Der Jahresbericht für den Fonds ABELE Ostalb Global wurde von der Universal-Investment-Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in Frankfurt am Main herausgegeben; sie ist zugleich die verwaltende Gesellschaft des Fonds. Ein externer Fondsmanager oder Anlageberater wird im Bericht nicht genannt. Aus Anlegersicht ist vor allem auffällig: Das Fondsvermögen ist im Geschäftsjahr deutlich gewachsen, die Wertentwicklung war stark, und das Ergebnis wurde vor allem durch Kursgewinne bei Aktien getragen.
Vermögen und Wertentwicklung
Zum 30. Juni 2026 belief sich das Fondsvermögen auf 133,36 Mio. Euro nach 88,26 Mio. Euro ein Jahr zuvor. Der Zuwachs kam nicht nur aus Wertsteigerungen, sondern auch aus kräftigen Nettomittelzuflüssen von 25,64 Mio. Euro im Gesamtfonds. Zusätzlich flossen im Berichtsjahr durch den Verkauf von Anteilen weitere Mittel zu; Rückgaben fielen mit 6,58 Mio. Euro deutlich geringer aus. Damit wurde der Fonds spürbar größer, was für Anleger grundsätzlich für eine breitere Basis, aber auch für höhere absolute Kosten und mehr Verwaltungsaufwand sprechen kann.
Der Anteilwert des Gesamtfonds stieg im Berichtsjahr von 257,65 Euro auf 309,32 Euro. Das entspricht einer sehr kräftigen Jahresperformance von 20,05 Prozent bei der Anteilklasse AK A und 20,04 Prozent bei AK Select; die jüngere AK I kam seit Auflegung am 20. November 2025 auf 12,95 Prozent. Das Ergebnis entstand vor allem aus realisierten und unrealisierten Gewinnen: Das Geschäftsjahr endete mit einem Ergebnis von 19,55 Mio. Euro, davon 17,49 Mio. Euro aus nicht realisierten Gewinnen und 2,65 Mio. Euro aus Veräußerungsgeschäften. Der ordentliche Nettoertrag blieb dagegen mit 18.465 Euro leicht positiv, also nahezu vernachlässigbar. Für Anleger heißt das: Die Wertentwicklung wurde überwiegend von Kursbewegungen und nicht von laufenden Erträgen getragen.
Kosten
Die Verwaltungsvergütung war mit 1,77 Mio. Euro der größte Kostenblock des Fonds, hinzu kamen 66.754 Euro für die Verwahrstelle, 13.221 Euro für Prüfungs- und Veröffentlichungskosten sowie 235.959 Euro sonstige Aufwendungen. Die Gesamtkostenquote lag bei 1,78 Prozent für AK A, 1,80 Prozent für AK Select und 0,91 Prozent für AK I. Das ist für einen aktienorientierten Publikumsfonds kein ungewöhnlicher, aber für Anleger durchaus relevanter Kostenabzug: Ein erheblicher Teil der laufenden Erträge und ein Teil der Wertentwicklung wird dadurch aufgezehrt.
Im Verhältnis zu den Erträgen fällt auf, dass die Summe der Erträge im Gesamtfonds 2,10 Mio. Euro betrug, die Aufwendungen aber 2,08 Mio. Euro. Der laufende Ertrag reichte damit praktisch nur knapp zur Kostendeckung. Das bedeutet: Ohne Veräußerungsgewinne wäre das Ergebnis des Berichtsjahres deutlich schwächer ausgefallen. Eine gesonderte Beratervergütung weist der Bericht nicht aus; sie wurde mit 0 Euro angegeben.
Portfolio und größte Positionen
Die Vermögensstruktur zeigt einen klar aktienlastigen Fonds mit globalem Zuschnitt. Aktien machten zum 30. Juni 2026 rund 78,81 Prozent des Fondsvermögens aus, Anleihen 11,18 Prozent, Bankguthaben 6,20 Prozent und Zertifikate 4,00 Prozent. Der Derivateeinsatz spielte keine Rolle; das Exposure aus Derivaten lag bei 0 Euro. Liquidität war mit 6,20 Prozent vorhanden, was dem Fonds Handlungsspielraum für Käufe und Mittelabflüsse verschafft.
