Die Stadt Leipzig erwägt die Einführung eines neuen Modells zur Entlastung der angespannten Parksituation in Wohngebieten: das sogenannte Feierabend-Parken. Dabei sollen Parkflächen von Supermärkten und anderen Gewerbebetrieben außerhalb der Geschäftszeiten – insbesondere in den Nachtstunden – für Anwohner geöffnet werden.
Wie CDU-Stadträtin Sabine Heymann dem MDR erklärte, hat die Stadtverwaltung bereits erste Gespräche mit Eigentümern solcher Parkplätze geführt. Diese zeigten grundsätzlich Interesse, machten jedoch auch deutlich, dass die Bereitstellung nicht kostenlos erfolgen könne.
Heymann verweist auf ein ähnliches Modell, das sich in Düsseldorf bereits bewährt habe. Dort können Anwohner freie Parkplätze auf Supermarktflächen einfach per Handy-App buchen – meist gegen eine geringe Gebühr. Das Konzept nutzt Flächen effizienter, die nachts ohnehin leer stehen, und könnte in dicht besiedelten Stadtteilen für Entlastung und weniger Parksuchverkehr sorgen.
Ob und wie sich das Modell auf Leipzig übertragen lässt, hängt laut Stadtverwaltung von der Kooperationsbereitschaft der Grundstückseigentümer, der technischen Umsetzung und rechtlichen Rahmenbedingungen ab. Auch die Datenerfassung, Buchungsverwaltung und Kontrolle müssten geklärt werden.
Sollte das Modell in Leipzig eingeführt werden, könnte es Teil einer langfristigen Strategie für urbane Mobilität und Flächenmanagement werden – mit dem Ziel, bestehende Infrastruktur besser zu nutzen und Wohnquartiere zu entlasten, ohne neue Parkflächen bauen zu müssen.