Die ACATIS Investment Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH mit Sitz in Frankfurt am Main legt als Herausgeberin und verwaltende Gesellschaft den Jahresbericht zum Fonds ACATIS AI Global Equities vor. Der Bericht zeigt einen Fonds, der im Geschäftsjahr 2025/2026 zwar einen ordentlichen Ertrag und ein positives Gesamtergebnis erwirtschaftete, dessen Wertentwicklung aber klar hinter dem Vergleichsindex zurückblieb. Zugleich sank das Fondsvermögen spürbar, vor allem wegen deutlicher Nettoabflüsse.
Vermögen und Wertentwicklung
Das Fondsvermögen verringerte sich von 35,8 Mio. Euro zu Beginn des Geschäftsjahres auf 31,0 Mio. Euro zum 30. Juni 2026. Für Anleger ist dabei vor allem wichtig: Das Minus kam nicht aus einer Schwäche des Portfolios allein, sondern vor allem aus Mittelabflüssen. Netto flossen dem Fonds im Geschäftsjahr 2,79 Mio. Euro ab; den Zuflüssen aus Verkäufen von 1,16 Mio. Euro standen Rücknahmen von 3,94 Mio. Euro gegenüber.
Der Anteilwert stieg in den vier Anteilklassen dennoch an: A auf 180,27 Euro, B auf 1.875,27 Euro, C auf 1.901,60 Euro und X auf 126,43 Euro. Die Wertentwicklung lag bei 12,87 % für A, 13,64 % für B, 13,81 % für C und 13,38 % für X. Das ist für Anleger zwar ein positives Ergebnis, aber es bleibt deutlich hinter dem Vergleichsindex MSCI World Equal Weighted NR (EUR) zurück, der im Berichtszeitraum 23,31 % zulegte. Der Fonds blieb damit deutlich unter der Benchmark. Aus Anlegersicht auffällig ist zudem, dass die Umstellung auf den gleichgewichteten Index erst zum 30. Dezember 2025 erfolgte und die Vergleichbarkeit damit methodisch verändert wurde.
Das Ergebnis des Geschäftsjahres stammt überwiegend aus realisierten und nicht realisierten Kurs- und Bewertungsgewinnen. Die Erträge aus Dividenden ausländischer Aussteller beliefen sich auf 720.898,96 Euro, dazu kamen 3.493,39 Euro Zinsen aus Liquiditätsanlagen. Nach Quellensteuern und Aufwendungen verblieb ein ordentliches Nettoergebnis von 244.569,67 Euro. Der größere Beitrag kam jedoch aus dem Handel: Realisierte Gewinne von 6,20 Mio. Euro überstiegen die realisierten Verluste von 5,13 Mio. Euro, sodass aus Veräußerungsgeschäften 1,07 Mio. Euro resultierten. Zusätzlich kamen 2,33 Mio. Euro nicht realisierte Ergebnisse hinzu. Insgesamt ergab sich ein Jahresergebnis von 3,64 Mio. Euro.
Kosten
Die Kosten sind je Anteilklasse unterschiedlich und damit für Anleger ein wesentlicher Vergleichspunkt. Die Gesamtkostenquote betrug 1,72 % in Anteilklasse A, 1,02 % in B, 0,87 % in C und 1,24 % in X. Eine erfolgsabhängige Vergütung fiel nicht an. Im fondsweiten Ergebnis schlägt die Verwaltungsvergütung mit 309.831,24 Euro zu Buche; hinzu kamen 48.822,07 Euro Verwahrstellenvergütung und 23.956,93 Euro Prüfungs- und Veröffentlichungskosten. Die Transaktionskosten beliefen sich auf 74.623,11 Euro.
Im Verhältnis zu den Erträgen war die Kostenbelastung spürbar, aber nicht außergewöhnlich für einen aktiv verwalteten Aktienfonds mit häufigen Umschichtungen. Die laufenden Erträge aus Dividenden und Zinsen von 601.657,43 Euro wurden von den laufenden Aufwendungen von 357.087,76 Euro deutlich reduziert. Das bedeutet für Anleger: Ein großer Teil der laufenden Erträge wurde durch Kosten aufgezehrt; die eigentliche Wertschöpfung musste daher aus Kursgewinnen kommen. Positiv aus Sicht der Anleger ist, dass keine Beratungsvergütung ausgewiesen wurde und auch keine Pauschalvergütungen an Dritte geflossen sind.
