Ein neuer Bericht des nepalesischen Forschungszentrums Icimod (International Centre for Integrated Mountain Development) schlägt Alarm: Die Schneedecke im Hindukusch-Himalaya-Gebirge ist auf den niedrigsten Stand seit 23 Jahren gesunken. Die Konsequenzen könnten dramatisch sein – vor allem für die Wasserversorgung in großen Teilen Asiens.
Später Schneefall, geringe Mengen
Laut dem Bericht setzte der Schneefall im Winter 2024/25 ungewöhnlich spät ein – erst gegen Ende Januar. Und selbst dann blieb er über den gesamten Winter hinweg unterdurchschnittlich schwach. Das Ergebnis: Weniger Schnee, weniger Schmelzwasser – mit potenziell katastrophalen Folgen für Millionen Menschen, die auf dieses Wasser angewiesen sind.
Zwei Milliarden Menschen betroffen
Der Himalaya gilt als „Wasserturm Asiens“. Zahlreiche bedeutende Flüsse wie Indus, Ganges, Brahmaputra und Mekong speisen sich aus seinem Schmelzwasser. Laut Icimod sind rund zwei Milliarden Menschen in Asien direkt oder indirekt auf dieses Wasser angewiesen – zur Trinkwasserversorgung, Landwirtschaft, Energiegewinnung und als Lebensgrundlage.
„Ein Rückgang der Schneemenge bedeutet langfristig einen Rückgang der Wasserverfügbarkeit in ohnehin bereits wasserarmen Regionen“, warnt der Bericht.
Klimakrise als Hauptursache
Die Wissenschaftler machen den Klimawandel für die extreme Entwicklung verantwortlich. Steigende Temperaturen führen nicht nur zu geringerem Schneefall, sondern auch dazu, dass Schnee schneller und früher im Jahr schmilzt – was die Wasserversorgung aus dem Gleichgewicht bringt.
Hinzu kommen veränderte Niederschlagsmuster durch den gestörten Monsun und eine Zunahme von extremen Wetterereignissen, die die Wasserzyklen der Region destabilisieren.
Fazit
Die historisch geringe Schneedecke im Himalaya ist kein isoliertes Naturphänomen, sondern ein deutliches Warnsignal im Kontext der globalen Klimakrise. Sie bedroht nicht nur empfindliche Ökosysteme, sondern auch die Lebensgrundlage von Milliarden Menschen. Internationale Zusammenarbeit und konkrete Maßnahmen zur Klimaanpassung und nachhaltigen Wasserbewirtschaftung sind dringender denn je – bevor der „Wasserturm Asiens“ weiter austrocknet.