Die Universal-Investment-Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in Frankfurt am Main berichtet für den Fonds SGKB Volatilität Offensiv über ein Jahr mit deutlich gewachsenem Fondsvermögen, positiver Wertentwicklung und spürbaren Nettoabflüssen bei den Anteilen. Der Fonds kombiniert ein Basisportfolio aus Euro-Anleihen mit einem Optionskonzept auf Aktienindizes und Volatilitätsindizes; aus Anlegersicht wichtig ist dabei vor allem, dass das Ergebnis wesentlich aus realisierten Gewinnen aus Optionen stammt und nicht aus laufenden Zinserträgen allein.
Im Berichtszeitraum vom 1. Juli 2025 bis 30. Juni 2026 stieg das Fondsvermögen auf 84,88 Mio. Euro nach 21,89 Mio. Euro zu Beginn des Geschäftsjahres. Der Anteilwert der Hauptanteilklasse I legte von 115,24 Euro auf 124,01 Euro zu, die Anteilklasse B von 115,95 Euro auf 124,02 Euro; die Anteilklasse V wurde erst ab dem 11. März 2026 angeboten und erreichte per 30. Juni 2026 einen Anteilwert von 103,62 Euro. Das zeigt zwar eine erfreuliche Wertentwicklung, zugleich aber auch, dass der Fonds zwischenzeitlich durch Mittelzuflüsse stark gewachsen ist und daher nicht allein über die Kursentwicklung, sondern auch über frisches Anlegergeld größer geworden ist.
Vermögen und Wertentwicklung
Die Entwicklung des Fonds war im Geschäftsjahr zweigeteilt: Auf der einen Seite stand ein positives Gesamtergebnis von 3,68 Mio. Euro. Auf der anderen Seite kam es zu Netto-Mittelzuflüssen von 59,96 Mio. Euro, während die Anteilklasse I netto 2,46 Mio. Euro und die Anteilklasse B netto 1,05 Mio. Euro abgaben; die Anteilklasse V wuchs dagegen mit Nettozuflüssen von 63,47 Mio. Euro kräftig an. Für Anleger heißt das: Der Fonds war offenbar attraktiv genug, um frisches Kapital einzusammeln, gleichzeitig aber nicht in allen Anteilklassen frei von Rückgaben.
Die Wertentwicklung lag laut Bericht bei 8,61 % für die Anteilklasse I, 7,95 % für die Anteilklasse B und 3,62 % für die Anteilklasse V. Die Unterschiede sind vor allem auf die sehr unterschiedliche Laufzeit der Anteilklassen im Berichtszeitraum und die jeweils abweichenden Kostenstrukturen zurückzuführen. Das Ergebnis des Fonds entstand aus 361.665,03 Euro ordentlichem Nettoertrag und 2,88 Mio. Euro Ergebnis aus Veräußerungsgeschäften; zusätzlich kamen 444.626,16 Euro nicht realisiertes Ergebnis hinzu. Aus Anlegersicht auffällig ist: Der Hauptbeitrag kam nicht aus Zinsen, sondern aus realisierten Gewinnen, insbesondere aus dem Optionshandel.
Portfolio und größte Positionen
Das Portfolio bestand per 30. Juni 2026 fast vollständig aus Rentenpapieren: 87,34 % des Fondsvermögens entfielen auf Anleihen, 12,78 % auf Bankguthaben; Derivate standen saldiert mit -0,56 % zu Buche. Die Anleihen haben überwiegend kurze Restlaufzeiten: 75,64 % des Fondsvermögens entfielen auf Titel mit weniger als einem Jahr Restlaufzeit, weitere 11,70 % auf Laufzeiten zwischen einem und drei Jahren. Das spricht für ein eher zinsarmes, defensiv ausgerichtetes Basisportfolio mit begrenzter Duration.
