In Nigeria hat sich erneut ein schweres Massaker ereignet: Bei einem brutalen Angriff im Bundesstaat Benue im Südosten des Landes sind nach Angaben von Amnesty International mindestens 100 Menschen ermordet worden. Zahlreiche weitere werden noch vermisst. Der Angriff spielte sich südlich der Hauptstadt Abuja ab, wo immer wieder Spannungen zwischen unterschiedlichen ethnischen und religiösen Gruppen aufflammen.
Laut Amnesty sollen die bewaffneten Täter gezielt Familien in ihren Häusern eingeschlossen und diese anschließend in Brand gesetzt haben. Viele der Opfer seien dabei lebendig verbrannt worden. Die genauen Hintergründe des Angriffs sind bislang noch unklar. In der Region treffen der überwiegend muslimische Norden und der mehrheitlich christliche Süden Nigerias aufeinander, was immer wieder zu schweren Gewalttaten führt – sowohl religiös motiviert als auch im Zusammenhang mit Landnutzungskonflikten.
Das grausame Verbrechen hat international Entsetzen ausgelöst. Papst Leo XIV. sprach am Mittag auf dem Petersplatz von einem „schrecklichen Massaker“ und forderte ein sofortiges Ende der Gewalt. Er appellierte an die Verantwortlichen in Nigeria und die internationale Gemeinschaft, sich verstärkt für Frieden und Versöhnung einzusetzen.
Die Sicherheitslage in vielen Landesteilen Nigerias bleibt äußerst angespannt. Menschenrechtsorganisationen fordern schon seit Jahren wirksame Maßnahmen gegen die eskalierende Gewalt und den Schutz der Zivilbevölkerung.