Portfolio und größte Positionen
Der Fonds war zum Stichtag fast vollständig in Wertpapieren investiert. Aktien machten 98,74 % des Fondsvermögens aus, dazu kamen 0,93 % in Zertifikaten und 0,38 % Bankguthaben. Der Liquiditätspuffer war damit sehr klein, was zu einem klar aktienlastigen und marktnahen Profil passt. Der Zertifikateanteil entfiel auf eine CO2-Neutralisations-Note; der Fonds verfolgt also nicht nur die Ertrags-, sondern auch eine Klimakomponente.
Regional blieb der Schwerpunkt klar in den USA mit 51,2 % des Fondsvermögens, auch wenn der Anteil gegenüber dem Vorjahr deutlich sank. Danach folgten Japan mit 11,07 %, Kanada mit 7,46 %, Deutschland mit 4,48 %, Großbritannien mit 3,57 % und die Niederlande mit 3,35 %. Branchenseitig dominierten Industriewerte mit 27,5 %, gefolgt von Informationstechnologie mit 21,1 % und Nicht-Basiskonsumgütern mit 10,7 %. Gesundheitswerte kamen auf 8,5 %, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe auf 8,9 %, Energie auf 5,7 % und Versorger auf 4,6 %.
Zu den größten Einzelpositionen gehörten Lam Research mit 4,77 % des Fondsvermögens, Infineon Technologies mit 4,48 %, Kaiser Aluminum mit 3,61 %, Everpure mit 2,93 %, NetApp mit 2,82 % sowie Bombardier mit 2,79 %. Aus Anlegersicht wichtig ist auch die hohe Breite: Das Portfolio war auf viele Einzeltitel verteilt und damit nicht auf wenige Mega-Caps konzentriert. Gleichzeitig zeigen die deutlichen Positionswechsel und die quartalsweise Umschichtung, dass der Fonds aktiv und vergleichsweise dynamisch gesteuert wird.
Risiken und Auffälligkeiten
Der Bericht nennt als wesentliche Risiken allgemeine Marktpreisrisiken, Adressenausfall- und Emittentenrisiken, Aktienrisiken sowie Währungsrisiken. Für Anleger besonders relevant ist dabei die starke Abhängigkeit von Aktienmärkten und Wechselkursen. Hinzu kommt das Risiko, dass einzelne Titel trotz sorgfältiger Auswahl stark schwanken können. Aus Anlegersicht auffällig ist außerdem die breite Streuung zwar über Länder und Branchen, aber dennoch mit klaren Schwerpunkten bei US-Werten und bei einzelnen Technologiewerten.
Als operative Auffälligkeit ist zu nennen, dass die Rücknahmen im Geschäftsjahr deutlich höher waren als die Verkäufe von Anteilen. Allerdings mussten die im Fonds vorgesehenen Liquiditätsmanagementinstrumente nach Angaben der Gesellschaft nicht eingesetzt werden. Ein weiterer Punkt ist die Änderung der Anlagebedingungen und der Benchmark, die den Vergleich der Wertentwicklung verändert hat. Die Ausschüttungspolitik unterscheidet sich je nach Anteilklasse: A, B und C sind ausschüttend, X ist thesaurierend. In den Anteilklassen A, B und C erfolgten Endausschüttungen von 3,77 Euro, 39,07 Euro beziehungsweise 39,59 Euro je Anteil; Anteilklasse X führte das realisierte Ergebnis von 5,31 Euro je Anteil vollständig der Wiederanlage zu.
Fazit für Anleger
Unterm Strich hat der Fonds im Berichtsjahr ein positives Ergebnis erzielt, die Marktrally aber klar nicht vollständig mitgenommen. Für Anleger bedeutet das: Die Strategie lieferte zwar Gewinne, blieb im Vergleich zum globalen Aktienmarkt jedoch zurück. Gleichzeitig belasten die relativ hohen laufenden Kosten und die Mittelabflüsse die Bilanz. Der Abschlussprüfer bescheinigt dem Jahresbericht, dass er in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften des deutschen Kapitalanlagegesetzbuchs entspricht und ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse und Entwicklungen des Fonds vermittelt.