Inhaltlich dominierten gedeckte Bankanleihen, Pfandbriefe und vergleichbare europäische Kreditinstitute und Förderbanken. Zu den größten Einzelpositionen zählten unter anderem Papiere von Banco Santander, Banco Bilbao Vizcaya Argentaria, BPCE, Nationale-Nederlanden Bank, Hypo Vorarlberg, Deutsche Pfandbriefbank, DZ HYP, UniCredit Bank Austria, Raiffeisen Bank International und weiteren Emittenten aus dem Euro-Raum sowie aus Großbritannien und Skandinavien. Das Portfolio war damit stark auf den Finanzsektor konzentriert; aus Anlegersicht ist das kein klassisches Klumpenrisiko in einem einzelnen Schuldner, wohl aber eine breite Branchenkonzentration auf Banken und Covered-Bond-Emittenten.
Auf der Derivateseite arbeitete der Fonds mit verkauften und gekauften Put-Optionen auf den S&P 500 sowie mit Calls auf den Volatilitätsindex. Das zugrundeliegende Exposure aus Derivaten betrug 27,77 Mio. Euro. Der Bericht nennt als Gegenpartei UBS Europe SE, Frankfurt am Main. Für Anleger bedeutet das: Der Fonds setzt bewusst auf ein komplexes Optionskonzept, das Zusatzerträge bringen soll, aber auch zu Verlusten führen kann, wenn sich die Märkte anders entwickeln als erwartet.
Kosten
Die laufenden Kosten fielen je nach Anteilklasse unterschiedlich aus. Die Gesamtkostenquote lag bei 0,90 % für die Anteilklasse I, 1,48 % für die Anteilklasse B und 0,57 % für die Anteilklasse V. Hinzu kamen insgesamt 88.535,39 Euro Transaktionskosten. Innerhalb der Ertrags- und Aufwandsrechnung belief sich die Verwaltungsvergütung des Fonds auf 289.031,50 Euro, die Verwahrstellenvergütung auf 19.449,64 Euro, Prüfungs- und Veröffentlichungskosten auf 8.264,71 Euro und sonstige Aufwendungen auf 38.795,13 Euro.
Im Verhältnis zu den Erträgen ist das kein kleiner Posten: Den 717.208,48 Euro an Erträgen standen 355.543,45 Euro Aufwendungen gegenüber. Die Kosten absorbierten damit einen erheblichen Teil der laufenden Erträge, wenngleich das Gesamtergebnis dank der Veräußerungsgewinne und der Bewertungseffekte dennoch deutlich positiv blieb. Eine Beratungsvergütung wurde im Berichtsjahr nicht ausgewiesen.
Risiken und Auffälligkeiten
Der Bericht nennt die bekannten Marktpreis-, Zinsänderungs-, Bonitäts-, Adressenausfall-, Währungs- und Derivaterisiken. Besonders wichtig ist hier das Derivaterisiko: Optionen können durch Hebelwirkung den Fondswert überproportional beeinflussen, und Prämien können verfallen, wenn sich die Märkte nicht wie erwartet bewegen. Aus Anlegersicht auffällig ist außerdem, dass die Endausschüttung zwar positiv ausfiel, der Fonds aber zugleich durch Nettoabflüsse in einigen Anteilklassen belastet war.
Ein weiterer Punkt ist die Strategieänderung beziehungsweise der Formwechsel des Produkts: Zum 1. November 2025 wurde der Fonds von „Bellevue Option Premium“ in „SGKB Volatilität Offensiv“ umbenannt; am 16. April 2026 wurden die Anlagebedingungen an neue gesetzliche Vorgaben angepasst. Außerdem wurde das Liquiditätsmanagement durch Rücknahmebeschränkung und Verlängerung der Rücknahmefrist vorbereitet, im Berichtszeitraum aber nicht angewandt. Das spricht für eine formell höhere regulatorische und organisatorische Komplexität, ohne dass daraus im Jahr 2025/2026 ein akuter Liquiditätsengpass entstanden wäre.
Fazit für Anleger
Unter dem Strich hat der Fonds im Berichtsjahr ein positives Ergebnis erzielt und seinen Anteilwert gesteigert, wobei die Ertragsquelle klar in den Optionsgeschäften lag. Die Ausschüttung belief sich auf 1,24 Euro je Anteil in den Anteilklassen I und B; bei der Anteilklasse V gab es im Rumpfgeschäftsjahr keine Ausschüttung. Der Abschlussprüfer kam zu dem Urteil, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorgaben entspricht und ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse des Sondervermögens vermittelt.