Regional ist der Fonds breit gestreut, mit Schwerpunkt USA (32,44 Prozent der Aktienpositionen), danach Schweiz (6,92 Prozent), Deutschland (5,40 Prozent), Frankreich (5,06 Prozent) und Großbritannien (4,72 Prozent). Zu den größten Einzelpositionen zählten unter anderem Applied Materials mit 4,11 Mio. Euro, Morgan Stanley mit 2,56 Mio. Euro, Iberdrola mit 2,15 Mio. Euro, Schneider Electric mit 2,14 Mio. Euro, Prysmian mit 2,19 Mio. Euro, Exxon Mobil mit 1,79 Mio. Euro, Givaudan mit 1,79 Mio. Euro sowie Alphabet und verschiedene weitere Qualitäts- und Wachstumswerte. Aus Anlegersicht ist positiv, dass der Fonds nicht von nur wenigen Titeln dominiert wird; zugleich bleibt das Portfolio klar auf internationale Einzelaktien konzentriert.
Bei den Anleihen zeigte sich eine leichte Aufstockung. Der Bericht nennt ausdrücklich, dass insbesondere das höhere Renditeniveau außerhalb des Euroraums genutzt wurde. Die Goldposition wurde etwas zurückgefahren. Insgesamt verfolgt das Management damit eine flexible, chancenorientierte Allokation über Regionen und Branchen hinweg.
Risiken und Auffälligkeiten
Der Bericht nennt die üblichen wesentlichen Risiken eines Aktienfonds: allgemeine Marktpreisrisiken, Zinsänderungsrisiken, Adressenausfall- und Bonitätsrisiken, Aktienrisiken, Währungsrisiken sowie Risiken aus Zielfonds. Auffällig ist der Hinweis auf geopolitische Belastungen durch die Ukraine-Krise und die daraus folgenden Marktturbulenzen. Gerade weil der Fonds weltweit investiert und auch in Fremdwährungen engagiert ist, können Währungsschwankungen die Wertentwicklung zusätzlich verstärken.
Als auffällig aus Anlegersicht ist auch, dass das Ergebnis stark von realisierten Gewinnen aus ausländischen Aktien getragen wurde. Der ordentliche Nettoertrag war leicht negativ in den Anteilklassen AK A und AK Select und nur bei AK I positiv. Das zeigt: Die laufenden Erträge reichen nicht aus, um die Kosten vollständig zu decken, sodass die Gesamtrendite wesentlich von Marktbewegungen abhängt. Positiv ist, dass im Berichtszeitraum keine Liquiditätsmanagementinstrumente angewendet werden mussten, obwohl diese für den Fonds vorgesehen sind.
Der Bericht vermerkt außerdem eine Änderung der Anlagebedingungen zum 16. April 2026 aufgrund neuer gesetzlicher Vorgaben. Das ist keine inhaltliche Strategieänderung im engeren Sinne, aber eine regulatorisch relevante Anpassung. Kurzfristig erkennbar belastend waren die Transaktionskosten von 57.041 Euro; sie sind im Jahresergebnis bereits berücksichtigt, reduzieren aber dennoch den Nettoertrag.
Fazit für Anleger
Der Fonds hat das Geschäftsjahr mit klarer Stärke abgeschlossen: Das Vermögen wuchs deutlich, die Anteilwerte legten kräftig zu und die Zuflüsse waren hoch. Gleichzeitig zeigt der Bericht, dass die Ertragskraft des Portfolios vor Kosten und ohne Kursgewinne nur begrenzt ist. Für Anleger ist deshalb entscheidend, dass die gute Jahresperformance vor allem von Aktienkursen und nicht von laufenden Ausschüttungserträgen kam. Alle drei Anteilklassen sind thesaurierend; Ausschüttungen erfolgten im Berichtsjahr nicht. Der Abschlussprüfer bestätigt im Prüfungsurteil, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften des KAGB und der einschlägigen europäischen Verordnungen entspricht und ein zutreffendes Bild des Fonds vermittelt.