Ein Fall, der ganz Großbritannien erschüttert: Ein heute 81-jähriger Pädokrimineller ist nach 27 Jahren auf der Flucht nun zu 46 Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil markiert das Ende eines jahrzehntelangen Missbrauchsskandals – und den späten Triumph der Gerechtigkeit für Dutzende Opfer.
Der Mann hatte über viele Jahre hinweg seine Stellung als Lehrer und Pfadfinderleiter gezielt missbraucht, um Jungen sexuell zu misshandeln. Die Taten reichen bis in die 1960er Jahre zurück. Nachdem er 1997 wegen der schweren Vorwürfe angeklagt worden war, tauchte er unter und floh nach Thailand, wo er sich über zwei Jahrzehnte lang den Behörden entzog.
Erst im Jahr 2024 kehrte er nach Großbritannien zurück – unter bislang nicht näher bekannten Umständen – und wurde bei seiner Ankunft in London festgenommen. Der nun verhängte Schuldspruch durch ein britisches Gericht umfasst zahlreiche Einzelstraftaten, darunter wiederholter sexueller Missbrauch von Minderjährigen in besonders schweren Fällen.
Die Richter betonten in ihrer Urteilsbegründung die besondere Heimtücke des Täters, der über Jahrzehnte hinweg das Vertrauen von Eltern, Schulen und Jugendorganisationen systematisch ausgenutzt habe. Auch das lange Versteckspiel im Ausland wurde strafverschärfend gewertet.
Für die Opfer, viele von ihnen heute selbst schon im mittleren Alter, bringt das Urteil nach Jahren des Schweigens und der Ohnmacht zumindest eines: Anerkennung ihres Leids und ein Zeichen, dass Justiz auch spät noch handeln kann.