sich: Der gesamte Kfz-Verkehr wird in diesem Abschnitt gesperrt. Das gilt besonders während des Höhepunkts der Bauarbeiten von Juni bis September, wenn auch die Kreuzung Kurt-Eisner-Straße und Abschnitte der Kochstraße betroffen sind – unter anderem wegen der Erneuerung der Bahnstromanlagen.
Auch die Straßenbahnlinien 10 und 11 müssen in dieser Zeit umgeleitet werden – über die Arthur-Hoffmann-Straße.
Auswirkungen auf Gastronomie und Fußgänger
Besonders bitter trifft es die Außengastronomie, für die in dem Zeitraum keine regulären Genehmigungen vergeben werden. Zwischen Mai und Oktober dürfen nur punktuell Tische vor Cafés und Restaurants gestellt werden. Dennoch versichert die Stadt, dass der Zugang zu allen Geschäften und Lokalen für Fußgänger jederzeit gewährleistet sein wird. Zwei große Hinweistafeln sollen dafür sorgen, dass Passanten nicht den Eindruck haben, die KarLi sei „dicht“.
Für Radfahrer bleibt die Durchfahrt ebenfalls möglich, und im Zuge der Bauarbeiten soll der Radfahrstreifen stadteinwärts vor der Schenkendorfstraße verlängert werden – ein lang geforderter Schritt zur Verbesserung der Radinfrastruktur.
Begrünte Gleise und Barrierefreiheit
Auch gestalterisch tut sich etwas: Die neuen Bahngleise erhalten – wie schon im südlichen Abschnitt – eine Rasendecke, die nicht nur schöner aussieht, sondern auch Lärm reduziert. Zudem werden die wichtigsten Straßenübergänge barrierefrei mit einem Blindenleitsystem ausgestattet.
Bürgerinformation folgt
Wie genau die Umleitungen und Bauphasen im Detail aussehen, will die Stadt in einer Bürgerveranstaltung etwa sechs Wochen vor Baubeginn bekannt geben.
Fazit:
Die Sanierung der Karl-Liebknecht-Straße ist tiefgreifend, dringend notwendig – und wird dennoch viele Leipziger im Alltag herausfordern. Geduld, Umwege und Flexibilität werden in diesem Sommer zur Grundausstattung aller, die sich in der Südvorstadt bewegen. Doch am Ende winkt eine modernisierte, leisere und lebenswertere KarLi.